22. März 2020 / 13:32 Uhr

Präsident Aleksandar Ceferin über EM-Verschiebung: "UEFA wird Hunderte Millionen verlieren"

Präsident Aleksandar Ceferin über EM-Verschiebung: "UEFA wird Hunderte Millionen verlieren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 UEFA-Präsident Alekander Ceferin sieht seinen Verband gut aufgestellt, um die Corona-Krise zu bewältigen.
UEFA-Präsident Alekander Ceferin sieht seinen Verband gut aufgestellt, um die Corona-Krise zu bewältigen. © imago images/Agencia EFE
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Die UEFA hat die Europameisterschaft vom Sommer 2020 in den Sommer 2021 verschoben und dem Klubfußball zu helfen, die Corona-Krise zu bewältigen. Wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nun aber verriet, verliert der Verband wegen der EM-Absage viel Geld.

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Der Fußball ruht wegen der Corona-Krise und derzeit ist noch nicht absehbar, wann es in Europas Top-Ligen weitergeht – oder ob die Saison mancherorts gar abgebrochen werden muss. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat sich in einem Interview mit der Welt am Sonntag nun aber deutlich dafür ausgesprochen, die Saisons noch vor dem offiziellen Stichtag am 30. Juni zu Ende zu bringen: "Was die Vereine angeht, so hängt alles davon ab, ob die Ligen bis Ende Juni zu Ende gespielt werden können. Wenn das möglich ist halten sich die Auswirkungen in Grenzen."

Sollte das allerdings nicht passieren, drohe dem Vereinsfußball schwerer wirtschaftlicher Schaden. "Fakt ist: Wenn noch lange nicht gespielt werden kann, haben viele Klubs ein Problem", so Ceferin.

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EM-Verschiebung kommt die UEFA laut Ceferin teuer zu stehen

Die UEFA selbst hat schon einen großen Einschnitt gemacht, um die nationalen Ligen bestmöglich zu unterstützen: Die für den Sommer geplante Europameisterschaft wurde um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben. So soll den Klubwettbewerben mehr Zeit eingeräumt werden, damit die laufende Runde beendet werden kann. Dem Verband entgehen durch die Absage des Turniers im Sommer große Summen: "Klar ist, dass die UEFA durch die Austragung der EM im kommenden Jahr Hunderte Millionen Euro verlieren wird; hier gibt es wahrscheinlich schon bald genauere Zahlen", sagte Ceferin.

Er wolle dennoch alles versuchen, damit der Verband finanziell stabil bleibe, so der 52-Jährige. "Das Gute ist, dass wir einiges an Reserven haben, 575 Millionen Euro. Um ehrlich zu sein, habe ich mich bei meinem Amtsantritt im Jahr 2016 gefragt, warum wir so viel Geld als Rücklage benötigen. [...] Nun sehe ich, wie wichtig es ist, dieses Geld zu haben."

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Ceferin: "Europäische Union kann sich ein Beispiel an unseren Maßnahmen nehmen"

Ohnehin ist Ceferin zufrieden mit dem Krisenmanagement seines Verbands: "Ich glaube sogar, an unseren Maßnahmen kann sich die Europäische Union ein Beispiel nehmen", sagte er in dem Interview. Die großen Verbände wie der DFB und kleinere Verbände würden in der aktuellen Situation solidarisch zusammenstehen. "Das sehe ich in der europäischen Politik nicht. Wir haben in Europa eine Währungsunion und offene Grenzen. Aber jetzt in der Krise gibt es hauptsächlich ein individuelles Vorgehen der Länder mit vielen verschiedenen Regelungen statt eines abgestimmten Vorgehens statt eines abgestimmten Vorgehens. Das ist schade", kritisierte der Slowene.

Am Dienstag tagt der europäische Verband erneut und will einen neuen Rahmenkalender beschließen. Dabei sollen offenbar verschiedene Modelle zur Diskussion stehen, wie die Saisons der Champions League und der Europa League beendet werden. Zur Debatte stehen einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge etwa verkürzte Viertelfinals ohne Rückspiel oder ein Final-Four-Turnier.

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