23. Juni 2021 / 13:12 Uhr

Nach Kontroverse: UEFA zeigt sich auf Social Media in Regenbogenfarben – Kritik an München

Nach Kontroverse: UEFA zeigt sich auf Social Media in Regenbogenfarben – Kritik an München

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Die Allianz Arena wird gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten - wohl aber das UEFA-Profil in den sozialen Medien.
Die Allianz Arena wird gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten - wohl aber das UEFA-Profil in den sozialen Medien. © IMAGO/Sven Simon/Twitter
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Die UEFA hat sich nach ihrer Entscheidung, dass die Münchener EM-Arena beim Spiel gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben beleuchtet werden darf, einer Social-Media-Initiative angeschlossen und ihr Profilbild in Regenbogenfarben getaucht. Zugleich nahm der Verband Stellung zur Kritik an der Entscheidung.

Der europäische Fußball-Verband schließt sich nach der Kontroverse um die Regenbogen-Beleuchtung der Münchner Allianz Arena einer Social-Media-Initiative an und hat sein Profilbild in Regenbogenfarben getaucht. "Heute ist die UEFA stolz, die Farben des Regenbogens zu zeigen", twitterte der Verband in einer Stellungnahme. Am Dienstag hatte die UEFA eine Anfrage des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter abgelehnt, das Stadion vor dem EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn (21 Uhr, ZDF und MagentaTV) in den Farben der LGBTQI+-Bewegung zu illuminieren, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Diversität zu setzen. Anschließend hatten zahlreiche Unternehmen und Organisationen ihre Profilfotos in den sozialen Medien ausgetauscht und die Regenbogenfarben gezeigt.

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Nun beteiligt sich die UEFA selbst, die seit Dienstag wegen des Verbots heftig in der Kritik steht. Die Regenbogenfarben seien "ein Symbol, dass unsere Kern-Werte verkörpert und alles unterstützt, woran wir glauben - eine gerechtere und egalitärere Gesellschaft, tolerant gegenüber jedem und jeder, egal welcher Herkunft, welches Glaubens oder welches Geschlechts", hieß es in dem Statement weiter.

Vorschlag des Münchner Stadtrats war "politisch motiviert"

Die UEFA nahm auch Bezug auf die Stimmen, die das Verbot der Stadion-Illuminierung scharf verurteilt hatten - der Verband kritisierte seinerseits den Münchner Stadtrat, der die Initiative eingebracht hatte. "Einige Personen haben die UEFA-Entscheidung, Münchens Bitte, das Stadion in Regenbogenfarben zu illuminieren, als 'politisch' bezeichnet", hieß es. "Im Gegenteil war der Vorschlag selbst politisch und verbunden mit der Präsenz der ungarischen Nationalmannschaft im Stadion für das Match gegen Deutschland heute Abend. Der Regenbogen sei für die UEFA "kein politisches Symbol, sondern ein Zeichen für unsere klare Verpflichtung gegenüber einer diverseren und inklusiveren Gesellschaft", schloss die UEFA.

Die UEFA hatte am Dienstag einen Antrag des Münchener Oberbürgermeisters abgelehnt, das EM-Stadion in der bayerischen Landeshauptstadt zum Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben zu beleuchten. Als Grund für die Entscheidung führte der Verband an, dass die UEFA eine politisch und religiös neutrale Organisation sei. Die Anfrage müsse aufgrund des politischen Kontextes abgelehnt werden. Hintergrund ist ein vom ungarischen Parlament beschlossenes Gesetz, das die Rechte und den Schutz von Homosexuellen und Transsexuellen in Ungarn einschränkt.

Bereits am Wochenende hatte es Aufregung um eine UEFA-Prüfung der in Regenbogenfarben gehaltenen Kapitänsbinde von DFB-Torwart Manuel Neuer gegeben. Die UEFA stellte die Prüfung jedoch nach kurzer Zeit ein und wertete das Tragen der Binde im Sinne einer "good cause" (guten Sache), weshalb Neuer die Binde nun auch weiterhin tragen darf. Die Nationalmannschaft hatte damit ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen wollen.