30. Mai 2021 / 20:56 Uhr

Bericht: U21-Trainer Stefan Kuntz denkt über DFB-Abschied nach – Neue Herausforderung nach Olympia?

Bericht: U21-Trainer Stefan Kuntz denkt über DFB-Abschied nach – Neue Herausforderung nach Olympia?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stefan Kuntz denkt offenbar über einen vorzeitigen DFB-Abschied nach.
Stefan Kuntz denkt offenbar über einen vorzeitigen DFB-Abschied nach. © IMAGO/Pressefoto Baumann (Montage)
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Nach dem feststehenden Abschied von Bundestrainer Joachim Löw galt auch U21-Trainer Stefan Kuntz als ein möglicher Nachfolge-Kandidat. Der DFB entschied sich für Hansi Flick. Einem Bericht der "Bild" zufolge störte Kuntz der Umgang des Verbands mit ihm. Demnach mache er sich nun Gedanken über einen vorzeitigen Rücktritt. 

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Am Montag geht es für die deutsche U21-Nationalmannschaft in die K.o.-Phase der Europameisterschaft. Im Viertelfinale trifft das Team von Trainer Stefan Kuntz auf Dänemark (21 Uhr, Pro Sieben). Im Anschluss an das Turnier stehen vom 23. Juli bis zum 8. August die Olympischen Spiele in Tokio an, für die sich Kuntz mit seiner Auswahl erfolgreich qualifiziert hatte. Doch danach könnte die Ära des 58-Jährigen beim DFB ein Ende haben. Wie die Bild berichtet, denkt Kuntz, dessen Vertrag beim Verband noch bis 2023 läuft, über einen vorzeitigen Abschied im Anschluss an Olympia nach.

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Als möglichen Mitgrund nennt das Blatt den Umgang des DFB mit Kuntz, der nach dem kommunizierten Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw nach der EM als möglicher Nachfolger gehandelt wurde. Demnach sei der U21-Coach über das Vorgehen des Verbands nicht glücklich gewesen. "Es wurde ein Gespräch avisiert, welches nicht stattgefunden hat. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat sich die Wunschlösung Hansi Flick abgezeichnet hat, insofern war das verständlich", erklärte Kuntz gegenüber der Bild und richtete den Blick auf die anstehenden Herausforderungen mit der U21. "Von daher konzentriere ich mich auf meine aktuelle Aufgabe, die U21 und unsere EM."

Dass Hansi Flick den Job als Bundestrainer angemessen meistern wird, bezweifelt Kuntz indes nicht. "Hansi ist die optimale Lösung für den DFB und die Nationalmannschaft. Er kennt den Verband, fast alle Spieler und er hat als Bayern-Trainer die Achse der Nationalmannschaft trainiert“, so der 58-Jährige weiter. Für Flick, der schon seit Längerem als Top-Favorit auf den Posten galt, ist es eine Rückkehr an bekannte Wirkungsstätte. Bereits von 2006 bis 2014 war er als Assistent Löws bei der Nationalmannschaft tätig. Nach dem Gewinn des WM-Titels übernahm er dann für knapp zweieinhalb Jahre den Posten des DFB-Sportdirektors.

Kuntz von angeblichem DFB-Interesse geehrt

Abgeneigt zeigte sich aber auch Kuntz von einem Engagement als Trainer der A-Auswahl in der Vergangenheit nicht. "Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir das alles egal ist", sagte der 25-malige Nationalspieler angesprochen auf die Gerüchte um seine Person mit Blick auf den Bundestrainer-Job. "Dass ich überhaupt für einen der wichtigsten Trainer-Posten in Deutschland gehandelt werde, macht mich natürlich stolz." Nun hat sich der DFB jedoch anders entschieden, obwohl auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff selbst die Spekulationen immer wieder befeuert hatte, eine "interne Lösung" als Option deklarierte und seinen früheren Teamkollegen im DFB-Trikot als "starken Kommunikator", der beim Verband eine "hohe Wertschätzung" genieße, bezeichnete.

Laut Bild gab es sogar ein Versprechen von Bierhoff, dass Kuntz im Falle eines Abschieds von Löw einer der heißesten Anwärter auf den Posten sei. Die Wahl fiel jedoch auf Flick, was Kuntz nun offenbar zum Nachdenken anregte. Angesprochen auf seine Zukunftspläne und eine mögliche avisierte neue Herausforderung sagte er nur: "Nach Olympia nehme ich mir Zeit für ein kleines Resümee, und dann geht es mit dem neuen Jahrgang 2000 in die Qualifikation für die EM 2023."