17. November 2020 / 14:34 Uhr

Endspiel um EM-Ticket gegen Wales: Auf diese fünf deutschen U21-Nationalspieler kommt es an

Endspiel um EM-Ticket gegen Wales: Auf diese fünf deutschen U21-Nationalspieler kommt es an

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Deutschlands nächste Top-Talente: Die U21-Nationalspieler Arne Maier (von links), Florian Wirtz und Niklas Dorsch. 
Deutschlands nächste Top-Talente: Die U21-Nationalspieler Arne Maier (von links), Florian Wirtz und Niklas Dorsch.  © imago (3)
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Am Dienstagabend will die deutsche U21-Nationalmannschaft die Qualifikation für die EM im nächsten Jahr perfekt machen. Der SPORTBUZZER stellt die fünf Spieler vor, auf die es in Braunschweig gegen Wales ankommen könnte – und die auch mit Blick auf das deutsche A-Team schon bald interessant werden dürften.

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Auf Rechenspiele oder Schützenhilfe will es Stefan Kuntz mit seiner U21-Nationalmannschaft nicht ankommen lassen. Mit einem Sieg im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Wales soll das Ticket für die Europameisterschaftsendrunde im kommenden Jahr endgültig gebucht werden. Kuntz fordert vom Vize-Europameister nach dem mageren 1:1 im Test gegen EM-Gastgeber Slowenien nun im Gruppenfinale gegen die Briten eine klare Leistungssteigerung. "Ich denke, dass das Spiel eine Warnung war", sagte der 58-Jährige. Letztmals war Deutschland 2011 nicht bei der EM vertreten.

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Mit einem Sieg am Dienstag (18.15 Uhr, ProSieben MAXX) in Braunschweig würde sich die deutsche Mannschaft für das Turnier mit zwei Etappen im kommenden Jahr in Slowenien und Ungarn sicher qualifizieren. Ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage könnten auch reichen.

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Die deutsche Mannschaft geht die Partie als Tabellenführer an, mit 15 Punkten steht sie auch im Vergleich zu den Gruppenzweiten anderer Gruppen blendend da. Die neun Gruppenersten und die fünf besten Zweiten qualifizieren sich für die Endrunde, die mit der Vorrunde vom 24. bis 31. März beginnt und mit der Finalrunde vom 31. Mai bis 6. Juni endet.

Nach gleich sechs Debüts beim Remis gegen die Slowenen als letzter Casting-Chance für das EM-Turnier setzt Kuntz gegen Wales wieder auf seine Top-Formation. Einige Spieler sollte man dabei bereits auf dem Schirm haben, auch mit Blick auf die A-Nationalmannschaft – wie die Personalie Ridle Baku gerade erst gezeigt hat, der nach seinem A-Debüt nun für das Wales-Spiel wieder zurück zur Kuntz-Elf gestoßen ist. Der SPORTBUZZER stellt weitere fünf deutsche U21-Nationalspieler to watch vor.

Arne Maier: Im vergangenen Jahr reiste der Hertha-Profi als jüngster Spieler mit zur U21-EM in Italien und San Marino. Trainer Kuntz hält große Stücke auf den Mittelfeldspieler, der 2016 (Bronze, U17) und 2018 (Silber, U19) mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet wurde. Weil er in Berlin jedoch nicht ausreichend Spielpraxis bekam, ließ sich der 21-Jährige vor der Saison zu Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld transferieren. Bislang ist er dort jedoch noch nicht richtig angekommen – weswegen auch Kuntz über seinen Kapitän sagt: "Natürlich hat er sein altes Leistungsvermögen noch nicht wieder erreicht. Er hatte immer wieder mit Verletzungen auch zum falschen Moment zu tun", so der U21-Coach, der ihm beim DFB jedoch Selbstvertrauen vermitteln will: "Dafür sind wir da, um ihn dabei zu unterstützen." Mit einem Marktwert von 13,5 Millionen Euro ist Maier der wertvollste U21-Nationalspieler.

Niklas Dorsch: In der vergangenen Saison gehörte der in der Jugend des FC Bayern ausgebildete Mittelfeldspieler zu den Ausnahmeerscheinungen der 2. Bundesliga. Mit Überraschungsteam 1. FC Heidenheim scheiterte er erst in der Relegation am Bundesliga-Aufstieg – und damit der großen Sensation. Wechselte im Sommer dann zum belgischen Topklub KAA Gent, mit dem er in der Europa League spielt. Auch wenn sein Verein in der Liga aktuell nur auf Platz zwölf steht und schon zweimal den Trainer gewechselt hat, ist der 22-Jährige Stammspieler in der Mittelfeldzentrale – und erzielte in elf Spielen sogar bereits drei Treffer.

Florian Wirtz: Der gerade mal 17-Jährige von Bayer Leverkusen ist aktuell das größte Talent im deutschen Profifußballl. 13 Mal kam er bereits in der Bundesliga zum Einsatz, in fünf von sechs Spielen in dieser Saison stand er beim Champions-League-Aspiranten sogar in der Startelf – drei Assists konnte er dabei beisteuern. Interview-Anfragen weist der Klub noch zurück, mit der Bitte um Verständnis, weil Wirtz noch zu jung für den Medienrummel sei. Kuntz sagt über den offensiven Mittelspieler: "Wir sind sehr froh, dass wir ein so großes Talent bei uns haben, weil er Dinge mitbringt, die wir in unserem Kader nicht so abgedeckt haben."

Die DFB-Kandidaten für die EM 2021 im Chancen-Check

Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der <b>SPORT</b>BUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. Zur Galerie
Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der SPORTBUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. ©

Mergim Berisha: Der Angreifer von Red Bull Salzburg erlange kürzlich und kurzzeitig höchste Aufmerksamkeit, als er den österreichischen Meister in der Champions-League-Partie gegen den FC Bayern (Endstand 2:6) nach vier Minuten mit 1:0 in Führung brachte. Nach einigen Leihstationen in Österreich und Deutschland (1. FC Magdeburg, Hinrunde 2018/19) profitierte der ehemalige Salzburger Jugendspieler wohl auch vom Weggang Erling Haalands zum BVB im vergangenen Winter. RB holte ihn von einer erfolgreichen Leihe zu Ligarivale SCR Altach (sieben Tore, fünf Assist in 17 Spielen) zurück. Erst in der aktuellen Saison startet der 22-Jährige mit kosovarischen Wurzeln jedoch so richtig durch. Neben zwei Toren in der Champions League hat er in fünf Ligaspielen dreimal getroffen. "Seinen Riecher muss man ihm lassen, die erste Chance ist meistens drin", lobt Ex-Torjäger Kuntz.

Lukas Nmecha: Sechs Tore in sechs Spielen hat der Stürmer in der EM-Qualifikation erzielt, ist damit der torgefährlichste U21-Nationalspieler. Nur: Auf Vereinsebene lief es in der Vergangenheit meistens nicht so rund wie im DFB-Dress. Die Vita des 21-Jährigen, der in Hamburg geboren, in der Jugend von Manchester City ausgebildet wurde und bis zur U21 sämtliche Jugendnationalmannschaften Englands durchlief, liest sich einigermaßen abenteuerlich. Immer wieder wurde der Angreifer ausgeliehen. Mal zu Preston North End in die englische 2. Liga, nach der U21-EM zum VfL Wolfsburg – wo er nach der Hinserie und ohne Treffer in zwölf Pflichtspielen die Flucht ergriff. Auch beim englischen Zweitligisten FC Middlesbrough traf er in 13 Spielen gar nicht. Inzwischen wurde Nmecha zu RSC Anderlecht nach Belgien weiterverliehen. Dort ist er aktuell Angreifer Nummer eins – auch, weil er endlich trifft: viermal in neun Ligaspielen.