28. Juni 2019 / 16:25 Uhr

Waldschmidt und Amiri nach Final-Einzug der U21 gefeiert: "Für solche Momente leben wir"

Waldschmidt und Amiri nach Final-Einzug der U21 gefeiert: "Für solche Momente leben wir"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Luca Waldschmidt und Nadiem Amiri waren die deutschen Matchwinner beim Halbfinal-Sieg der deutschen U21 gegen Rumänien.
Luca Waldschmidt und Nadiem Amiri waren die deutschen Matchwinner beim Halbfinal-Sieg der deutschen U21 gegen Rumänien. © Getty / imago images / ZUMA Press
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Während die deutschen Nationalspieler den Finaleinzug bei der U21-EM so ausgiebig feierten, dass sogar eine Musikbox kaputt ging, weilte Matchwinner Luca Waldschmidt bei der Dopingprobe. Die Party will er bei einem möglichen Titelgewinn am Sonntag nachholen - zusammen mit Doppelpacker Nadiem Amiri.

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Als Luca Waldschmidt, frisch geduscht und reichlich verspätet, endlich von der Doping-Kontrolle kam, war der Mannschaftsbus schon weg. Mehr als zwei Stunden war der 4:2-Sieg der deutschen U21-Nationalmannschaft im EM-Halbfinale gegen Rumänien ja bereits her. Nur Teamkollege Mahmoud Dahoud, der ebenfalls getestet wurde, war noch da – und immerhin ein paar volle Pizzakartons. "Die Stimmung im Bus ist immer gut, deshalb schmerzt es schon ein bisschen, jetzt nicht bei der Mannschaft zu sein", sagte Waldschmidt, der ausgerechnet als Matchwinner schon die deutsche Kabinenparty zuvor verpasst hatte.

Stattdessen fuhren die beiden verspäteten Nationalspieler erst um 22.05 Uhr im DFB-Van durch die Ausfahrt am Stadio Renato Dall’Ara in Richtung des rund drei Stunden entfernten Fagagna. In ihrem Lager bereiten sich die Deutschen nun auf das Endspiel bei der Europameisterschaft in Italien und San Marino am Sonntagabend (20.45 Uhr, ARD) gegen Spanien vor, das im nahegelegenen Udine ausgetragen wird.

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Finale! Die deutsche U21-Auswahl hat das Ticket im Halbfinale gegen Rumänien gelöst - und hier sind die Noten zum DFB-Auftritt in Bologna. Zur Galerie
Finale! Die deutsche U21-Auswahl hat das Ticket im Halbfinale gegen Rumänien gelöst - und hier sind die Noten zum DFB-Auftritt in Bologna. ©
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Für Waldschmidt wird es das erste Finale dieser Art in seiner Karriere sein. "Wir müssen das ein Stück weit genießen, wollen es jetzt aber natürlich auch gewinnen", sagte der Profi des SC Freiburg, der maßgeblich daran beteiligt war, dass er nach der zähen Hitzeschlacht gegen die Rumänen überhaupt über die aufrechterhaltenen Titelchancen reden durfte. Denn die bisherige Überraschungsmannschaft des Turniers hatte die DFB-Auswahl zwischenzeitlich an den Rand einer Niederlage gebracht, zur Halbzeit lag der Underdog mit 2:1 in Führung.

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Und es sollte bis zur 90. Minute dauern, bis erneut Waldschmidt die deutsche Mannschaft mit seinem Treffer nach einem Freistoß erlöste, nachdem er zuvor schon beim Elfmeter zum 2:2 die Verantwortung übernommen hatte. "Das Gefühl war der war Wahnsinn, keiner wollte in die Verlängerung", sagte er. Es waren seine Turniertore sechs und sieben – womit er mit dem bisherigen Rekordtorschützen der U21-EM, Marcus Berg, gleichzog. "Das freut mich natürlich", erklärte der 23-Jährige dazu nur, "aber der Titel für die gesamte Mannschaft steht über allem".

Amiri: "Ich wollte den Freistoß noch unbedingt schießen"

Dass der Sieg am Ende erst so spät zu Stande kam, hatte zumindest einen positiven Effekt, so Waldschmidt: "Als Team schweißt einen das noch mal mehr zusammen, wenn man so einen Rückstand aufholt." Nadiem Amiri hatte mit einem noch späteren Treffer in der Nachspielzeit am Ende sogar noch für das 4:2 gesorgt, erneut per Freistoß. "Der Trainer wollte mich eigentlich schon auswechseln, aber ich wollte den noch unbedingt schießen", erklärte der Hoffenheimer, "ich habe das Torwarteck anvisiert. Das ist mir gut gelungen."

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Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  ©

Waldschmidt will Kabine auseinander nehmen

Es war ebenfalls Amiris zweiter Treffer in diesem Spiel gewesen, und trotz Temperaturen an die 40 Grad hatte er nach 95 Minuten noch Luft für einen letzten Jubellauf. „Ich war eigentlich tot, aber auf einmal war ich wieder voller Kraft und Emotionen pur. Für solche Momente leben wir“, sagte der 22-Jährige, der nach seiner im Saisonendspurt erlittenen Außenbandverletzung bis dato nur als Joker bei der EM zum Einsatz gekommen war. "Der Plan war, dass ich fürs Halbfinale fit werde", verriet er.

Auf auf die (wilden) Geschehnisse in der Kabine ging er noch ein. "Eine Musikbox ist kaputt gegangen", sagte er lachend, "aber wir haben zum Glück noch ein paar davon". Und bei der nächsten Innenraum-Party will dann auch Waldschmidt wieder dabei sein: "Ich hoffe, dass wir am Sonntag noch mal die Gelegenheit haben, die Kabine auseinander zu nehmen."

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