09. Juni 2019 / 21:06 Uhr

Ü35 von Union Neuruppin verliert Pokalfinale: "Haben es selbst versaut" (mit Galerie)

Ü35 von Union Neuruppin verliert Pokalfinale: "Haben es selbst versaut" (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
In dieser Szene erzielt Union-Angreifer Alexander Redepenning die Führung. Am Ende jubelten aber die Garzer.
In dieser Szene erzielt Union-Angreifer Alexander Redepenning die Führung. Am Ende jubelten aber die Garzer. © Marius Böttcher
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Altherren-Kreispokal Prignitz/Ruppin: Der SV Garz-Hoppenrade behält nach einem nervenaufreibenden Spiel vom Elfmeterpunkt die Nerven.

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Altherren-Kreispokalfinale: SV Union Neuruppin - SV Garz-Hoppenrade 2:5 n.E. (2:2, 1:0). Tore: 1:0, 2:0 Alexander Redepenning (29., Strafstoßtor, 61.), 2:1, 2:2 Rene Raczkowski (66., 80.+7). Elfmeterschießen: 2:3 Daniel Klukas, 2:4 Rene Raczkowski, 2:5 Robert Schmidt.

Auch Tage nach der vermeidbaren Niederlage im Pokalendspiel der Ü35-Kicker überwog bei Alexander Redepenning die Enttäuschung. "Wir haben es selbst versaut, das müssen wir uns mit ein wenig Abstand eingestehen", erklärte der Angreifer des SV Union Neuruppin, der mit seinem Doppelpack am Freitagabend auf dem bestem Wege war, zum Pokalhelden zu avancieren. Durch den mehr als umstrittenen Ausgleich zum 2:2 in der siebten Minute der Nachspielzeit, als Rene Raczkowski vom Punkt traf, retteten sich die Oldies vom SV Garz-Hoppenrade aber doch noch ins Elfmeterschießen. Während die Prignitzer ihre drei Versuche nutzen konnten, versagten den Gildenhallern die Nerven. "Wir könnten es uns leicht machen und die Schuld auf den Schiedsrichter, der mehrfach fragwürdig entschieden hat, schieben. Im Endeffekt haben wir die Niederlage aber komplett selbst zu verantworten", gab Redepenning ehrlich zu.

Auf dem perfekt zu bespielenden Rasen in Wildberg legten die favorisierten Unioner vor 183 Zuschauern los wie die Feuerwehr und hatten durch Christian Prasse die ersten beiden hochkarätigen Möglichkeiten. Bei seinem Kopfball nach wenigen Sekunden waren es aber Garz-Keeper Matthias Prüms und die Latte, die den Treffer verhinderten, eine Viertelstunde später fand Prasse seinen Meister im rechten Pfosten. Auf der Gegenseite kam der Dritte der Altherren-Kreisklasse C im ersten Durchgang nur einmal ernsthaft vor das Unioner Gehäuse, doch nach einer feiner Kombination segelte der Abschluss von Rene Raczkowski doch deutlich am Tor vorbei. Weil sich die Teams aus dem Spiel heraus wenige Möglichkeiten erarbeiteten, musste ein ruhender Ball zur Führung für die Gildenhaller herhalten. Maik List setzte sich auf der rechten Seite gut durch, zog in den Strafraum, kreuzte seinen Gegenspieler und nahm den Kontakt dankend an. Den berechtigten Strafstoß nutzte Alexander Redepenning zum 1:0. "Für die Zuschauer war es sicherlich kein Hingucker, kleine Nickligkeiten ließen keinen Spielfluss zu und es wirkte alles eher krampfhaft", fand auch der Torschütze.

In Bildern: Altherren-Kicker des SV Garz-Hoppenrade gewinnen den Kreispokal.

Die Prignitzer behalten vom Elfmeterpunkt die Nerven und besiegen den SV Union Neuruppin. Zur Galerie
Die Prignitzer behalten vom Elfmeterpunkt die Nerven und besiegen den SV Union Neuruppin. © Marius Böttcher
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Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Garzer die Bemühungen in der Offensive, hatten bei einem Pfostenschuss von Raczkowski und einem Versuch von Daniel Klukas aber doppelt Pech. Nach gut einer Stunde - zu diesem Zeitpunkt recht überraschend - stellte abermals Redepenning mit dem 2:0 die Weichen endgültig auf Kreispokalsieg. Die sich nie aufgebenden Prignitzer hatten aber etwas dagegen und schlugen per direkt verwandeltem Freistoß vom emsigen Raczkowski, der stets ein Unruheherd in der Unioner Defensive war, zurück. Die folgenden Angriffsversuche konnten die Neuruppiner problemlos abwehren - bis in die vierminütige Nachspielzeit, die bereits abgelaufen war.

Dann hob Schiedsrichterassistent Jürgen Klose nach einer Freistoßeingabe der Garzer zur Überraschung aller seinen Wimpel und signalisierte Referee Christian Reisinger (Berger SV), dass er ein Foulspiel im Strafraum gesehen hat. Nach kurzer Besprechung zeigte der Unparteiische auf den Punkt, Garz-Stürmer Raczkowski bedankte sich in der 80.+7 (!) Minute mit dem Ausgleich. "Die Elfmeterentscheidung war ein Witz. Noch mehr hat mich aber geärgert, dass er direkt nach dem Tor abgepfiffen hat, obwohl wir nochmal wechseln wollten und es dem Trio auch signalisiert hatten", verriet Alexander Redepenning, dass die Unioner ihre etatmäßigen Schützen für die endgültige Entscheidung vom Punkt bringen wollten.

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Dieser Bitte kam das Gespann aber nicht mehr nach, "anstatt beispielsweise mir und Maik List, mussten welche ran, die sonst nie einen Elfmeter schießen". Und tatsächlich zitterten Sebastian Svenßon (über das Tor), Sven Erhardt (pariert) und Jens Friedrich (über das Tor) die Knie, während die Garzer allesamt die Nerven behielten. Während die Prignitzer samt ihren Fans eine Jubeltraube bildeten, schüttelten die Unioner ob der kuriosen Schiedsrichterentscheidungen den Kopf, blieben dabei aber absolut fair und gratulierten ihrem Nachfolger zum Titelgewinn. "Garz hat sich nie aufgegeben und auch dank der tollen Unterstützung ihrer Fans die zweite Luft bekommen und sich das vielleicht auch verdient. Besonders bitter ist es für die, die zum ersten Mal so ein Finale gespielt haben. Wir haben innerhalb von fünf Tagen die Saison verspielt, erst die Chance auf die Meisterschaft, jetzt den Pokal. Wir dürfen ein 2:0 nicht mehr aus der Hand geben, auch wenn der Schiedsrichter mit seiner Selbstdarstellung und seiner fehlerhaften Wahrnehmung in einigen Situationen ebenfalls einen Anteil daran hatte", resümierte Alexander Redepenning.

Neben dem SV Garz-Hoppenrade gab es am Freitagabend noch einen zweiten Gewinner: TuS Wildberg. Der kleine Verein hat das Vertrauen für die Ausrichtung dieses Endspiels in vielerlei Hinsicht zurückgezahlt. Zwei Bierwagen, Köstlichkeiten vom Grill, ein wunderbares Geläuf, Moderation und der von Heizungsbauer Uwe Fehr gesponserte Spielball waren nur einige Dinge, die perfekt organisiert waren. "Mehr geht nicht", zog auch Redepenning seinen Hut und ergänzte: "Die Wildberger waren der ideale Gastgeber. Besser kann man das Drumherum bei so einem Endspiel nicht sein."

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