26. Oktober 2020 / 16:44 Uhr

TV Jahn Duderstadt: Ekkehard Loest nach der Spielabsage gegen Nienburg im Interview

TV Jahn Duderstadt: Ekkehard Loest nach der Spielabsage gegen Nienburg im Interview

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Die Pauken der Jahn-Fans standen schon in der Halle bereit, als das Spiel gegen Nienburg abgesagt wurde.
Die Pauken der Jahn-Fans standen schon in der Halle bereit, als das Spiel gegen Nienburg abgesagt wurde. © Schneemann
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Die Begegnung des Handball-Oberligisten TV Jahn Duderstadt gegen Nienburg wurde abgesagt, weil die Frau eines Teammitglieds positiv auf Corona getestet wurde. Im Tageblatt-Interview spricht der Jahn-Vorsitzende Ekkehard Loest über die Tragweite des Testergebnisses und die Möglichkeit einer Verlängerung der Saison.

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Ein positiver Corona-Test im Umfeld der Mannschaft hat am Sonnabend zur kurzfristigen Absage der Begegnung des TV Jahn Duderstadt gegen die HSG Nienburg. Während des Warmmachens erfuhren die Verantwortlichen des Handball-Oberligisten, dass die Frau eines Teammitglieds positiv auf das Virus getestet worden ist und entschieden sich, die Partie nicht auszutragen.

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Die Spieler begaben sich vorerst in Quarantäne. Am Montag wurde das betreffende Teammitglied getestet, das Ergebnis steht noch aus. Im Tageblatt-Interview spricht Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn, über die Entwicklungen der zurückliegenden Tage und die derzeitige Situation.

Herr Loest, eine halbe Stunde vor Anpfiff musste das Spiel gegen Nienburg abgesagt werden. Haben Sie damit gerechnet, dass so etwas passieren könnte?

Wir wissen alle, dass so etwas in der derzeitigen Situation vorkommen kann. Es blickt keiner in die Zukunft. Da wir sehr fokussiert und heiß auf das Spiel waren und unsere ersten zwei Punkte einfahren wollten, war ich aber natürlich etwas schockiert, als ich die Mitteilung erhalten habe.


War die Entscheidung, das Spiel abzusagen, in Ihren Augen unausweichlich?

Gesundheit geht am Ende immer vor Handball. Ich hätte mir hinterher nicht vorwerfen wollen, dass sich einer unserer Spieler oder ein Spieler von Nienburg infiziert hat, weil wir leichtfertig mit dieser Situation umgegangen wären.

Die Mannschaft hat sich über das Wochenende in Quarantäne begeben. Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe am Montagmorgen mit dem Gesundheitsamt telefoniert. Wir warten nun das Testergebnis unseres Teammitglieds ab. Je nachdem, wie das ausfällt, wird das Gesundheitsamt uns über das weitere Vorgehen informieren. Die Spieler haben ihre Arbeitgeber darüber in Kenntnis gesetzt und befolgen die allgemeinen Hygieneregeln.

Welche Auswirkungen hat das auf den Trainings- und Spielbetrieb? Am kommenden Sonntag soll die Mannschaft eigentlich beim VfL Hameln antreten.

Wir haben das Training für Dienstagabend abgesagt, um das Testergebnis abzuwarten. Frühestens treffen wir uns wieder am Donnerstag. Ich persönlich sehe es so, das habe ich am Montagmorgen auch dem Verband so mitgeteilt, dass das Spiel am Sonntag aufgrund des Sicherheitsaspekts voraussichtlich nicht stattfinden wird, aber da möchte ich noch keine abschließende Antwort geben.

Trotz Hygienekonzepten treten nun vermehrt Infektionen auf, die zu Absagen von Spielen führen. Allein am vergangenen Wochenende wurden in der Oberliga Niedersachsen vier Spiele abgesetzt.

Handball ist eine Kontaktsportart, da besteht immer die Möglichkeit einer Infektionsübertragung. Egal wie gut dein Hygienekonzept ist, davor bist du nicht gefeit. Für uns ist wichtig, dass sich niemand in der Halle infiziert. Wir wollen das Risiko so gering wie möglich halten. Auch im Training achten wir penibel auf die Einhaltung der Regeln. Aber noch mal: Wir sind davor nicht gefeit.

Soll der Spielbetrieb unter diesen Vorzeichen weiter wie geplant ablaufen?

Die Handballverbände diskutieren im Hintergrund über den richtigen Weg. Darüber, den Spielbetrieb vielleicht für drei bis vier Wochen oder gleich bis zum Ende des Jahres auszusetzen. Meine persönliche Meinung ist, wir sollten versuchen, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Wir sollten darüber nachdenken, die Saison aufgrund der Situation über den 30. Juni 2021 hinaus zu verlängern, um beispielsweise genügend Zeit für Nachholspiele zu haben.

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Warum setzen Sie sich so vehement für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ein?

Es ist wichtig, die Amateursportarten am Leben zu halten und sie nicht für ein halbes Jahr zu unterbrechen. Sonst sind diese Sportarten ernsthaft gefährdet, weil Mannschaften und Vereine wegbrechen würden. Das wäre auch ein großer gesellschaftlicher Verlust. Corona wird nicht im Januar vorbei sein, darüber müssen wir und im Klaren sein. Im Vordergrund steht aber natürlich immer die Gesundheit.