14. Mai 2020 / 07:57 Uhr

Udine in der Coronakrise: Hannover 96 schreibt Walace-Million ab

Udine in der Coronakrise: Hannover 96 schreibt Walace-Million ab

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ist bei Udinese Calcio bisher nicht glücklich geworden: Ex-96er Walace.
Ist bei Udinese Calcio bisher nicht glücklich geworden: Ex-96er Walace. © 2019 Getty Images
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Hannover 96 stünde im Sommer eigentlich die erste von vier Raten zu, die Udinese Calcio für Brasilianer Walace überweisen muss. Doch der italienische Klub wird die fällige Million Euro wohl nicht zahlen.

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Es hat lange gedauert, bis Hannover 96 endlich einen Verein für ihn gefunden hatte. Walace war schwer verkäuflich, obwohl mit der Einnahme die 96-Transfers finanziert werden sollten. Schließlich war Udinese Calcio bereit, die 6 Millionen Euro Ablöse zu zahlen, die 96 für ihn auch an den Hamburger SV überwiesen hatte.

Allerdings vereinbarten die Italiener einen Ratenkauf – mit fünf Teilen. Eine Anzahlung und erste Rate von 2 Millionen Euro floss auch sogleich. Danach wird viermal jährlich eine Million Euro fällig.

Das waren die (bisher) teuersten Zugänge der Vereinsgeschichte von Hannover 96

Jonathas wechselte 2017 für neun Millionen Euro in die Landeshauptstadt. Damit ist er der teuerste Neuzugang, den Hannover 96 je verpflichtet hat. Zur Galerie
Jonathas wechselte 2017 für neun Millionen Euro in die Landeshauptstadt. Damit ist er der teuerste Neuzugang, den Hannover 96 je verpflichtet hat. ©

Udine besonders von der Coronakrise gebeutelt

Zum 30. Juni steht die nächste Rate aus – doch die hat der 96-Chef schon abgeschrieben. Martin Kind befürchtet, dass die besonders stark von der Corona-Pandemie gebeutelten Norditaliener die Million nicht überweisen können. „Ich beurteile den Zahlungseingang sehr defensiv“, sagt Kind. Das heißt: 96 muss im Haushalt mit einer Million Euro weniger als geplant auskommen.

96 musste bei allen Spielerverkäufen nach dem Abstieg den Abnehmern eine Ratenzahlung zugestehen. Von der rechnerischen Gesamteinnahme von etwa 20 Millionen Euro floss nur ein Drittel sofort in die 96-Kasse.

Bebou und Füllkrug: Raten schon vor Corona bezahlt

Für Ihlas Bebou (insgesamt 8,5 Millionen Euro) haben die Hoffenheimer ebenso wie Werder für Niclas Füllkrug (7 Millionen Euro) die fälligen Raten aber schon vor der Corona-Krise überwiesen.

Die finanziell schwer angeschlagenen Bremer wären ansonsten womöglich auch auf die Idee gekommen, die Rate auszusetzen – wie in einer Werbung für eine Bank mit dem sogenannten Wie-für-mich-gemacht-Kredit.

Das sind die teuersten Abgänge in der Geschichte von Hannover 96

<b>Ihlas Bebou:</b> 8,5 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim (2019) Zur Galerie
Ihlas Bebou: 8,5 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim (2019) © imago:

Walace im Corona-Krisengebiet: "Klar habe ich Angst"

Walace lebt mitten im Corona-Krisengebiet. „Es ist ein schwieriger Moment und auch ein bisschen gefährlich“, sagte der Mittelfeldspieler der Bild in einem Video. „Klar habe ich Angst.“ Der Brasilianer, immerhin Olympiasieger von Rio 2014, spielt bei den Italienern nicht die erhoffte Rolle. Von den letzten neun Begegnungen vor der Ligaunterbrechung im März saß er achtmal ohne Einsatz auf der Bank – und war nur einmal für 27 Minuten auf dem Rasen.

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Die Italiener sind unzufrieden mit dem Transfer, das erhöht nicht gerade die Zahlungsbereitschaft. Als 14. von 20 Klubs rangiert Udinese in der Tabelle auch nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz.

Muss 96 auch die nächsten Raten abschreiben?

Die Serie A will zwar wieder spielen, anvisiert wird der 13. Juni. Sollte Udinese gar nicht mehr für den 25-Jährigen zahlen können und sollten auch die folgenden Raten ausfallen, müsste 96 sogar 4 Millionen Euro abschreiben – oder die Italiener vor der Fifa verklagen.