08. Juni 2019 / 20:44 Uhr

Überlegener Eurobowl-Sieg: Potsdam Royals zerlegen Amsterdam Crusaders (mit Galerie)

Überlegener Eurobowl-Sieg: Potsdam Royals zerlegen Amsterdam Crusaders (mit Galerie)

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Potsdam Royals gewannen durch ein 62:12 gegen die Amsterdam Crusaders den Eurobowl.
Die Potsdam Royals gewannen durch ein 62:12 gegen die Amsterdam Crusaders den Eurobowl.
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American Football: Die Potsdam Royals gewinnen im heimischen Stadion Luftschiffhafen den wichtigsten europäischen Wettbewerb. Den überforderten Gegner Amsterdam Crusaders schickten die Königlichen mit einem deutlichen 62:12 nach Hause. Allerdings überschattete eine schwere Verletzung den zweiten europäischen Titel der Potsdamer.

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Was für eine Machtdemonstration: Mit einem 62:12 (42:0) sicherten sich die Potsdam Royals den größten Erfolg ihrer noch jungen Vereinsgeschichte. Die Königlichen gewannen am Samstagabend den Eurobowl, den höchsten Wettbewerb auf europäischer Ebene. Damit holten die Royals nach der EFL 2018, dem zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb, nun sogar den zweiten kontinentalen Titel innerhalb von zwei Jahren.

Kuriose Snaps im ersten Viertel

Dabei begann das Spiel mit einem Verletzungsschock für die Königlichen. Der schwedische Wide Receiver Jacob Dahre wurde unerlaubterweise in der Endzone festgehalten und dabei verletzt. Wie sich wenig später herausstellte, riss er sich die Achillessehne, die Saison ist höchstwahrscheinlich für ihn beendet. Im anschließenden Spielzug trug Runningback Gennadyi Adams den Ball in die Endzone der Gäste - die ersten sechs Punkte für die Königlichen vor den rund 2300 Zuschauern im Stadion Luftschiffhafen nach gut zwei Minuten.

Potsdam Royals gewinnen Eurobowl gegen die Amsterdam Crusaders mit 62:12.

Mit einem souveränen 62:12 gewinnen die Potsdam Royals den Eurobowl gegen die Amsterdam Crusaders. Gennadyi Adams (14), Timothy Knüttel (12), Michael Reynolds (12), Jan Schewitza (6), Frederik Myrup-Nielsen (6), Keevan Lucas (6) und Hannes Werner (6) erzielten die Punkte für die Royals. Zur Galerie
Mit einem souveränen 62:12 gewinnen die Potsdam Royals den Eurobowl gegen die Amsterdam Crusaders. Gennadyi Adams (14), Timothy Knüttel (12), Michael Reynolds (12), Jan Schewitza (6), Frederik Myrup-Nielsen (6), Keevan Lucas (6) und Hannes Werner (6) erzielten die Punkte für die Royals. © Gerhard Pohl
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Im Anschluss kam es zu kuriosen Szenen: Zunächst verpatzten die Potsdamer den Snap für den Extrapunkt - der verletzte Dahre ist eigentlich der Holder, für ihn sprang Enrico Stiegemann ein -, sodass Kicker Hannes Werner nicht seinen Kick anbringen konnte. Doch die Kreuzritter (dt. für Crusaders) machten bei ihrem allerersten Versuch des Spiels den gleichen Fehler. Royals-Defensivspieler Michael Reynolds schnappte sich den freien Ball und trug ihn in die Endzone - 12:0. Danach machte Adams noch zwei Extrapunkte, nach gut zweieinhalb Minuten führten die Royals schon 14:0.

In diesem Tempo machten die Gastgeber weiter: Einen langen Pass von Quarterback Paul Zimmermann fing Widereceiver Frederik Myrup-Nielsen sicher, nach dem Extrapunkt durch Werner gingen die Royals nach gut fünf Minuten mit 21:0 in Front. Die überfordert wirkenden Gäste leisteten sich weitere Unzulänglichkeiten: Einen Pass von Quarterback Jasper Nijland fing Potsdams Marko Bates zur Interception. Den anschließenden Ballbesitz nutzte Adams zu seinem zweiten Touchdown des Tages, Werner erhöhte mit seinem zweiten Extrapunkt auf 28:0 (7. Minute), zugleich der Zwischenstand nach dem ersten Viertel.

Team verabschiedet sich von Dahre

Große Geste während der Viertelpause: Headcoach Michael Vogt beorderte sein komplettes Team zum Krankenwagen am Spielfeldrand, in welchem der verletzte Receiver Jacob Dahre wenig später ins Krankenhaus gefahren wurde.

Kuriose Szene gleich zu Beginn des zweiten Viertels: Einen langen Pass von Zimmermann bekam ein Amsterdamer Defensivspieler in der Endzone an den Rücken. Den Abpraller fing Keevan Lucas einhändig bevor der Ball den Boden berührte - Touchdown. Mit dem Extrapunkt durch Werner hieß es 35:0, nur 33 Sekunden nach Wiederanpfiff des zweiten Viertels.

42:0 zur Pause

Danach schienen sich die Royals ihrer Sache sehr sicher zu sein, teilweise schickte Trainer Michael Vogt die zweite Reihe auf den Platz, was den Spielfluss der Potsdamer sichtlich störte. Bei der komfortablen 35-Punkte-Führung und in Anbetracht der langen Saison allerdings nachvollziehbar. Trotzdem gelang Najim Hennig eine Interception gut drei Minuten vor der Halbzeit. Diese Chance ließ sich Timothy Knüttel nicht nehmen, mit einem starken Lauf gelang ihm das 41:0, Hannes Werner veredelte den Spielzug mit seinem Extrapunkt (21.) - es war zugleich der Halbzeitstand.

Dass der Gegner in der heimischen Liga derzeit bei einer Bilanz von 9:0 steht und sich bereits souverän für die Playoffs qualifiziert hat, sah man den Gästen bis dato nicht an. 1991 und 1992 gewannen sie sogar den Eurobowl, insgesamt war es ihr sechstes Finale im höchsten europäischen Wettbewerb. Allerdings wurde der Modus nach Querelen um die Austragung geändert, sodass die Potsdamer und die Amsterdamer direkt im Finale standen. Immerhin kamen die Gäste zu Beginn der zweiten Hälfte zu ihren ersten Punkten. An der 35-Yard-Linie war der Return der Niederländer eigentlich schon durch Jens Drygalla gestoppt, doch Ashneal Werleman konnte sich losreißen und rannte noch zum Touchdown. Die Snap-Probleme bei den Crusaders hielten allerdings an, den Extrapunkt versemmelten sie erneut.

Paul Zimmermann ist MVP

Auf der Gegenseite machte Defensivspieler Michael Reynolds seinen zweiten Touchdown, nachdem er einen Pass von Amsterdams Quarterback Jasper Nijland abgefangen hatte und über das halbe Feld rannte. Auch der Extrapunkt ging an die Potsdamer, sodass sie den Vorsprung wieder auf 42 Punkte ausbauen konnten. Und die Führung wuchs sogar noch weiter: Receiver Timothy Knüttel fing einen 50-Yard-Pass von Zimmermann zum Touchdown, der anschließende Kick wurde geblockt. Nach gut fünf Minuten im dritten Viertel stand es somit 55:6, zugleich der Endstand des Quarters. Mit viel Laufspiel nahmen die Royals anschließend viel Zeit von der Uhr, der Erfolg war völlig ungefährdet. Erst Recht nach dem Touchdown durch Defensivspieler Jan Schewitza nach einer Interception und dem anschließenden Extrapunkt durch Hannes Werner zum 62:6 knapp fünf Minuten vor dem Ende. Anschließend verkürzten die Gäste zwar noch auf 62:12, doch das Spiel war längst entschieden.

Potsdams Quarterback Paul Zimmermann wurde anschließend zum MVP gewählt. Freitag, 16.30 Uhr, feiern die Royals bei Intersport Olympia ihren Erfolg mit den Fans.

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