19. April 2021 / 15:34 Uhr

UEFA-Boss Ceferin kontert Super-League-Pläne knallhart: EM-Sperre für Kroos, Havertz und Co.?

UEFA-Boss Ceferin kontert Super-League-Pläne knallhart: EM-Sperre für Kroos, Havertz und Co.?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
UEFA-Boss Aleksander Ceferin reagiert auf die Super-League-Pläne.
UEFA-Boss Aleksander Ceferin reagiert auf die Super-League-Pläne. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur
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Die Super-League-Pläne von zwölf europäischen Top-Klubs könnte auch für deutsche Stars erhebliche Folgen haben. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin drohte den abtrünnigen Vereinen und auch deren Spielern mit knallharten Konsequenzen.

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Mit deutlichen Ansagen hat UEFA-Präsident Aleksander Ceferin auf die in der Nacht zum Montag von zwölf europäischen Topklubs initiierten Pläne zu einer europäischen Super League reagiert und das "von Geldgier getriebene" Vorhaben als ein "Spucken ins Gesicht" bezeichnet. Der Verbandsboss nannte die "zynischen" Pläne "Unsinn" und betonte, dass sich alle nicht an den Plänen beteiligten Klubs, Personen und Gremien dem Vorhaben "in Einigkeit" entgegenstellen werden. Dazu zähle auch die FIFA mit Präsident Gianni Infantino.

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Ceferin stellte zudem klar: Spieler, die bei den potenziellen Super-League-Klubs unter Vertrag stehen, könnten für die anstehende Europameisterschaft und auch für Weltmeisterschaften gesperrt werden. Als weitere mögliche Repressalie nannte er den Ausschluss der Klubs aus der laufenden Champions-League-Saison. Davon wären mit Real Madrid, Manchester City und dem FC Chelsea drei der vier Halbfinalisten betroffen. Einzig Paris St. Germain schloss sich dem Bündnis nicht an.

Die Details der Umsetzbarkeit dieser Überlegungen werde derzeit von der Rechtsabteilung des Verbandes geprüft. Deutsche Nationalspieler aus Vereinen, die bislang an der Super League beteiligt sind, sind unter anderem Toni Kroos von Real Madrid, die Chelsea-Profis Timo Werner, Antonio Rüdiger und Kai Havertz sowie Ilkay Gündogan von Manchester City.

Ceferin attackiert Juve-Boss Agnelli

Die Champions League, für die die UEFA am Montag einen neuen Modus ab 2024 vorlegte, könne nach Ansicht des UEFA-Bosses "natürlich" auch ohne die abtrünnigen Vereine stattfinden. Das Ausmaß des Zorns von Ceferin wurde noch einmal deutlicher, als er auf einzelne Personen einging. Dabei erhielt besonders Präsident Andrea Agnelli von Juventus Turin sein Fett weg. "Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so viel und konsequent lügt", schimpfte der UEFA-Chef und wies darauf hin, dass die Bosse der sich abspaltenden Vereine noch am Freitag Grünes Licht für die Champions-League-Reform gegeben hätten: "Dabei waren zu diesem Zeitpunkt schon andere Papiere unterschrieben." Lob erhielten derweil die Vereine aus Frankreich und Deutschland, die "dieser Versuchung widerstanden" haben: "Ihnen vertraue ich weiterhin."

In der Nacht zum Montag hatten zwölf europäische Top-Klubs einen Plan zur Gründung der Super League vorgestellt. Deutsche Vereine waren nicht darunter. Das Vorhaben stieß am Montag bei vielen Fans, Spielern, Ex-Profis und Politikern auf massive Kritik.