04. Mai 2019 / 19:06 Uhr

Überraschung am Kantatenweg: Spitzenreiter FC Blau-Weiß unterliegt LVB Leipzig 1:3

Überraschung am Kantatenweg: Spitzenreiter FC Blau-Weiß unterliegt LVB Leipzig 1:3

Stephan Wille
Leipziger Volkszeitung
Der ESV Delitzsch spielte gegen die Mannschaft des FC Blau-Weiß Leipzig am 09.06. 2018  im Stadion der Eisenbahner in Delitzsch.
Foto: Alexander Prautzsch
Es passiert in dieser Saison sehr selten, dass die blau-weißen Fußballer am Boden sind... © Archiv
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LVB Leipzig gewinnt überraschend das Leipziger Stadtderby in der Landesklasse Nord gegen Blau- Weiß Leipzig. Mit 3:1 bezwingen die Verkehrsbetriebe den Tabellenführer und fügen der Kaplick-Elf die erste Heimniederlage zu. „Man of the Match“ war der dreifache Torschütze Kevin Bockhorn.

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Kleinzschocher. Am 24. Spieltag empfing der Spitzenreiter der Landesklasse Nord, der FC Blau- Weiß Leipzig, zum Stadtderby die Sportgemeinschaft der Leipziger Verkehrsbetriebe. Die Mannschaft von Sven Hawranke und Olaf Kaplick steht sieben Spieltage vor Schluss mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Seit sechs Spielen sind die Blau-Weißen wieder unbesiegt, nachdem sie die einzige Saisonniederlage im März gegen Verfolger Zwenkau einstecken mussten. Besonders der knappe 3:4-Auswärtssieg in sprichwörtlich letzter Sekunde letzte Woche in Radefeld zeigt, dass Blau-Weiß dieses Jahr den nötigen Lucky-Punch zu besitzen scheint sowie auf das nötige Match-Glück Verlass ist, um aufsteigen zu können.

Die SG LVB belegt sieben Spieltage vor Schluss als Aufsteiger einen beachtlichen 8. Tabellenplatz. Nach einer schwachen Hinrunde mit nur neun Punkten aus 15 Spielen legten die Gäste einen blühenden Frühling mit fünf Siegen in Folge hin. Insbesondere die Auswärtssiege in Krostitz und Colditz zeigten, dass die Mannschaft von Thomas Goretzky die Qualität besitzt, die Klasse zu halten. Letzte Woche kassierte die SG allerdings eine bittere 0:1-Heimniederlage gegen den SV Liebertwolkwitz. Es riss nicht nur die Serie von zuletzt zehn Spielen ohne Niederlage, sondern der Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz schmolz zugleich auf sechs Punkte.

Traumtor brachte LVB in Führung

Blau-Weiß Leipzigs Stürmer Marcel Berndt hatte in der Anfangsphase zweimal die Führung auf dem Fuß und verpasste einen Start nach Maß für seine Mannschaft. In der 5. Minute stand er nach einem Querschläger von Raphael Menkel plötzlich allein halb rechts vor Torwart Sebastian Neumann, traf aber anschließend die falsche Entscheidung. Und vier Minuten später setzte sich Berndt nach einem langen Ball von Marko Arsenijevic gut durch, nachdem er zwei LVB-Abwehrspieler und Schlussmann Sebastian Neumann umkurvte. Letztendlich versprang ihm der Ball unglücklich.

Auch die Verkehrsbetriebe meldeten sich nach 18 Minuten mit einer ganz dicken Chance zu Wort und kamen immer besser ins Spiel. Eine Freistoßflanke fand am langen Pfosten Linksverteidiger Benjamin Bunge. Sein Kopfball aus sieben Metern ging nur knapp über das Tor.

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Nach zwanzig Minuten erzielte Kevin Bockhorn die überraschende Führung für die Gäste. Aus über 30 Metern sah er, dass FC-Keeper André Gehmlich etwas zu weit vor dem Tor stand und versuchte es per Heber. Mit einem Tor der Marke „Tor des Monats“ und seinem erstem Saisontor sorgte Bockhorn für das überraschende 0:1.

Nach der Führung rannte Blau-Weiß auf das LVB-Tor an und drängte auf dem Ausgleich. Aber weder Marcel Berndt noch Mittelfeldspieler Kevin Prochaska hatten das nötige Abschlussglück. In der 37. Minute wurde der Angriffsdruck der Gastgeber dann doch zu groß. Eine maßgenaue Freistoßflanke von Kapitän Ingo Steeb köpfte Tom Leischker wuchtig zum 1:1-Ausgleich ein.

Der Spitzenreiter war wenig Spitze

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich das Spiel ausgeglichener als im ersten Durchgang und die Mannschaft von Thomas Goretzky hatte in der 62. Minute großes Pech. Nach einer Ecke brachte Blau-Weiß den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Ein Klärungsversuch landete über einem LVB-Rücken an der Querlatte des FC-Gehäuses.

Der Spitzenreiter tat sich gegen einen zweikampfstarken Aufsteiger schwer. Die Kaplick-Elf hatte große Mühe, ihr Spiel durchzubringen und sich Chancen zu erspielen. In der 76. Minute gelang es Blau-Weiß, sich durchzukombinieren. Kevin Prochaska bediente mustergültig Till Stephan im Strafraum. Der ließ per Haken zwei LVBler stehen, scheiterte aber mit seinem Schuss aus zwölf Metern am glänzend aufgelegten Neumann im Gästetor.

Bockhorn läutete Auswärtssieg der Straßenbahner ein

In der Schlussphase lauerte die SG LVB auf Konter und krönte ihren starken Auftritt in der 84. Minute. Der eingewechselte Sebastian Heinz setzte sich über die linke Seite durch und drang in den Strafraum ein. Dort kam Hendrik Noseck einen Tick zu spät und holte Heinz von den Beinen. Den Elfmeter verwandelte Bockhorn sicher zum 1:2.

Den Schlusspunkt setzte wiederum Bockhorn, der eine Flanke von Heinz zum 3:1 in der Schlussminute einknöpfte und den Auswärtssieg sicherstellte. Die SG LVB fügte Blau-Weiß nicht unverdient die erste Heimniederlage zu und schaffte mit dem Dreier einen wichtigen Sieg für den Klassenerhalt. Blau-Weiß dagegen sorgte mit dem überraschenden Punktverlust für ein (wieder) offenes Titelrennen, denn der VfB Zwenkau gewann zeitgleich sein Heimspiel gegen Radefeld mit 3:1 Toren und lauert mit zwei Punkten Rückstand auf die Leipziger auf Rang zwei.

Die Trainerstimmen zum Spiel

Olaf Kaplick (FC Blau-Weiß Leipzig): „Verdient verloren.“

Thomas Goretzky (LVB Leipzig): „Es war die erwartet schwere Aufgabe gegen den Spitzenreiter. Wir haben mit zunehmender Zeit nach und nach ins Spiel gefunden. Es war ganz wichtig, dass wir mit dem 1:1 in die Pause gegangen sind. Wir haben dann auf Raute im Mittelfeld umgestellt, um im Zentrum kompakter zu stehen. In den richtigen Momenten haben wir dann die Tore erzielt.“

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