17. Oktober 2020 / 14:20 Uhr

TVB will hoch, HSC den Klassenerhalt: Handball-Frauen starten in die 3. Liga

TVB will hoch, HSC den Klassenerhalt: Handball-Frauen starten in die 3. Liga

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Drittliga-Handballerinnen starten am Samstag in die Saison.
Hannovers Drittliga-Handballerinnen starten am Samstag in die Saison. © Jörg Zehrfeld/privat
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Am Samstag starten die Drittliga-Handballerinnen endlich in die neue Saison. Für den TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst geht es zum TV Oldenburg II (18.30 Uhr), die HSC-Damen empfangen Aufsteiger Ibbenbürener SV (18.00 Uhr).

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Die Anspannung steigt so kurz vor Saisonstart am Samstag (18.30 Uhr) in der 3. Handballliga beim TV Oldenburg II. „Es kann losgehen“, sagt Frank Käber, der neue Trainer des TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst. Um die wirtschaftliche Basis zu legen, den Sprung in die 2. Liga zu schaffen, haben beide Klubs Anfang September die Entscheidung getroffen, ihre Kräfte zu bündeln. „Wir wollen unseren Talenten endlich eine Perspektive bieten“, sagt Baden­stedts Vorsitzender Martin Pfeiffer.

"Eine tolle Mannschaft"

Frank Käber, der Anfang Juli die Nachfolge von Christian Hungerecker antrat, ist voll des Lobes über seine Spielerinnen: „Eine tolle Mannschaft, die viel Spaß macht.“ Der Trainerwechsel war laut Käber („ich habe eine andere Auffassung zum Spielsystem“) eine große Veränderung für das Team, doch die Zusammenarbeit klappt sehr gut.

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Corona macht den Handballerinnen das Leben schwer

„Corona hat uns das Leben schwer gemacht“, sagt der neue Coach. Einige Spielerinnen gehören auch zum Kader der A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft – und die ist seit dem 7. Oktober zum zweiten Mal für 14 Tage in Quarantäne. Reines Glück, dass Anabel Heitefuß und Monja Nagel weiter mittrainieren dürfen, weil am Kontakttag der Termin für das Mannschaftsfoto war.

Auch sonst lief die Vorbereitung nicht nach dem Wunsch des Trainers. „Wir mussten wegen Corona drei Tests und ein Turnier absagen“, ärgert sich Käber. Der Abgang der Jugendnationalspielerinnen Mia Lakenmacher (Buxtehuder SV) und Mareike Kusian (hört auf) wurde durch junge Talente aus der eigenen Nachwuchsschmiede ersetzt. Viele Abläufe passen noch nicht, weil die Spiele fehlen.

Hohe Belastung bald ein Problem?

Das wirft im Hinblick auf die Saison viele Fragezeichen auf. Ein weiteres Pro­blem des durch den späten Start eng getakteten Spielplans könnte die hohe Belastung werden. Ob der von Klubchef Pfeiffer angestrebte Aufstieg unter diesen Voraussetzungen möglich ist, erscheint fraglich. „Aber ich peile einen Platz im oberen Drittel an“, sagt der Trainer.

Beim HSC blickt man der Saison gelassen entgegen

Die Spielerinnen des Hannoverschen SC sehen der kommenden Saison gelassen entgegen. „Es ist unsere zweite Chance. Wir haben keine Zwänge, mal schauen, wie es läuft“, sagt Trainer Thomas Löw. 2019 war der Traditionsverein aus der List zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die 3. Liga aufgestiegen. Die Mannschaft musste in vielen Spielen Lehrgeld zahlen, hatte beim Saisonabbruch im März mit 6:28 Punkten kaum noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt. „Wir sind jetzt aber weiter als vor einem Jahr“, betont Löw.

Personelle Veränderungen

Allerdings gab es einige personelle Veränderungen. Jannika Riegel wechselte zum Lokalrivalen Germania List und Marie-Louise Rin­gert zum SV Garßen Celle in die Landesliga. „Sie schafft aus beruflichen Gründen nicht mehr den Aufwand für die 3. Liga. Das ist absolut nachvollziehbar“, sagt Löw. Auch Mira Linderkamp, Kim Borchert und Torhüterin Maira wollten kürzertreten. Der Altersschnitt des ohnehin schon recht jungen Kaders wurde noch mal gesenkt, denn getreu der Philosophie des Trainers, motivierten Talenten eine Chance zu geben, rücken vier junge Spielerinnen nach.

Die erste Aufgabe erscheint jedenfalls lösbar. Am Samstag (18 Uhr, Halle am Sahlkamp) erwartet der HSC Aufsteiger Ibbenbürener SV. Ein Sieg würde viel Rückenwind für die kommenden Aufgaben geben.