07. Januar 2020 / 08:53 Uhr

Überwältigende Resonanz beim Hockey Open Air in Dresden

Überwältigende Resonanz beim Hockey Open Air in Dresden

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Das Rudolf-Harbig-Stadion bot eine spektakuläre Atmosphäre.
Das Rudolf-Harbig-Stadion bot eine spektakuläre Atmosphäre. © Manfred Ertl
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Eva Wagner, Geschäftsführerin der veranstaltenden Event GmbH, und ihr Team ziehen ein überaus positives Fazit des Eishockey-Spektakels.

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Dresden. Die Tribünen im Harbig-Stadion sind wieder leer. Auf der Eisfläche, wo am vergangenen Sonnabend die Eishockey-Cracks der Dresdner Eislöwen und der Lausitzer Füchse sowie die beiden tschechischen Extraligisten Sparta Prag und Verva Litvinov vor insgesamt 32 009 Zuschauern die Kellen kreuzten, tummeln sich in dieser Woche Groß und Klein. Für Eva Wagner, Geschäftsführerin der eigens für die Veranstaltung gegründeten Event GmbH, ist also die Arbeit noch längst nicht abgeschlossen. Dennoch findet die 30-Jährige Zeit, um im DNN-Interview ein erstes Fazit zu ziehen, über die besonderen Herausforderungen durch die Wetterkapriolen und einen neuen Rekord zu sprechen.

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Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. Zur Galerie
Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. ©

Es war nach 2016 das zweite Open-Air-Event im Dynamo-Stadion. Wie zufrieden sind Sie?

Insgesamt können wir sehr zufrieden sein, sowohl mit der Zuschauerzahl, aber auch mit der Präsenz in Deutschland und Tschechien. So lagen die Einschaltquoten während der Live-Übertragung des MDR-Fernsehens im Durchschnitt bei 7,5 Prozent, in der Spitze sogar bei zehn Prozent. Das sind Zahlen, die Eishockey sonst eher selten erreicht. Unser Ziel, diesem Sport eine breite Bühne zu geben, ist durchweg erfüllt.

Was wissen Sie über die Aufmerksamkeit, die das Event in Tschechien erreicht hat?

Die war extrem hoch, fiel noch einmal größer aus als bei uns. Es waren alle Fernseh- und Rundfunkstationen, alle wichtigen Zeitungen und Zeitschriften vertreten. Das OpenAir war Spitzenmeldung und war auf allen Titelseiten das bestimmende Thema. Vor allem mit Sparta Prag, aber auch mit Litvinov haben wir eine unheimlich große Reichweite erzielt. In Prag hingen zum Beispiel im Vorfeld überall Plakate, obwohl ja Sparta nur die Gastmannschaft war. Man hat bei allen Beteiligten gemerkt, dass sie ganz viel Spaß bei der Sache hatten.

Für die Extraliga war es das erste Spiel außerhalb Tschechiens. Zählt dennoch die Zuschauerzahl für die Statistik?

Ja, die Liga in Tschechien hat inzwischen das schon als neuen Zuschauerrekord anerkannt.

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Welche unvorhergesehenen Herausforderungen mussten Sie aufgrund des Wetters bewältigen?

Das waren ganz viele (lacht). Es ging schon am Tag zuvor los. Aufgrund des Sturms mussten wir viele Aufbauten im Stadion verschieben, damit der Wind uns nicht alles wegfegt. Leider mussten wir dann bei der Einlaufshow einen Großteil unserer geplanten Pyro-Show weglassen und durften kein Höhenfeuerwerk zünden. Das war natürlich schade. Es gab auch viele andere permanente Herausforderungen. So signalisierten die Fernsehverantwortlichen, dass die Plexiglasscheiben durch den Regen nass sind. Wir mussten schnell Reinigungskräfte organisieren, die am Eis stehen und die Scheiben sauber reiben. Und so gab es vieles mehr, aber ich denke, wir haben alles gemeistert.

Sie hatten vorher mit einem Etat von rund 650 000 Euro geplant. Können Sie schon sagen, wie die wirtschaftliche Bilanz ausfällt?

Wir müssen jetzt erst die gesamten Abrechnungen abwarten. Sicher kommen aufgrund des Wetters noch einige zusätzliche Kosten obendrauf. Wir hoffen aber weiterhin, dass ein sechsstelliger Betrag übrigbleibt, der zum großen Teil den Eislöwen zugutekommt. Das war ja auch unser Ansatz von Beginn an.

Wenn Sie noch einmal zurückblicken, wie lange waren Sie mit der Planung und Vorbereitung des Events beschäftigt und wie viele Mitarbeiter waren beteiligt?

Die erste intensive Planungsphase lief von April bis Juli, danach war es etwas ruhiger, bevor wir im September wieder voll eingestiegen sind und jeden Tag mehrere Stunden im Einsatz waren. Das Kernteam bestand aus fünf Leuten, die für die verschiedenen Bereiche den Hut auf hatten. Beim Aufbau waren etwa 100 Mitarbeiter im Einsatz, am Eventtag waren es insgesamt zwischen 800 und 900.

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Für das OpenAir wurde eine Event GmbH gegründet. Bleibt die bestehen oder wird sie abgewickelt?

Wir hatten auch schon 2016 eine Extra-GmbH gegründet, die dann relativ schnell abgewickelt wurde. Man darf ja nicht vergessen, dass eine GmbH auch Geld kostet. Natürlich müssen jetzt erstmal alle Dinge einschließlich Steuererklärung erledigt werden. Wie es dann mit der GmbH weitergeht, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Planen Sie vielleicht schon ein neues Event?

Nein, eine Neuauflage würde nichts bringen. Man bräuchte eine völlig neue Idee, um erneut viele Menschen in den Bann zu ziehen. Mein Traum wäre ja, einmal ein solches Event in einem Tagebau zu veranstalten. Das fände ich cool, weil es ein geschichtsträchtiger Ort wäre.

Die Verantwortlichen der Lausitzer Füchse wollen ein solches Spektakel eventuell auch organisieren, vielleicht auf dem Lausitzring. Wie finden Sie das?

Wir haben uns vor ein paar Monaten schon darüber ausgetauscht. Ich finde die Idee gut und es ist super, wenn Vereine den Mut aufbringen, ein solches Event auf die Beine zu stellen. Es ist schließlich auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Der Lausitzring wäre sicher ein interessanter Ort.

Das Hockey Open Air liegt jetzt hinter Ihnen. Können Sie jetzt erstmal Urlaub machen?

Nein, keinesfalls. In dieser Woche sind noch einige Events auf dem Eis im Stadion geplant. Deshalb geht es noch intensiv weiter und danach warten schon wieder meine anderen Kunden auf mich.