07. Februar 2021 / 13:38 Uhr

UEFA bestätigt offiziell: RB Leipzig gegen Liverpool steigt in Budapest

UEFA bestätigt offiziell: RB Leipzig gegen Liverpool steigt in Budapest

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig wird sein Champions League Heimspiel gegen den Liverpool FC in der Puskas Arena in Budapest austragen. 
RB Leipzig wird sein Champions League Heimspiel gegen den Liverpool FC in der Puskas Arena in Budapest austragen.  © imago images/ActionPictures/Montage
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Nach einigem Hin und Her steht nun fest: RB Leipzig reist zum Heimspiel auswärts nach Ungarn. Die Partie im Achtelfinale der Champions League gegen Jürgen Klopps Liverpool FC wird in Budapest angepfiffen.

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Leipzig. Der SPORTBUZZER hatte es vorab exklusiv berichtet, die UEFA bestätigte es am Sonntagmittag: Das Champions-League-Achtelfinale zwischen RB Leipzig und dem Liverpool FC wird statt in der Messestadt in Budapest stattfinden. Tag und Uhrzeit bleiben gleich. Anpfiff ist demnach am 16. Februar um 21 Uhr in der Puskás-Arena.

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Bundespolizei lehnte Ausnahmegenehmigung ab

„Die Gespräche mit allen Beteiligten, allen voran der UEFA und dem FC Liverpool, aber auch dem ungarischen Fußballverband waren ausnahmslos konstruktiv und lösungsorientiert. Allen war wichtig, dass das Spiel stattfinden kann“, sagte Ulrich Wolter, RB-Direktor Operations, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

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Die ungarische Hauptstadt war eine von drei übrig gebliebenen Optionen. Das hatte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff am Samstag nach der Partie der Leipziger auf Schalke gesagt und Tottenham als eine der weiteren Möglichkeiten genannt. "Budapest ist gut erreichbar, die generelle Infrastruktur passt, sowohl in Bezug auf die Spielstätte als auch auf die Anreise und Unterkunft. Zudem ist die Puskás Arena erfahren in der Austragung von Champions-League-Spielen, ein Punkt, der auch der UEFA wichtig war", begründete Florian Scholz, Kaufmännischer Leiter Sport, die finale Entscheidung.

Da bis zum 17. Februar eine bundesweite Einreisesperre für Menschen aus Corona-Mutationsgebieten besteht, darf die Elf aus Liverpool nicht nach Leipzig reisen. Eine von RB beantragte Ausnahmegenehmigung hatte die Bundespolizei nach Rücksprache mit dem Bundesinnenministerium am Donnerstag abgelehnt. Der Grund: Die entsprechende Verordnung sieht zwar einige wenige Ausnahmen von der Einreisesperre vor, diese treffen aber nicht auf Profisportler auf dem Weg zu Wettkämpfen zu.

RB war deshalb in der Pflicht, Alternativen anzubieten. Das sehen die Regularien der UEFA für die KO-Runde der Königsklasse explizit so vor. Ein Anspruch auf Entgegenkommen des Verbandes besteht nicht. Statt dessen muss das gastgebende Team sich kümmern. Im schlimmsten Fall droht eine 0:3-Wertung.

Klopp reagiert sauer

Eine Option wäre beispielsweise der Tausch des Heimrechts gewesen. Das lehnten die Engländer jedoch ab. "Wir haben angefragt, sie haben unterschiedliche Gründe angeführt, warum sie es nicht können", erklärte RB-Sportdirektor Markus Krösche am Samstag. Für die Messestädter wiederum kam eine weitere mögliche Option, die generelle Abgabe des Heimrechts an den LFC, nicht in Frage. In diesem Fall hätte RB zweimal in Liverpool antreten müssen.

LFC-Coach Jürgen Klopp hatte sauer auf das gesamte Prozedere reagiert. "Ich denke, es wäre absolut angemessen, eine Ausnahme zu machen", sagte er am Freitag. Er verwies unter anderem auf die Maßnahmen, die Liverpool ergreife, um das Team vor dem Coronavirus zu schützen. "Wir sind wirklich in einer Blase, und wir könnten gegen Leipzig spielen, ohne das Virus zu verbreiten"

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Die Lösung lautet nun also Budapest. Die Puskás-Arena ist die "Heimspielstätte" der ungarischen Nationalmannschaft und wurde eigens für die von 2020 auf 2021 verschobene EM gebaut. Es hat 67.000 Plätze und entstand an der Stelle, an der sich bis 2016 das Nepstadion (Volksstadion) befand. Vom örtlichen Club Ferencvaros wird die hochmoderne Arena lediglich für Partien in der Champions League genutzt.

Zwar hat die ungarische Regierung bis mindestens zum 1. März Binnengrenzkontrollen eingeführt und ebenfalls strenge Einreisebestimmungen erlassen. Für Profisportler sind aber Ausnahmen vorgesehen. „Es müssen Bescheinigungen über negative PCR-Tests vor Einreise nach Ungarn und vor Wiedereinreise in die Bundesrepublik vorgehalten werden. Mit diesem Prozedere sind wir aus vergangenen Reisen zu Fußballspielen vertraut“, sagte Ulrich Wolter. Ungarn ist anders als Großbritannien vom Robert-Koch-Institut „lediglich“ als Risikogebiet eingestuft.

(mit dpa)