11. Mai 2022 / 13:22 Uhr

UEFA-Präsident Ceferin über Sanktionen gegen Russland: "Der Fußball ist zweifellos der Verlierer"

UEFA-Präsident Ceferin über Sanktionen gegen Russland: "Der Fußball ist zweifellos der Verlierer"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Will sich für den Frieden einsetzen: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
Will sich für den Frieden einsetzen: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. © IMAGO/GEPA pictures
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Russische Klubs sind von der UEFA aus allen Wettbewerben ausgeschlossen worden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat die Bedeutung dieser Sanktionen noch einmal hervorgehoben – auch wenn der Fußball "der Verlierer" sei. Man versuche "seinen winzigen Beitrag für die Gesellschaft" zu leisten.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat die Bedeutung der Sanktionen gegen russische Spieler und Klubs nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hervorgehoben. Der Dachverband ergreife "beispiellose" Maßnahmen und wolle einen Beitrag leisten, sagte Ceferin (54) am Mittwoch während des Kongresses der Europäischen Fußball-Union in Wien. Der Fußball sei "nicht der Gewinner", wenn der Verband mit seiner Tradition der politischen Neutralität breche.

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"Der Fußball ist zweifellos der Verlierer, einer der Verlierer, da wir Spielern, Trainern und Fans, die mit der aktuellen Situation nichts zu tun haben, ihre Leidenschaft und ihre Träume nehmen", sagte Ceferin. "Aber wenn die UEFA beispiellose Sanktionen verhängt, versucht der Fußball, seinen winzigen Beitrag für die Gesellschaft und die Politiker Europas zu leisten, die sich für den Frieden einsetzen."

Die UEFA hatte russische Klubs aus allen Wettbewerben ausgeschlossen, den russischen Verband RFU aber nicht suspendiert. Die RFU-Delegation in Wien wurde von Generalsekretär Alexander Alajew angeführt. Die ukrainische Delegation war per Videokonferenz zugeschaltet. "Es ist verfrüht, darüber zu sprechen", sagte Ceferin während der Pressekonferenz am Mittag angesprochen auf die mögliche Suspendierung der RFU. "Ich würde nichts ausschließen, aber ich würde auch nicht sagen, dass es in Zukunft passieren wird. Wir hoffen, dass dieser Wahnsinn so schnell es geht endet."

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Während seiner Kongress-Rede hatte der UEFA-Präsident geäußert: "Es mag als gefährlicher Präzedenzfall angesehen werden, aber in diesem Fall ist die Sache größer als alles andere. Größer als die Karrieren einiger Hundert Fußballer und die Tradition der sportlichen Neutralität, die 2022 im Krieg nicht mehr zu halten ist." Die UEFA könne nur hoffen, "dass die Vernunft so schnell wie möglich siegt, und dass wir Frieden haben – zum Wohle nicht nur unserer ukrainischen Brüder und Schwestern, sondern auch unserer russischen Brüder und Schwestern, von denen wir hoffen, dass wir sie bald wieder in unserer Familie begrüßen können."

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