22. Juni 2020 / 08:31 Uhr

Bieter, Preise, Free-TV: Fragen und Antworten zur Vergabe der Bundesliga-Rechte

Bieter, Preise, Free-TV: Fragen und Antworten zur Vergabe der Bundesliga-Rechte

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DAZN, Sky, Magenta, Amazon: Am Montag gibt die DFL bekannt, wer die begehrten TV-Rechte der Bundesliga erhält.
DAZN, Sky, Magenta, Amazon: Am Montag gibt die DFL bekannt, wer die begehrten TV-Rechte der Bundesliga erhält. © Getty Images
Anzeige

Am Montag verkündet die Deutsche Fußball Liga auf einer Pressekonferenz, wer die TV-Rechte der Bundesliga ab der Saison 2021/22 erhält. Der SPORTBUZZER gibt vor der Bekanntgabe einen Überblick über den umkämpften Rechte-Poker zwischen DAZN, Sky und Co., bei dem es um Milliarden für die Liga geht.

Anzeige
Anzeige

An diesem Montag (13.30 Uhr) verkündet die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf ihrer Pressekonferenz, wer im umkämpften Poker um die TV-Rechte die wertvollsten Pakete erworben hat. Die wegen der Corona-Krise um anderthalb Monate verschobene Auktion der Medienrechte lief zwei Wochen - und soll durch die Angebote von DAZN, Sky und Co. von 2021 an noch mehr Milliarden in die Kassen der DFL und ihrer Klubs spülen. Der SPORTBUZZER beantwortet vor der Bekanntgabe die wichtigsten Fragen.

Welche Rechte wurden verkauft?

Die DFL hatte die Medienrechte für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 ausgeschrieben. Zum Verkauf standen in erster Linie sieben Live-Rechtepakete und sieben zeitversetzte Rechtepakete. Die wichtigsten Pay-TV-Pakete für das Fußball-Oberhaus: die Konferenz am Samstagnachmittag sowie alle Partien am Dienstag und Mittwoch in englischen Wochen (20.30 Uhr) in der Konferenz (Paket A), die Einzelspiele am Samstagnachmittag sowie alle Begegnungen der englischen Wochen und die Relegationsspiele (B), das Samstag-Topspiel um 18.30 Uhr und der Supercup (C) sowie die Freitags- und Sonntagspartien (D). Außerdem gibt es mit dem Paket F noch ein Free-TV-Paket (unter anderem Auftaktspiele am 1., 17. und 18. Spieltag der Bundesliga sowie die Relegation).

Mehr vom SPORTBUZZER

Wer waren die Bieter?

Trotz einiger Rückschläge wie dem Verlust der Champions-League-Übertragungen ab 2021 ist Sky noch immer der Bundesliga-Platzhirsch. Nach Informationen von Bild und dpa, die sich mit SPORTBUZZER-Informationen decken, wird der Pay-TV-Sender auch im neuen Bundesliga-Rechtezyklus weiterhin alle Einzelspiele am Samstag und die Konferenz (Pakete A bis C) zeigen. Ärgster Konkurrent bleibt DAZN, das sich nach SPORTBUZZER-Informationen das Paket D sicherte. Der Streamingdienst hielt bis zur Corona-Pause als Sublizenz-Nehmer von Eurosport und seit dem Restart als direkter Rechtenehmer ein Paket für die Sonntags- und (die ab 2021 entfallenden) Montagsspiele. Mit Amazon Prime hatte sich seit dem Liga-Neustart auch ein neuer, starker Konkurrent neben Sky positioniert. Zudem mischt sich das Telekom-Angebot Magentasport (u.a. 3. Liga, EM 2024) verstärkt im Fußball-Rechtemarkt ein.

TV-Experten 2019/20: Diese Ex-Profis analysieren Bundesliga, Nationalelf und Europapokal

Neue Saison, neue TV-Experten: Sky, DAZN & Co. haben sich in der Saison 2019/20 personell verändert. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Fachleute bei den Fußball-Übertragungen dieser Saison. Zur Galerie
Neue Saison, neue TV-Experten: Sky, DAZN & Co. haben sich in der Saison 2019/20 personell verändert. Der SPORTBUZZER zeigt die Fachleute bei den Fußball-Übertragungen dieser Saison. ©

Wie steht es um das Free-TV?

Die Traditionssendung "Sportschau" der ARD stand unter Druck - soll aber trotz der Corona-Krise und einer finanziell angespannten Situation beim öffentlich-rechtlichen Sender auch über 2021 fortbestehen. Scheinbar gab es keinen allzu großen Bieter-Kampf um die Höhepunkte am Samstagabend. Auch die Relegation kehrt durch das bereits erwähnte Paket F wieder ins Free-TV zurück. Die ist in diesem Jahr nur bei DAZN und Amazon Prime zu sehen. Es gibt zudem ein neues Paket (G) in der Ausschreibung mit 32 Partien der 2. Liga am Samstag um 20.30 Uhr. Diese hält laut Kicker bald sowohl Sky im Pay-TV als auch Sport1 im Free-TV.

Um wie viel Geld geht es?

Im laufenden Rechte-Zyklus (2017 bis 2021) erhält die DFL insgesamt 4,64 Milliarden Euro für alle nationalen Medienrechte. Schon vor der Corona-Krise erschien es schwierig, eine hohe Steigerungsrate zu erzielen - diese lag von der letzten auf die aktuelle Periode bei 80 (!) Prozent. Unter den gegebenen Bedingungen scheint es denkbar, dass die DFL eine Stagnation und erneute Einnahmen im Bereich von unter fünf Milliarden Euro über vier Jahre als Erfolg verbuchen könnte.