17. März 2020 / 06:17 Uhr

UEFA entscheidet heute über EM-Verlegung: Das sind die wichtigsten Fragen

UEFA entscheidet heute über EM-Verlegung: Das sind die wichtigsten Fragen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Europameisterschaft 2020 könnte am Dienstag verschoben werden. Der SPORTBUZZER klärt die wichtigsten Fragen.
Die Europameisterschaft 2020 könnte am Dienstag verschoben werden. Der SPORTBUZZER klärt die wichtigsten Fragen. © imago images/Alex Nicodim
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Die UEFA hat für Dienstag zu einer Videokonferenz mit Teilnehmern aus ihren 55 Mitgliedsverbänden geladen. Es geht wohl vor allem um eine mögliche Verlegung der EM. Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen zu der Sitzung.

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Was steht an und worum geht es?

Die UEFA führt eine Videokonferenz mit Teilnehmern aus ihren 55 Mitgliedsverbänden durch, darunter also auch Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes. Außerdem sind unter anderem die Führungsriegen der Klub-Vereinigung ECA und der Spielergewerkschaft FIFPro dabei. Anlass sind die Auswirkungen des Ausbruchs der Coronavirus-Pandemie auf den europäischen Fußball. Erwartet wird, dass eine Entscheidung darüber fällt, ob die Europameisterschaft, die eigentlich am 12. Juni beginnen soll, verschoben wird - und wenn ja, auf welchen Termin. Doch auch das weitere Vorgehen in den kontinentalen Klubwettbewerben Champions League und Europa League steht auf dem Plan. Beide pausieren derzeit wegen der steigenden Infektionszahlen - genau wie die Bundesliga.

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Wer vertritt den deutschen Fußball bei der Videokonferenz?

Zum einen DFB-Vizepräsident Rainer Koch, zum anderen Hans-Joachim Watzke. Letzterer ist nicht nur als Geschäftsführer von Borussia Dortmund vor Ort, sondern vor allem als Vorstandsmitglied der ECA, die die Interessen der europäischen Spitzenklubs vertritt.

Warum ist gerade die Austragung der EM 2020 ein so großes Problem?

Die anstehende EM ist die erste, die in insgesamt zwölf Städten über den gesamten Kontinent verteilt gespielt wird. Bezogen auf die Coronavirus-Krise würde das mutmaßlich ein erhöhtes Ausbreitungsrisiko der Infektion bedeuten, weil große Menschenmengen sich nicht nur rund um die Stadien begegnen, sondern auch in kurzer Zeit an verschiedene Orte reisen. Das Eröffnungsspiel ist für den 12. Juni ausgerechnet in Rom vorgesehen - Italien ist wegen der Pandemie derzeit abgeriegelt und von ihr in Europa mit Abstand am stärksten betroffen. Aus Sicht vieler Beobachter ist schwer vorstellbar, dass dort ein solches Großereignis in weniger als drei Monaten zu verantworten ist. Auch München zählt mit drei Gruppenspielen und einem Viertelfinale zu den Austragungsorten.

Welche Szenarien für eine mögliche Verlegung gibt es?

Neben einer kompletten EM-Absage, die vor allem aus wirtschaftlichen Gründen als unwahrscheinlich gilt, kristallisierten sich im Vorfeld zwei Optionen heraus: Eine Verlegung auf den Herbst oder Winter dieses Jahres und eine Verlegung auf den Sommer 2021. Bei der Deutschen Fußball-Liga gehen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Christian Seifert fest davon aus, dass die EM verschoben wird - unklar ist eben nur, auf wann. Für die Champions League gibt es laut eines Berichts des US-Senders ESPN das Modell, das Halbfinale und Finale ähnlich wie im Handball als Final Four in kurzer Zeit austragen zu lassen. Zahlreiche deutsche Fußballgrößen wie Watzke, aber auch Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß haben sich bereits für eine Verlegung der EM stark gemacht.

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Die Spiele der EM 2020 finden in zwölf verschiedenen Städten in Europa statt. ©

Welche Vor- und Nachteile bieten die beiden EM-Szenarien?

Beide Möglichkeiten bieten den Vorteil, dass sie den nationalen Verbänden Zeit verschaffen, ihre derzeit ausgesetzten Ligen und Pokalwettbewerbe - womöglich bis Ende Juni, weil dann einige Verträge mit Spielern oder Trainern enden - zuende zu bringen. Die EM zum geplanten Termin auszutragen, wäre dann organisatorisch kaum zu schaffen. Eine EM im Sommer 2021 hätte zudem den Vorteil, dass alle Nationalteams mit den gleichen Voraussetzungen antreten könnten, die es auch in diesem Sommer gäbe. Allerdings würde das Turnier dann mit der von der FIFA reformierten Klub-WM kollidieren, die im Sommer 2021 in China Premiere feiern sollte - falls die FIFA sich nicht auf eine Verlegung selbiger einlässt. Eine Winter-EM hätte den Nachteil, dass der internationale Rahmenkalender für die Saison 2020/2021 umgeworfen werden müsste. Denn eine mehrwöchige EM-Pause der Ligen ist zu der Jahreszeit nicht vorgesehen. Andererseits wäre das ein guter "Testlauf" für die WM in Katar, die 2022 ebenfalls im Winter stattfinden soll.

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