24. Mai 2022 / 23:13 Uhr

"Über die Kotzgrenze hinausgegangen": Kaiserslautern nach Zweitliga-Aufstieg zwischen Stolz und Partylaune 

"Über die Kotzgrenze hinausgegangen": Kaiserslautern nach Zweitliga-Aufstieg zwischen Stolz und Partylaune 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Spieler des 1. FCK feierten nach dem Schlusspfiff. Trainer Dirk Schuster war begeistert von dem Auftritt. 
Die Spieler des 1. FCK feierten nach dem Schlusspfiff. Trainer Dirk Schuster war begeistert von dem Auftritt.  © IMAGO/Eibner
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Der 1. FC Kaiserslautern ist nach vier Jahren Abstinenz zurück in der 2. Bundesliga. Trainer Dirk Schuster, der das Team erst vor der Relegation übernommen hatte, zeigte sich vom Kämpferherz seiner Schützlinge beeindruckt. Diese zeigten sich in Partylaune.

Als die überglücklichen Profis des 1. FC Kaiserslautern nach der ersehnten Rückkehr in die 2. Bundesliga ausgelassen über den Rasen tanzten und mit ihren Fans "Nie mehr dritte Liga" sangen, waren ihre tief enttäuschten Rivalen von Dynamo Dresden längst mit hängenden Köpfen in den Stadion-Katakomben verschwunden. Durch das 0:2 (0:0) im Relegationsrückspiel am Dienstagabend vor 30.530 Zuschauern müssen die Sachsen wie 2006, 2014 und 2020 in die 3. Liga absteigen und zudem nach einem Pyrofeuerwerk ihrer Fans kurz vor Schluss mit einem juristischen Nachspiel rechnen.

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Für die Pfälzer endet dagegen eine vierjährige Leidenszeit in der Drittliga-Tristesse. Daniel Hanslik in der 59. Minute und Philipp Hercher (90.+2) erzielten die umjubelten Tore zum Sieg, der nach dem torlosen Hinspiel den Ausschlag gab. "Das ist ein geiles Gefühl. Die ganze Region hat danach gelechzt. Wir haben alles in das Spiel hinein gefeuert und ich bin sehr stolz, dass wir den Menschen dieses Geschenk machen konnten", sagte FCK-Trainer Dirk Schuster bei Sat.1. Der 54-Jährige war erst kurz vor der Relegation für Marco Antwerpen verpflichtet worden. "Wir haben das vollendet, was er mit vorbereitet hat", betonte Schuster.

Bei Sky hob der neue Übungsleiter des Aufsteigers das Kämpferherz seiner Profis hervor. "Wir sind diszipliniert gewesen und haben auch ein bisschen Glück gehabt bei der ein oder anderen Chance von Dresden", sagte Schuster: "Wir sind heute über die Kotzgrenze hinausgegangen." Der 54-Jährige konnte bei seiner Bewertung der ersten beiden Pflichtspiele unter seiner Leitung nur Positives finden: "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Chapeau für die zwei Spiele, die sie hier geliefert hat", erklärte ein glücklicher Coach weiter.

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Seine Profis waren unmittelbar nach Abpfiff in Feierlaune. Hikmet Ciftci sprach von einem "Geschenk von uns für den Verein und die Fans". Kevin Kraus jubelte: "Es sind absolute Glücksgefühle. Wir haben uns das dieses Jahr einfach verdient". Der Innenverteidiger versprach zudem eine Party "bis zum Verlust der Muttersprache".

Dazu passt die Stimmung in der Heimat: 7500 Fans feierten den Aufstieg am Dienstag auf dem Betzenberg. Die Atmosphäre beim Public Viewing in der Heimstätte der Pfälzer erreichte beim Hercher-Tor zum 2:0-Endstand ihren Höhepunkt. "Das ist nicht normal", sagte FCK-Stürmer Terrence Boyd zu den Bildern aus dem Fritz-Walter-Stadion. "Die Fans machen 90 Prozent aus."