03. April 2020 / 16:01 Uhr

Über Homburg in die 2. Liga? Das macht Ex-96-Talent Maurice Springfeld heute

Über Homburg in die 2. Liga? Das macht Ex-96-Talent Maurice Springfeld heute

Dirk Drews
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
2015 feierte er mit Hannover 96 den U19-DFB-Pokalsieg, heute spielt Maurice Springfeld beim Regionalligisten FC Homburg 08.
2015 feierte er mit Hannover 96 den U19-DFB-Pokalsieg, heute spielt Maurice Springfeld beim Regionalligisten FC Homburg 08. © imago images/Jan Huebner / imago images
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Im der Sommervorbereitung trainierte Maurice Springfeld noch bei den Profis von Hannover 96 mit. Mittlerweile kickt er in der Regionalliga beim FC Homburg 08. Aktuell ist er aufgrund der Corona-Zwangspause wieder im heimischen Obershagen bei Uetze - und spricht über seine Zukunftspläne.

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Am vergangenen Montag wollte Uwe Springfeld ursprünglich vor dem Fernseher seine Beine hochlegen. Auf Sport1 sollte sein Filius Maurice im Dress des FC Homburg 08 bei der Liveübertragung des Spiels der Regionalliga-Südwest gegen den SV 07 Elversberg zu sehen sein.

Das Coronavirus machte dem gemütlichen TV-Abend jedoch einen Strich durch die Rechnung. Vater und Sohn sind aufgrund der Pandemie dafür nun im heimischen Obershagen, einem Uetzer Ortsteil, wieder zusammengekommen.

Springfeld hält sich in der Zwangspause fit

Maurice Springfeld, den es im vergangenen Jahr vom U23-Team von Hannover 96 zum ehemaligen Bundesligisten ins Saarland in die 42.000-Einwohnerstadt zog, schlägt in der Zwangspause bei seinen Eltern die Zelte auf – und hält sich im 1.048-Seelen-Dorf an der Aue fit. „Ich habe gerade einen 7,5 Kilometer langen Waldlauf Richtung Dachtmissen und auch rund um die Obershagener Kieskuhle unternommen. Und das in weniger als einer halben Stunde“, sagt der ­21-jährige Jungprofi, noch etwas außer Atem.

Sein Athletiktrainer in Homburg hat dem gebürtigen Obershagener einen individuellen Trainingsplan mitgegeben. „Ich habe bestimmte Übungen zu absolvieren, die mit einer GPS um den Brustkorb kontrolliert werden. Eine App zeichnet alles auf“, sagt Maurice Springfeld.

Diese Eigengewächse konnten sich bei Hannover 96 nicht durchsetzen - und das machen sie heute

<b>Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96):</b> Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. Zur Galerie
Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96): Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. ©

Der nächste Schritt? "Habe Angebote aus der zweiten Liga"

Trotz des Fußballstopps bereitet er sich professionell vor – und den Traum des Profisportlers will der 1,84 Meter große Abwehrspieler auch weiter verwirklichen: „Ich konzentriere mich ganz auf die berufliche Laufbahn als Fußballer.“ Beim FC Homburg 04, der vom ehemaligen Bundesliga-Spieler Jürgen Luginger (FC Schalke 04, Hannover 96) trainiert wird, gehört Springfeld zu einer reinen Profimannschaft, die sich mit Traditionsklubs wie Kickers Offenbach oder dem 1. FC Saarbrücken misst.

Als Innenverteidiger hat sich der Niedersachse nach langer Verletzungspause (Fehlstellung der Kniescheibe) beim Tabellenvierten der Regionalliga Südwest inzwischen als Stammspieler etabliert. „Der Verein hat mir bereits ein Angebot gemacht, den Vertrag über den 30. Juni hinaus zu verlängern. Eventuell werde ich aber den nächsten Schritt wagen, ich habe Angebote aus der dritten und zweiten Liga bekommen“, verrät der talentierte Fußballer, der vor der Saison noch die Vorbereitung bei Hannover 96 bestritt.

Springfeld trainierte schon bei den 96-Profis

„Ich habe beim Profikader mittrainiert und den ersten Test der Roten gegen den HSC Hannover absolviert, aber auch aufgrund von Verletzungen zerschlug sich der Sprung zu den Profis“, sagt er. „Deshalb habe ich auch den Schritt in die Ferne gewagt. Ich wollte ganz woanders Spielpraxis sammeln“, sagt der Defensivspezialist, der das Talent von seinem Vater mit in die Wiege gelegt bekommen hat.

Uwe Springfeld, zuvor Coach des TSV Hänigsen sowie FC Neuwarmbüchen und aktuell Trainer des SV Sorgensen, war einst als Stürmer beim TSV Eintracht Obershagen, TSV Friesen Hänigsen und Heeßeler SV am Ball – und im Trikot des MTV Eintracht Celle sogar Torschützenkönig der Bezirksliga Lüneburg. „Leider hat mein Sohn nicht die Torgefährlichkeit wie ich“, sagt Springfeld Senior mit einem Augenzwinkern.

Das sind die jüngsten Bundesliga-Debütanten von Hannover 96:

Allan Saint-Maximin. Zur Galerie
Allan Saint-Maximin. ©

Kapitän beim DFB-Pokalsieg mit der U19

Der kopfballstarke Sohn schwebt aber auch in ganz anderen Regionen: Als 18-jähriger Kapitän führte Maurice Springfeld 2017 das von Daniel Stendel gecoachte A-Junioren-Bundesliga-Elf von Hannover 96 ins Olympiastadion in Berlin, um nach der Partie die Trophäe des DFB-Junioren-Pokalsiegers in die Höhe zu stemmen.

Der Auswahlspieler, der einst beim Heeßeler SV als sechsjähriger G-Junior zum ersten Mal gegen das Leder trat, zählte nach dem Pokaltriumph zu den Leistungsträgern im U23-Regionalligateam von 96 – bevor der Weg Richtung französische Grenze eingeschlagen wurde.

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"Ich hoffe, dass die Saison fortgesetzt werden kann"

Um seinen Sohn vor Ort im Homburger Waldstadion bei Spielen vor meist mehr als 1000 Zuschauern unter die Lupe zu nehmen, bewältigte Uwe Springfeld die fast 500 Kilometer weite, fünfeinhalbstündige Autofahrt ins Saarland zuletzt zur Regionalligapartie gegen den Balinger SC (2:1) – das war am 7. März. War es zugleich auch das vorerst letzte Punktspiel?

„Ich hoffe, dass die Saison noch fortgesetzt werden kann“, unterstreicht Maurice Springfeld, der sich in seinem „Heimaturlaub“ zurzeit aber alles andere als auf die faule Haut legt und mit Kraftübungen und dem „Rundendrehen“ um den Obershagener Kiesteich ein vorbildlicher Profifußballer ist.