22. Februar 2021 / 12:12 Uhr

TV Jahn Duderstadt: Alle Spieler haben für die kommende Saison zugesagt

TV Jahn Duderstadt: Alle Spieler haben für die kommende Saison zugesagt

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Ekkehard Loest und der TV Jahn Duderstadt sind schon weit in der Planung für die kommende Saison vorangekommen.
Ekkehard Loest und der TV Jahn Duderstadt sind schon weit in der Planung für die kommende Saison vorangekommen. © Helge Schneemann
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Der Blick der Eichsfelder geht voraus: Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn Duderstadt, hofft darauf, dass die Handball-Mannschaften des Vereins nach Ostern wieder trainieren können und berichtet über die Kaderplanung der Eichsfelder für die Oberliga.

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Jammern hilft nicht, der Blick muss sich nach vorn richten. Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn Duderstadt, berichtet über die Situation der Handballer im Verein und die große Herausforderung, den Nachwuchs nach der langen Pause wieder für den Mannschaftssport zu begeistern.

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Tageblatt: Herr Loest, Sie haben nach der Unterbrechung des Spielbetriebs stets Planungssicherheit für die Vereine gefordert. Vergangene Woche hat sich der HVN gemeinsam mit den Vereinen für einen Abbruch der Saison entschieden. Ist das in Ihren Augen der richtige Schritt gewesen?

Loest: Ich finde diese Entscheidung absolut richtig, denn jetzt haben die Vereine und auch die Spieler Planungssicherheit. Wir wissen jetzt, dass die neue Saison voraussichtlich im September beginnen wird. Natürlich hoffen wir, dass wir bereits nach Ostern wieder in die Sporthalle dürfen und dass vor den Sommerferien eventuell ein HVN-Pokal auf regionaler Ebene stattfinden kann. Alle sind heiß drauf und freuen sich, wenn sie wieder in die Sporthalle dürfen.

Der HVN-Präsident schlägt „Spiele auf freiwilliger Basis in engen regionalen Grenzen“ vor. Sie haben nun von einem „HVN-Pokal auf regionaler Ebene“ gesprochen. Geht das in dieselbe Richtung?

Ja, im Grunde ist es das gleiche. Wie man das Kind am Ende nennt, ist egal. Wichtig ist, dass wir auf regionaler Ebene wieder einen Spielbetrieb unter Einhaltung der Hygieneregeln auf die Beine stellen können. Ich habe schon bei der Videokonferenz im Dezember vorgeschlagen, im Falle eines Saisonabbruchs einen HVN-Pokal auf regionaler Ebene auszutragen. Das wäre für alle Vereine sehr reizvoll. Durch die geringen Entfernungen könnte man bei Spielverlegungen zur Not auch mal in der Woche spielen.

Gleichzeitig hat der HVN-Präsident davor gewarnt, den Amateurhandball bis in den Sommer hinein zu verbieten. Die Fußballer haben eine ähnliche Debatte angeschoben.

Wir müssen meiner Ansicht nach alles dafür tun, möglichst schnell wieder Spiele auszutragen. Natürlich muss immer die Gesundheit und die Beachtung der Hygieneregeln im Vordergrund stehen. Aber ohne einen geregelten Spielbetrieb wird es weiterhin sehr schwierig, die Sportart Handball entsprechend zu repräsentieren. Fairerweise muss man sagen, dass das die anderen Mannschaftssportarten ähnlich betrifft. Wir müssen im Handball dadurch kreative Lösungen finden, um den Spielbetrieb wieder zu starten.

Wie sieht die Planung des TV Jahn Duderstadt für die kommenden Wochen und Monate aus?

Wie bereits gesagt: Ich hoffe sehr, dass wir nach Ostern wieder in die Sporthalle dürfen und den Trainingsbetrieb aufnehmen können. In der Zwischenzeit haben wir mit unseren Trainern Marcus Wuttke und Matthias Heim schon für die kommende Saison verlängert.

Sind Sie bei den Spielern auch schon so weit?

Ja, auch die Gespräche mit unseren Spielern waren bis jetzt sehr erfolgreich. Alle Spieler haben für die kommende Saison zugesagt, vorausgesetzt, sie müssen die Region aus beruflichen Gründen nicht verlassen. Damit bleibt das Team zusammen. Nach Verstärkungen werden wir aber auch weiterhin Ausschau halten.

Zwei Spielzeiten hintereinander wurden abgebrochen. Es ist unklar, wann eine neue Saison beginnen kann. Und dennoch muss sich ein Verein Ziele setzen, an denen er sich bei der Planung für die Zukunft orientieren kann. Wie lauten diese Ziele derzeit beim TV Jahn Duderstadt?

Es ist nach wie vor das Ziel des Vereines, das Team in der Oberliga zu stabilisieren. Ein weiteres Anliegen von uns Verantwortlichen ist, unsere eigenen Jugendlichen an die Oberliga heranzuführen, aber auch für talentierte junge Spieler aus der Region ein interessanter Verein und Ansprechpartner zu sein. Wir möchten schon versuchen, die Lücke zum Northeimer HC etwas zu verringern.

Mehr vom Sport in der Region

Sie haben in den vergangenen Monaten immer wieder davor gewarnt, dass der Handballsport durch die Einstellung des Spielbetriebs an Bedeutung verliert, dass sich Ehrenamtliche abwenden und Zuschauer entwöhnen könnten. Ein regulärer Spielbetrieb ohne Unterbrechungen war zuletzt vor rund einem Jahr möglich. Wie groß ist der Schaden, der dem Sport bislang dadurch entstanden ist?

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Ich mag das zurzeit nicht beurteilen. In Bezug auf die Spieler kann ich sagen: Im Seniorenbereich spürt man, dass die Sportler wieder in die Sporthalle wollen. Viele halten sich zwar durch Laufen und persönliches Krafttraining fit, aber irgendwann möchte man auch den Ball wieder in der Hand haben. Im Jugendbereich wird es spannender.

Wieso?

Ganz einfach: Alle Vereine haben Probleme damit, die Jugendlichen bei der Stange zu halten. Wir versuchen aber auch hier neue Wege zu gehen. Unser Spieler Stjepan Knezic wird in den kommenden Tagen einige Übungen für die Kinder per Video aufnehmen, die wir dann über die sozialen Medien unseren Jugendlichen anbieten möchten. Unsere Turnabteilung hat durch Viviane Leinemann und Steffi Scholz da schon beachtliche Erfolge erzielt. In der nächsten Zeit werden wir zusätzlich per Videokonferenz mit unseren Übungsleitern Möglichkeiten diskutieren, wie wir die Jugendlichen animieren können, zum TV Jahn in die Sporthalle zu kommen und mitzumachen – sobald es wieder möglich ist.