16. Februar 2018 / 21:16 Uhr

"Überragendes Ergebnis": Die Gold-Bilanz von Deutschland zur Olympia-Halbzeit

"Überragendes Ergebnis": Die Gold-Bilanz von Deutschland zur Olympia-Halbzeit

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018.
Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018. © dpa/Montage
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Deutschland im Goldrausch zur Halbzeit bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang: Im Medaillenspiegel führt Deutschland mit neun Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen souverän. Wir ziehen die große Halbzeit-Bilanz.

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Die Sportwelt staunt: Die deutschen Starter verwöhnen ihre Fans mit einer unerwarteten Medaillenflut. Neunmal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze. Dabei ist noch nicht mal Halbzeit, doch die komplette Ausbeute von Sotschi (acht Gold, sechs Silber, fünf Bronze) ist fast erreicht und bei den Goldmedaillen übertroffen. „Die bisherigen Tage waren für Sportbegeisterte ein Geschenk. Das ist ein überragendes Ergebnis“, resümierte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig.

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Olympia 2018: Alle deutschen Medaillengewinner im Überblick

Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018. Zur Galerie
Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018. ©

Was sind die Gründe für die deutsche Erfolgswelle bei Olympia?

Der Neuaufbau: Nach dem Abschneiden von Sotschi wurden in einigen Sparten die Weichen neu gestellt. Beispiel Biathlon: Dort war 2014 mit zwei Medaillen die Enttäuschung groß. Es gab danach Veränderungen im Trainer- und Serviceteam – und in der Mannschaft. „Nach Sotschi hatten wir einen Neuaufbau mit jungen, hochtalentierten Athletinnen. Wir hatten einen Plan, wie wir die Mädels auf 2018 vorbereiten“, erzählt Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Die Konzentration: Schluss mit dem Gießkannenprinzip! Der Deutsche Skiverband (DSV) hat sich nach 2014 von der Strategie verabschiedet, alle Disziplinen gleichmäßig zu fördern. Opfer sind unter anderem die Freestyler. Die Disziplin Buckelpiste flog aus dem Fördertopf. Investitionen von 500 000 Euro pro Jahr für ein Team in dieser Sparte rechneten sich nicht. Stattdessen geht alle Kraft zum Skispringen, Ski alpin, Langlauf, zur Nordischen Kombination und zum Biathlon. Die Erfolge geben der Strategie recht, nur im Langlauf hapert es. Auch der DOSB setzte auf Konzentration. Betroffen waren zum Beispiel die Curler.

Ein Star: Ein Superstar tut jedem Team gut. Laura Dahlmeier ist so einer. Sie gewann bisher drei Medaillen – da kommt garantiert noch mehr. Einen Star wie Dahlmeier hatte Deutschland 2014 nicht im Team.

Die Psyche: Der gute Start mit Dahlmeiers Gold am ersten Wettkampftag beflügelte das Team. Der Druck ist weg, die Diskussion „Wann gibt’s endlich das erste Gold“ entfällt. Auf dieser Welle segelt das Team nun seit einer Woche.

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Die Konkurrenz: Dass russische Topstars nicht starten dürfen, hilft. Biathlet Anton Schipulin oder Rodlerin Tatjana Iwanowa waren Medaillenkandidaten. In Pyeongchang kursiert ein Scherz: Man solle doch die holländischen Eisschnellläufer sperren, dann gewinne Deutschland auch da Medaillen. Fakt ist: Je schwächer die Konkurrenz, desto größer die eigenen Chancen.

Das Material: Die Bobfahrer gehörten 2014 zu den Verlierern. Einst eine Medaillenbank, blieben sie ohne Edelmetall. Schuld waren Materialprobleme und Zoff im Team. Auch wenn man den Tag nicht vor den Abend loben soll (Bob beginnt am Sonntag): Das sollte diesmal nicht passieren. In Pyeongchang fährt jeder Pilot sein Wunschmaterial, da gibt es keine Ausreden.

Das Glück: Eric Frenzel hatte es bei seinem Triumph in der Nordischen Kombination. Beim Springen profitierte er von günstigen Windverhältnissen. Fortune hatte auch das Goldpaar Aljona Savchenko/Bruno Massot. Nach ihrer verpatzten Kurzkür profitierten sie davon, dass die Konkurrenz in der Kür Fehler machte. Sie gewannen mit 33 Hundertstelpunkten Vorsprung.

So war es bei Olympia 2018: Die schönsten Bilder der finalen Kür von Savchenko/Massot

Die Kür ihres Lebens: Wir zeigen euch die schönsten Bilder des Gold-Paares Savchenko/Massot im Eiskunstlauf. Zur Galerie
Die Kür ihres Lebens: Wir zeigen euch die schönsten Bilder des Gold-Paares Savchenko/Massot im Eiskunstlauf. ©

Die Euphorie-Bremse: Die Euphorie ist groß – DOSB-Präsident Alfons Hörmann vorsichtig. „Ich bin zuversichtlich, dass noch schöne Erfolge kommen. Aber ich warne, die ersten Tage hochzurechnen und zu sagen: Es kann nichts mehr schiefgehen.“