06. Februar 2020 / 12:27 Uhr

„Über Saison hinaus“ - Chemnitz Torjäger Hosiner zu Vertragsgeheimnis

„Über Saison hinaus“ - Chemnitz Torjäger Hosiner zu Vertragsgeheimnis

dpa
Simon Handle (Köln, links) im Zweikampf mit Philipp Hosiner (Chemnitz) , rechts Matti Langer (Chemnitz) und Jonas Carls (Köln) 
Fußball 3.Liga 2019/20 Chemnitzer FC - Viktoria Köln 2:2 am 25.1.2020
Simon Handle (Köln) im Zweikampf mit Philipp Hosiner (Chemnitz) neben Matti Langer (Chemnitz) und Jonas Carls (Köln)(v. l. n. r.). © Frank Kruczynski
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Philipp Hosiner ist im Abstiegskampf der Dritten Liga die Lebensversicherung für den Chemnitzer FC. Trotz seiner überragenden Quote sieht der Stürmer seine sportliche Zukunft weiterhin beim Chemnitzer FC.

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Chemnitz (dpa) – Um die Vertragslaufzeiten seiner Spieler macht der Chemnitzer FC gern ein Geheimnis. Auch bei der Verpflichtung von Philipp Hosiner im September 2019 verzichtete der Fußball-Drittligist auf diese Angabe. Mit 13 Toren in seinen bislang 15 Einsätzen hat sich der Österreicher schon längst in die Herzen der CFC-Fans geschossen. Die Sorge unter den Anhängern, dass der Stürmer den Club im Sommer womöglich ablösefrei verlassen könnte, ist groß. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur lüftete Hosiner nun das Geheimnis. „Fakt ist, dass ich hier einen Vertrag über die laufende Saison hinaus habe“, sagte der 30-Jährige.

Hosiner macht einen zufriedenen Eindruck - was nicht nur an seiner überragenden Quote liegt. Er identifiziert sich mit Club und Umfeld. „Ich bin hierher gekommen, um Tore zu schießen. Wenn man sieht, dass ich in den letzten Jahren höherklassig gespielt habe, könnte man meinen, dass Chemnitz ein Schritt zurück war“, sagte Hosiner. Doch das ist beim Angreifer offensichtlich nicht der Fall: „Ich wollte wieder Spielpraxis sammeln und beweisen, dass ich die Qualität für diese Liga und für höhere Aufgaben habe. Ich bin froh, dass es so gut klappt und dass es mir beim CFC so viel Spaß macht.“

Verein profitiert von Hosiner

Andersherum hat auch der Verein viel Freude an Hosiner. „Genau so einen Mann braucht unsere sehr junge Mannschaft. Er ist extrem abgezockt und clever“, hatte Trainer Patrick Glöckner schon nach der Hinrunde die Qualitäten und die tadellose Einstellung seines Torjägers gelobt: „Wenn ein Spieler, der schon Champions League und Bundesliga gespielt hat und einen riesigen Erfahrungsschatz besitzt, diese Einstellung vorlebt, dann ziehen die anderen mit.“

1860 München, SV Sandhausen, Austria Wien, Stade Rennes, der 1. FC Köln, Union Berlin oder zuletzt Sturm Graz: Hosiner ist schon weit gereist. Umso überraschender schien sein Wechsel im Herbst zu den Sachsen. Sportlich hing der CFC abgeschlagen im Tabellenkeller, der Verein produzierte viele Negativ-Schlagzeilen. „Ich hatte mir darüber natürlich Gedanken gemacht, aber ich wollte mich voll auf den Sport konzentrieren. Egal wie unruhig das Umfeld auch ist: Fußball wird jede Woche gespielt. Die vielen Nebengeräusche habe ich von Anfang an alle ausgeblendet“, sagte Hosiner: „Vielleicht war es auch ganz gut so, dass gleich alles zusammengekommen ist.“

Glöckner bringt Stabilität

Nur zwei Tage nach seiner Unterschrift in Chemnitz traten der damalige Trainer David Bergner und Sportdirektor Thomas Sobotzik zurück. Laut Hosiner ging es seitdem aber „in die richtige Richtung“. Mit der Verpflichtung von Patrick Glöckner kehrten Erfolg und Stabilität zurück. „Damit meine ich nicht nur die Spielweise der Mannschaft, sondern auch die Strukturen im Verein. Er hat auch einige Dinge rund um das Team umgekrempelt, um noch professioneller zu werden“, sagte Hosiner.

Mit Glöckner auf der Trainerbank und dem treffsicheren Hosiner auf dem Platz haben die Chemnitzer den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze inzwischen wieder hergestellt. Aus den ersten beiden Spielen nach der Winterpause holte der CFC vier Punkte. Beim 2:1 am vergangenen Wochenende in Meppen traf Hosiner doppelt.

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Am Sonntag können die Himmelblauen mit einem Heimsieg gegen den Halleschen FC den nächsten kleinen Schritt in Richtung Klassenverbleib machen. Dass der HFC seit fünf Ligaspielen sieglos ist und am Dienstag im Landespokal bei Regionalligist Halberstadt scheiterte, will Hosiner nicht überbewerten. „Grundsätzlich ist es immer gut, wenn der Gegner verunsichert ist. Aber wir sollten uns nicht zu sehr mit Halle beschäftigen, sondern auf die eigenen Stärken konzentrieren“, sagte der Offensivspieler.

Daraus, dass er gern noch einmal höherklassig spielen würde, macht Hosiner übrigens kein Geheimnis. Am liebsten mit dem CFC – das wird zwischen den Zeilen deutlich: „Wenn wir drin bleiben, für das nächste Spieljahr eine gute Mannschaft zusammenbekommen und stabiler werden, ist es nicht ausgeschlossen, auch mal nach oben zu schielen. In der Dritten Liga ist bekanntlich vieles möglich.“

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