13. September 2021 / 15:09 Uhr

Übernimmt Interimstrainer Petry den MTV Gifhorn? "Hätte riesigen Spaß daran" 

Übernimmt Interimstrainer Petry den MTV Gifhorn? "Hätte riesigen Spaß daran" 

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Taktik-Tafel statt Fußballschuhe? Mario Petry (l.) coachte den MTV Gifhorn am Wochenende bei Eintracht Northeim.  
Taktik-Tafel statt Fußballschuhe? Gifhorns Mittelfeldspieler Mario Petry (l.) stand bei Eintracht Northeim erstmals als Trainer des Oberligisten an der Seitenlinie. © Sebastian Preuß
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Am Sonntag beim Auswärtsspiel bei Eintracht Northeim stand überraschend nicht Trainer Michael Spies an der Seitenlinie, sondern Mittelfeldspieler Mario Petry coachte den Fußball-Oberligisten beim 1:0-Sieg. Der 30-Jährige kann sich vorstellen, das Amt dauerhaft zu übernehmen.  

Ob und wie es bei Fußball-Oberligist MTV Gifhorn mit Michael Spies weitergeht, dazu wollte sich der Verein am Montag noch nicht äußern, kündigte aber eine Entscheidung in den kommenden Tagen an. Es scheint, als würden sich die Wege des MTV und dem 56-jährigen Ex-Profi, der den Verein vor knapp dreieinhalb Jahren übernommen hatte, trennen. Am Sonntag stand Mittelfeldspieler Mario Petry an der Seitenlinie und feierte einen Last-Minute-1:0-Sieg bei Schlusslicht Eintracht Northeim. „Es war keine einfache Woche für uns alle, es fiel eine riesige Last von uns ab“, so Interimstrainer Petry, der sich freute, dass sein Input der Mannschaft direkt zum Sieg verhalf. Aber: „Viel mehr freut es mich für die Mannschaft, das sie sich am Ende noch belohnen konnte.“

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Die Partie begann fast mit einem Traum-Einstand für Petry an der Seitenlinie. Kurz nach Spielbeginn chippte Marvin Luczkiewicz den Ball hinter die gegnerische Abwehrreihe, Passempfänger Lasse Denker wurde im Strafraum gelegt, der Pfiff von Schiedsrichter Patrick Herbach blieb aber aus. „Für mich ein klarer Strafstoß“, so Petry. Große Torchancen gab es bis zur Pause nicht, viele Pässe wurden nicht sauber gespielt und „wir hatten etwas Probleme über die linke Seite“, so Petry.

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Am Dienstag leitete Spies zuletzt das Training der Gifhorner, anschließend wurde die Aufgabe in Petrys Hände gelegt, die Mannschaft auf die Auswärtspartie in Northeim einzustellen. Am Mittwochvormittag bereitete er sich vor, abends leitete Petry seine erste Trainingseinheit. Durch die Gegner-Analyse erwartete er Northeim mit einer Fünferkette, wurde aber überrascht. Sie liefen in einem 4-3-3 auf. „Von unserer Herangehensweise hat sich dadurch aber nichts geändert“, so Petry. Nach der Halbzeitpause erhöhten die Gifhorner das Tempo und den Druck auf Northeim, denn Coach Petry wusste, dass die Beine der Gastgeber nach der Partie am Mittwoch gegen Arminia Hannover (1:1) schwerer waren als die der Gifhorner.

Das Tor des Tages für den MTV fiel dann aber erst in der Nachspielzeit. Nach einer scharf getretenen Ecke des eingewechselten Luca Friederichs brachte der am zweiten Pfosten stehende Malte Leese den Ball per Kopf wieder ins Zentrum, wo Arne Jaeger stand und den Ball zum Sieg einschob. „Es ist immer ein bisschen Glück dabei, aber aus meiner Sicht war der Sieg sehr verdient. Wir haben ihn erzwungen“, so Petry.

Der MTV-Mittelfeldspieler sagte dem SPORTBUZZER Mitte April, dass er in den nächsten zwei, drei Jahren auf die Trainerbank wechseln möchte. Petry ist seit zwei Jahren im Besitz der A-Lizenz, mit der er Herren-Teams bis in die Regionalliga trainieren dürfte. Und er hatte schon ein verlockendes Angebot: Eintracht Braunschweig erkundigte sich beim 30-Jährigen als U15-Trainer des Drittligisten. Petry entschied sich aber, seine Spielerkarriere beim MTV fortzusetzen, eine Doppelfunktion wollte er nicht ausfüllen. Auch die U19 der Gifhorner hatte Petry in der vergangenen Saison nach der Trennung von Jan Rinkel für einige Trainingseinheiten übernommen.

Wie und mit wem es auf der Trainerbank beim MTV weitergeht, dazu wollte sich Petry nicht äußern. Er gab aber unmissverständlich zu verstehen, dass er kein Problem damit hätte, seine Spieler-Karriere zu beenden und dauerhaft an die Seitenlinie zu wechseln. „Ich hätte riesigen Spaß daran, das weiterzumachen!“ Ob es so kommen wird, das sei "eine Entscheidung des Vereins“.