17. Juni 2019 / 08:09 Uhr

U21-Europameister Maxi Arnold erklärt: So haben wir 2017 den EM-Titel geholt

U21-Europameister Maxi Arnold erklärt: So haben wir 2017 den EM-Titel geholt

Maximilian Arnold
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Maximilian Arnold führte die deutsche U21 im Sommer 2017 zum EM-Titel.
Maximilian Arnold führte die deutsche U21 im Sommer 2017 zum EM-Titel. © imago images / Newspix
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Maximilian Arnold führte die U21 als Kapitän zum EM-Titel 2017. Vor dem ersten Turnierspiel seiner Nachfolger am Montag gegen Dänemark schreibt der 25-Jährige im SPORTBUZZER exklusiv über den Weg zum Erfolg.

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Ich habe ihn gefragt, ob er mich auf den Arm nehmen will. Vorher, unter Horst Hrubesch, hatte ich ja nur sehr sporadisch gespielt. Und dann kam Stefan Kuntz, unser neuer Trainer bei der U21-Nationalmannschaft, beim ersten Lehrgang nach den Olympischen Spielen im September 2016 in Kassel zu mir und fragte, ob ich sein Kapitän werden wolle. Als ich dann merkte, dass er es tatsächlich ernst meint, entgegnete ich: „Klar, sehr gerne.“ Einige Monate später habe ich in Krakau die Trophäe der U21-Europameisterschaft in Empfang genommen.

Wie wir das geschafft haben? Mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit, das ist alles. Wirklich. Wir hatten vor zwei Jahren ganz bestimmt keine überragenden Einzelspieler im Kader. Vielleicht Serge Gnabry, doch der war damals auch noch nicht so weit, wie er jetzt ist. Goretzka, Kimmich, Sané, Tah, Süle, die alle noch hätten mitspielen können, waren ja gar nicht dabei. Aber das war wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Punkt, dass es so keinerlei Starallüren innerhalb der Mannschaft gegeben hat.

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Vor zwei Jahren wurde die deutsche U21-Nationalmannschaft in Polen Europameister. Aber wer war eigentlich dabei – und was wurde aus den DFB-Spielern, die den Titel damals nach Deutschland geholt haben? Der SPORTBUZZER klärt auf. ©
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Das Faszinierendste, was ich erlebt habe

Jeder wollte einfach unbedingt diesen Titel holen, man hat das total gespürt. Jeder hat begriffen, dass nur die Mannschaft wichtig ist, nicht man selbst. Und jeder wusste: Es gibt keinen Spieler, von dem man Widerworte befürchten musste, wenn man ihm mal die Meinung geigte. Alle waren gleich. Wir waren wie Freunde. Für mich persönlich war das das Faszinierendste, was ich bislang erlebt habe – nie war ich Teil eines besseren Mannschaftsgefüges.

Bei der Nationalmannschaft ist es aber auch immer etwas anderes als im Verein – weil man nur für einen kurzen Zeitraum zusammen ist, dafür aber ganz anders zusammenwächst. Es geht viel schneller, weil eben alles darauf zugeschnitten ist. Man darf sich das Ganze wiederum auch nicht nur so vorstellen, dass abends alle Spieler auf einem Zimmer hocken und Playstation spielen – wie auf Klassenfahrt. Ich habe damals in der freien Zeit oder abends die Verlobung mit meiner Frau vorbereitet und den Urlaub geplant.

Ich war mir jederzeit sicher, dass uns nichts passieren konnte

Aber zurück zum Wesentlichen: Wann ich das Gefühl hatte, dass wir es wirklich packen können? Während des Halbfinals gegen England. Ich wusste vor dem Elfmeterschießen zwar schon, dass sie nicht wirklich bekannt dafür sind, dass das ihre Stärke ist. Aber auch sonst war ich mir jederzeit sicher, dass uns nichts passieren konnte. Ganz komisch, ich hatte dieses Gefühl einfach. Und das war für mich am Ende ausschlaggebend, dass wir den Titel geholt haben.

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Am Anfang eines Turniers ist immer noch ein bisschen Nervosität da – doch wenn man erst mal drin ist und sich steigert, hat man eigentlich nur noch richtig Bock. Und wenn man die ersten beiden Spiele gleich gewinnt, kannst du auf einer Euphoriewelle reiten, im Fußball ist das manchmal so. Die Niederlage im letzten Vorrundenspiel gegen Italien hat uns zum Beispiel gar nicht interessiert, das war scheißegal. Jetzt kommt England, haben wir uns gesagt – und die hauen wir weg! Wir waren einfach im Flow, wir konnten uns fast gar nicht dagegen wehren.

Apropos, ich habe mir das Testspiel der U21 Ende März gegen England angeguckt, als sie 2:1 gewonnen haben. Nur so viel: Wenn sie alle fünf Spiele so spielen, gewinnen sie den Titel sicher. Das war eine absolute Demonstration – Hut ab. Kompliment auch an Stefan Kuntz, der ohnehin ein geiler Typ und ein toller Mensch ist.

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Als Trainer ist er mehr der Kumpeltyp, mit dem man schon den einen oder anderen Spaß haben kann. Er geht da vielleicht auch etwas weiter als andere Trainer – aber er kann auch richtig dazwischen hauen, wenn ihm mal was nicht passt. Was ihn auszeichnet, ist, dass er jedem von uns stets das Gefühl gegeben hat, dass er für die Mannschaft wichtig ist, selbst dem dritten Torwart.

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Serbiens Luka Jovic (von links), Italiens Federico Chiesa und Spaniens Fabian Ruiz sind die Stars bei der U21-EM. Zur Galerie
Serbiens Luka Jovic (von links), Italiens Federico Chiesa und Spaniens Fabian Ruiz sind die Stars bei der U21-EM. ©

Mit mir hat Stefan natürlich schon sehr oft gesprochen, er hat immer gefragt, was wir Spieler von gewissen Dingen halten. Wie es für die Mannschaft rüberkommt – und für ihn. Er hat dann zwar nicht alles immer so umgesetzt, wie wir das haben wollten, aber das waren einfach konstruktive Gespräche, im Austausch sehr offen und ehrlich. Man konnte mit allen möglichen Dingen immer zu ihm kommen.

In Sachen Niveau kann eine U21-EM nicht mit der Bundesliga mithalten

Vom Niveau kann so eine U21-EM für mich übrigens nicht mit der Bundesliga mithalten. Da geht es noch mal körperbetonter und schneller zu – es ist viel mehr Energie drin. Was allerdings hart war: Wir hatten damals fünf Spiele in zwölf Tagen. Da war ich froh, als ich danach erst mal frei hatte. Diesmal bin ich während des Turniers auch im Urlaub; doch ich werde trotzdem versuchen, die Spiele zu verfolgen – und natürlich die Daumen drücken!

Hier abstimmen: Kann die U21 den Titel-Triumph wiederholen?

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