21. Juli 2020 / 16:14 Uhr

Über 2021 hinaus: Schmadtke macht in Wolfsburg weiter, VW freut's

Über 2021 hinaus: Schmadtke macht in Wolfsburg weiter, VW freut's

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schmadtke Witter
Verstehen sich: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg, und Frank Witter (r.). © Roland Hermstein/Boris Baschin
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Vor über zwei Jahren war Frank Witter beim VfL Aufsichtsratschef geworden, kurze Zeit später holte der VW-Finanzvorstand Jörg Schmadtke zum Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und machte ihn zum Manager. Schmadtke wird demnächst seinen Vertrag verlängern, was wiederum Witter freut. Und: Witter will auch nach seinem Ausscheiden bei VW beim VfL weitermachen.

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Jörg Schmadtke macht gerade Urlaub, aber auch da behält der VfL-Manager die Kaderplanung des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten für die neue Saison fest im Blick. Es wird nicht der letzte Sommer beim VfL sein, in dem er zusammen mit Sportdirektor Marcel Schäfer neue Spieler holt oder welche verkauft. Denn Anfang des Monats hatte der 56-Jährige gesagt, dass er seinen 2021 auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängern wird. Bei Klubeigner VW freut man sich darüber. VfL-Aufsichtsratschef und VW-Finanzvorstand Frank Witter lobt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER: „Man kann schon deutlich seine Handschrift lesen.“

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"Zusammenarbeit macht Spaß"

„Fast alle Spieler, die zuletzt geholt wurden, haben ihren Platz in der Mannschaft gefunden und sind ein Teil des mittlerweile stabilen Gefüges bei uns“, fügt Witter hinzu. Als Schmadtke vor zwei Jahren übernahm, machte er VfL-Meisterspieler Schäfer zum Sportdirektor. Als das Duo loslegte, war die Not beim Fast-Absteiger groß, doch Schmadtke und Schäfer schafften es zusammen mit dem damaligen Trainer Bruno Labbadia (jetzt Hertha BSC), den VfL wieder nach oben zu führen. Sie holten Top-Spieler wie Torjäger Wout Weghorst (Alkmaar) oder Jerome Roussillon (Montpellier), im Sommer 2019 verpflichteten sie dann etwa Xaver Schlager (Salzburg) und Kevin Mbabu (Bern), im Januar 2020 Marin Pongracic (Salzburg) – drei, die das Team ebenfalls besser machten.

Für die nun bevorstehende Verlängerung von Schmadtkes auslaufendem Vertrag habe es nicht lange gebraucht. „Wir sprechen ja regelmäßig, irgendwann haben wir gesagt, wir müssen uns auch mal wegen seines Vertrages unterhalten und haben uns auf den Sommer verständigt.“ Bei diesem Gespräch habe man sich gegenseitig „versichert, dass die Zusammenarbeit Spaß macht und dass es gut läuft – und dass es daher sinnvoll wäre, wenn wir gemeinsam weitermachen. Jetzt müssen wir noch die Details zu Ende bringen. Wir haben da auch schon einen Termin im Auge, wir werden das nach unseren Urlauben machen.“

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Fällt für mehrere Monate aus: Xaver Schlager. Foto: Erwin Scheriau/APA Zur Galerie
Fällt für mehrere Monate aus: Xaver Schlager. Foto: Erwin Scheriau/APA ©

"Hinbekommen, was wir wollten"

Der 61-Jährige wird VW-intern gern als verbindlich und geradeaus charakterisiert. Einer, mit dem man reden könne – keiner, der als Besserwisser daherkommt. Zudem hat er reichlich Fußball-Erfahrung, absolvierte für den OSV Hannover zwischen 1979 und 1981 76 Zweitliga-Partien. Einer, der Schmadtke unbedingt wollte – und ihn auch bekam. „Wir haben mit ihm genau das hinbekommen, was wir wollten – nämlich die Stabilisierung der Mannschaft und des Vereins. Es funktioniert ja in der gesamten Geschäftsführung und natürlich auch mit Marcel Schäfer. Das sind dann gute Rahmenbedingungen, um das Projekt fortzusetzen.“

Im April 2018 war der VW-Mann beim VfL Aufsichtsratsvorsitzender geworden – der VfL hatte im Jahr zuvor den Klassenerhalt erst in der Relegation geschafft. Auch bei Witters Dienstantritt steckte der Klub in größten Schwierigkeiten. Es ging erneut gegen den Abstieg, der einstige Champions-League-Teilnehmer musste am Ende wieder in die Relegation, meisterte die jedoch gegen Holstein Kiel. Danach übernahm Schmadtke.

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Witter will weitermachen

Die Zusammenarbeit mit dem Ex-Profi, der auch mal grummelig und kauzig sein kann und mit allen Wassern gewaschen ist, passe. „Wir haben es mit einer Branche zu tun, die dynamisch ist, es geht um viel Geld und um starke Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit“, sagt Witter über den speziellen Typen Schmadtke. „Jörg Schmadtke steht für eine klare Meinung. Sie wissen immer, wo sie mit ihm stehen – das finde ich extrem gut. Er hat ein klares Bild, ist ein messerscharfer Beobachter.“ Man habe „einen kurzen Draht, er weiß, wann wir sprechen müssen und kennt meine Erwartungshaltung. Ich glaube auch, dass er hier sehr gut angekommen ist, auch seine Frau fühlt sich wohl. Das passt alles.“

Es passt so gut, dass auch Witter überlegt, als AR-Chef des VfL weiterzumachen - obwohl er im nächsten Sommer aus dem VW-Vorstand ausscheiden wird. "Ich kann mir das grundsätzlich vorstellen", so Witter. "Man muss jedoch schauen, wie die Rahmenbedingungen sind, was der VfL möchte und was die VW-AG möchte." Gespräche darüber seien jedoch noch keine geführt worden.