04. Juni 2019 / 21:02 Uhr

Alte Regeln bei U21-EM: DFB-Trainer Kuntz reagiert mit Unverständnis - "Werden es hinnehmen"

Alte Regeln bei U21-EM: DFB-Trainer Kuntz reagiert mit Unverständnis - "Werden es hinnehmen"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stefan Kuntz bereitet die deutsche U21-Nationalmannschaft derzeit in Südtirol auf die anstehende EM vor.
Stefan Kuntz bereitet die deutsche U21-Nationalmannschaft derzeit in Südtirol auf die anstehende EM vor. © 2019 Getty Images
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Seit dem 1. Juni gelten neue FIFA-Regeln, die vor allem eine modifizierte Auslegung des Handspiels beinhaltet. Doch die UEFA hat entschieden, unter anderem bei der U21-Europameisterschaft noch darauf zu verzichten - zum Unmut von DFB-Trainer Stefan Kuntz.

Die anstehende U21-Europameisterschaft wird entgegen erster Planungen noch nicht mit den Regeländerungen für die kommende Saison gespielt. Die Anpassungen unter anderem für das strafbare Handspiel durch die Regelhüter des International Football Association Boards IFAB werden in Wettbewerben der Europäischen Fußball-Union UEFA erst vom 25. Juni an in Kraft treten. Das teilte die UEFA am Dienstag vor einem Treffen ihrer Mitgliedsverbände in Paris mit. Die U21-EM findet vom 16. bis 30. Juni in Italien und San Marino statt.

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Derzeit bereitet sich der vorläufige Kader des deutschen Teams unter Trainer Stefan Kuntz in Südtirol auf das Turnier vor. Der 56 Jahre alte Fußball-Lehrer reagiert mit Unverständnis auf den Beschluss, noch mit alten Fußballregeln zu spielen. "Als Spieler oder als Trainer kann ich es nicht verstehen, wenn zuerst die Meldung rausgegeben wird, es wird nach den neuen Regeln gespielt", sagte Kuntz am Dienstag.

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Kuntz: "Wir sind doch Profis"

Es solle verhindert werden, dass es durch eine kurze Vorbereitungszeit zu Störungen in laufenden Wettbewerben komme, begründete die UEFA ihre Entscheidung. "Wir wollten uns dementsprechend vorbereiten. Die Begründung, es gäbe zu viel Durcheinander - ich weiß ja nicht. Wir sind ja Profis, wenn wir neue Regeln bekommen, dann richten wir uns danach", betonte Kuntz. Eine spezielle Vorbereitung auf die neuen Regeln sind demnach nun hinfällig. Kuntz werde den Fokus auf dem Weg zur Titelverteidigung daher nun auf andere Dinge legen.

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Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  ©

FIFA wendet neue Regeln schon an

Die ersten Erfahrungen mit den Regeländerungen bewertet der U21-Bundestrainer durchaus positiv. "Ich habe es bei der U20-WM gesehen, manche Dinge sind auch sinnvoll", meinte Kuntz. Die FIFA hat beim Nachwuchs-Weltturnier - anders als die UEFA nun bei der U21-EM - schon direkt mit den Regelanpassungen gespielt.

Diese gelten eigentlich vom 1. Juni an, das IFAB hatte jedoch Spielraum bei der Umsetzung eingeräumt. Damit sind neben der U21-EM auch die EM-Qualifikationsspiele des DFB-Teams am Freitag in Weißrussland und zwei Tage später in Mainz gegen Estland sowie die Halbfinals und das Endspiel der Nations League in Portugal nicht betroffen.

Durch die Änderungen wird unter anderem die umstrittene Handregel modifiziert, zudem kommt es bei Auswechslungen, der Ausführung von Freistößen und Bestrafungen von Trainern zu Neuerungen.

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