20. Oktober 2021 / 17:23 Uhr

UFK Potsdam: Der Exot aus der Landeshauptstadt

UFK Potsdam: Der Exot aus der Landeshauptstadt

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Futsalmannschaft des UFK Potsdam, mit dem Vereinsvorsitzenden Florian Dornack (l.), spielt in der NOFV-Regionalliga Nord um Punkte.
Die Futsalmannschaft des UFK Potsdam, mit dem Vereinsvorsitzenden Florian Dornack (l.), spielt in der NOFV-Regionalliga Nord um Punkte. © Verein
Anzeige

"Mein Verein": Beim 2008 gegründeten UFK Potsdam hat Futsal dem traditionellen Fußball den Rang abgelaufen.

Dafür, dass es beim Futsal keineswegs nur um technische Kabinettstückchen geht, sondern auch eine große Portion Ehrgeiz dabei ist, ist Florian Dornack ein gutes Beispiel. „Ich falle inzwischen seit drei Monaten aus, weil ich beim Training aus Wut gegen eine Tür getreten und mich dabei schwerer verletzt habe“, sagt der 33-Jährige mit einer gesunden Portion Selbstironie. „Der Ehrgeiz ist bei uns natürlich genauso groß, wie in jeder anderen Sportart. Am Ende geht es ums Gewinnen.“

Anzeige

Beim 2008 als Universitäts-Fußballklub gegründeten Verein aus der Landeshauptstadt hat Futsal dem Fußball inzwischen den Rang abgelaufen. „Das war in den vergangenen Jahren eine gegenläufige Bewegung“, bestätigt Dornack. Er, der als physikalisch technischer Assistent an der Universität in Potsdam angestellt ist, kam 2012 über den Hochschulsport zum Verein. Zuerst spielte er Fußball, ehe er zum Futsal wechselte und für sich einige Vorzüge ausgemacht hat. „Mich reizt das schnelle Spiel. Man ist einfach viel öfter am Ball. Zudem findet es in der Halle statt, was in den Herbst- und Wintermonaten angenehm ist“, sagt der im sachsen-anhaltinischen Halle (Saale) geborene und in Weißenfels aufgewachsene UFK-Vorsitzende.

Mehr Sport aus der Region

Diesen Posten übernahm er im Jahr 2018, nachdem sein Vorgänger aus privaten Gründen keine Zeit mehr hatte. „Ich bereue den Schritt nicht und habe Spaß“, sagt der Potsdamer, der von seinem sechsten bis 14. Lebensjahr tanzte und erst dann zum Fußball wechselte. 2011 zog es ihn berufsbedingt nach Potsdam und wenig später zum UFK. Dort spielt die Fußballmannschaft nach einem Ausflug in den Punktspielbetrieb auf Großfeld jetzt nur noch im Freizeitbereich um Punkte.

Der UFK stellt in ganz Brandenburg aktuell den einzigen Futsalverein, der am Spielbetrieb teilnimmt. „Wir spielen in der NOFV-Regionalliga, die in diesem Jahr zweigeteilt und unter der neu gegründeten Bundesliga die zweithöchste Spielklasse ist“, erklärt der UFK-Chef. In der Nordstaffel bekommen er und seine Teamkollegen es mit dem FC Liria, Beach United, SD Croatia Berlin, dem CFC Hertha 06 und dem FSV Hansa 07 ausschließlich mit Berliner Vereinen zu tun und belegen aktuell den fünften Platz.

Anzeige

Durchschnittsalter um die 30 Jahre

Der würde am Ende nicht zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen. Dafür qualifizieren sich die ersten drei Teams, die dann auf die Vertreter aus der Südstaffel treffen. In dieser spielen nach einigen Rückzügen sowieso nur noch drei Mannschaften, sodass eine geplante Platzierungsrunde hinfällig ist. „Das ist schade, weil unsere Saison damit im November schon wieder vorbei ist“, bedauert Dornack. Zweimal in der Woche wird beim UFK trainiert. „Das läuft ähnlich wie beim Fußball ab: Erwärmung, Pass- und Schussübungen sowie ein Abschlussspiel. Zudem spielt bei uns Taktik eine ganz wichtige Rolle.“

Eine Futsal-Partie dauert zweimal 20 Minuten – reine Nettospielzeit. Sobald der Ball im Aus ist oder es aus anderen Gründen zu einer Unterbrechung kommt, wird die Zeit gestoppt. „Von der wirklichen Spielzeit sind wir gar nicht weit von der eines Fußballspiels weg. Zudem ist die Belastung durch die vielen Ballaktionen und Sprints sehr hoch“, sagt Dornack. Dass das Durchschnittsalter im Verein daher um die 30 Jahre liegt, überrascht wenig.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.