26. Februar 2022 / 09:00 Uhr

Soll RB Leipzig nicht gegen Spartak Moskau antreten? "Ein Boykott wäre der falsche Weg"

Soll RB Leipzig nicht gegen Spartak Moskau antreten? "Ein Boykott wäre der falsche Weg"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Sollte RB Leipzig das Spiel gegen Spartak Moskau boykottieren? Das ist der falsche Ansatz, findet Frank Schober.
Sollte RB Leipzig das Spiel gegen Spartak Moskau boykottieren? Das ist der falsche Ansatz, findet Frank Schober. © Getty Images
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Russland marschiert in die Ukraine ein, beginnt einen Angriffskrieg. Sollte RB Leipzig ein Zeichen setzen und nicht gegen Spartak Moskau antreten? Nein, findet Frank Schober, Leiter der LVZ-Printproduktion Sport.

Ganz Leipzig hätte sich zwei Wochen lang auf ein Fußballfest mit Gästefans aus England, Frankreich oder der Türkei freuen können. Ein undankbareres Los, als auf ein russisches Team zu treffen, gibt es in der gegenwärtigen Situation wohl nicht. Sollte die Uefa, sollten alle Sportverbände Sportler und Mannschaften aus Putins Land sofort von allen Wettbewerben ausschließen? Sollten gar die Roten Bullen einen Boykott des Achtelfinales erwägen?

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Nein – dies würde zu weit gehen. Zumal es sich bei Spartak Moskau um einen Klub mit Profis aus Russland, Frankreich, Belgien, Brasilien, Luxemburg, Nigeria, Jamaika, den Niederlanden und Schweden handelt. Auch ein Deutsch-Russe und ein gebürtiger Ukrainer stehen im Team.

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Die Uefa hat bereits ein deutliches und richtiges Zeichen gesetzt und St. Petersburg das Champions-League-Finale entzogen. Auch Sotschi aus dem Rennkalender der Formel 1 zu nehmen, ist alternativlos. Doch die Brücken zu den Menschen in Russland komplett abzubrechen und die Sportlerinnen und Sportler sowie deren Fans stellvertretend für ihren Präsidenten zu bestrafen, wäre der falsche Weg. Selbst beim Thema Doping, wo die Athleten tatsächlich Teil des Systems sind, ist das Startrecht für saubere Sportler unter neutraler Flagge ein guter Kompromiss.

Der Sport kann in dieser schwierigen Zeit zur Völkerverständigung beitragen – ohne die Augen vor dem menschenverachteten Einmarsch in die Ukraine zu verschließen.

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