02. März 2020 / 18:30 Uhr

U18-DM im Judo: Leipzig stellt beste Technikerin und einen glücklichen Wiederholungstäter

U18-DM im Judo: Leipzig stellt beste Technikerin und einen glücklichen Wiederholungstäter

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
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Lenny Burk (blauer Anzug) wirbelt seinen Gegner durch die Luft und erzielt einen seiner vier vorzeitigen Ippon-Siege. © Klaus Martin
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Bei der U18-DM holte Judoka Lenny Burk das zweite Jahr in Folge den Sieg. Zudem gab es mit Nicole Stakhov eine zweite Leipziger Goldmedaillen-Gewinnerin.

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Leipzig. Meister werden ist schon schwer, Meister bleiben noch viel mehr. In Anlehnung an das gute alte Sprichwort ist diese Leistung von Judoka Lenny Burk nicht hoch genug zu bewerten. Vor zwölf Monaten wurde das Talent vom JC Randori West mit 14 Jahren überraschend deutscher U18-Meister – damit rettete er der Gastgeberstadt Leipzig und dem Judo-Verband Sachsen die ansonsten schwache Bilanz bei den Heimtitelkämpfen. Nun wiederholte Lenny Burk in der Sporthalle Brüderstraße den Sieg vom Vorjahr.

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Überhaupt lief es für die einheimischen Athleten diesmal wesentlich besser, auch wenn nicht alle Träume in Erfüllung gingen. Mit Nicole Stakhov (RBS) gab es eine weitere Leipziger Goldmedaille, Bronze holte ihr Vereinskamerad Florian Görsch. Mit zwei Titeln, vier Medaillen und acht Top-Platzierungen kam Sachsen in der Bundesländerwertung auf Platz fünf.

Landestrainer Udo Quellmalz äußert sich stolz

Lenny Burk ist seit 2019 vom 43-kg-Limit zwei Klassen höher geklettert und bringt nun 50 Kilo auf die Waage. „Ich wollte an meinen Sieg von 2019 anknüpfen, wäre aber auch mit einem Treppchenplatz zufrieden gewesen“, erzählte der Schüler: „Diesmal war ich nicht so aufgeregt, da ich inzwischen mehr Routine habe. Außerdem ist die Halle eine gewohnte Umgebung für mich. Ich freue mich sehr, denn ich habe souveräner gekämpft als im letzten Jahr und mir sind viele unterschiedliche Techniken gelungen.“

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In der neuen Gewichtsklasse darf er nun auch bei internationalen Turnieren starten und kann sich vielleicht sogar in Richtung EM orientieren. Auch Olympiasieger und Landestrainer Udo Quellmalz, der vor einem Jahr noch als interessierter Beobachter dabei war und die Siegerehrung durchführte, äußerte sich ebenfalls stolz: „Nach dem Wechsel in die 50 kg war Lenny nicht unbedingt ein Favorit, aber er ist einer der fleißigsten. Ich freue mich sehr für ihn, dass seine klasse Trainingseinstellung mit Gold belohnt wurde.“

Daniel Herbst feiert Comeback

Nach längerer Durststrecke knüpfte der JC RBS an seine starken 90er-Jahre an. Nicole Stakhov (52 kg) gewann alle fünf Kämpfe vorzeitig und wurde nicht von ungefähr als beste Technikerin geehrt. Stolz war RBS-Chef Bernd Pissoke: „Ich freue mich sehr für Nicole. Vergangenes Jahr war sie Fünfte, da lief es nicht optimal, weil die Psyche nicht ganz mitspielte. Diesmal war sie optimal vorbereitet. Die Zusammenarbeit mit Landestrainer Denis Herbst klappt sehr gut.

Großes Lob für die Gastgeber gab es von vielen Seiten. Der neue DJB-Präsident Daniel Keller sah „hervorragende Bedingungen für eine deutsche Meisterschaft“ und würdigte die mehr als 100 ehrenamtlichen Helfer, die dieses Event möglich machten. Kurz vor Beginn wurde eine Absage wegen des Corona-Virus diskutiert. Doch alle Beteiligten waren froh, dass die DM reibungslos über die Bühne ging. JCL-Präsident Matthias Kiefer sagte: „Wir hatten alles akribisch vorbereitet und im Vorfeld wie bei der Armee einen 40-Punkte-Plan abgearbeitet.“

Während sein Bruder Denis in Leipzig den Nachwuchs betreute, feierte Daniel Herbst (JCL) in Warschau bei den European Open sein internationales Comeback nach langer Verletzungspause. In der 100-kg-Klasse holte er nach vier Siegen und einer Niederlage Bronze.