28. Juni 2020 / 22:51 Uhr

Uli Hoeneß über Schalke-Boss Clemens Tönnies: "Nicht alles in Schutt und Asche reden"

Uli Hoeneß über Schalke-Boss Clemens Tönnies: "Nicht alles in Schutt und Asche reden"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Clemens Tönnies steht aktuell wegen des Skandals um seine Fleischfabrik heftig in der Kritik. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß nimmt den Schalke-Boss aus der Schusslinie.
Clemens Tönnies steht aktuell wegen des Skandals um seine Fleischfabrik heftig in der Kritik. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß nimmt den Schalke-Boss aus der Schusslinie. © imago images/Kirchner-Media
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Clemens Tönnies steht nach dem Corona-Ausbruch in seinem Fleisch-Betrieb mächtig in der Kritik. Der ehemalige Bayern-Boss Uli Hoeneß nimmt den Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04 ein wenig aus der Schusslinie.

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Uli Hoeneß hat den zuletzt stark in die Kritik geratenen Schalke-Boss Clemens Tönnies ein wenig aus der Schusslinie genommen: "Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Wenn man einmal in so einer Maschinerie drin ist, versucht jeder, den anderen mit seiner Kritik überbieten", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München am Sonntagabend in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport" im Bayrischen Rundfunk. Tönnies, Fleisch-Unternehmer und bei S04 Aufsichtsratsvorsitzender, sorgt seit Tagen wegen der großen Anzahl von Corona-Infektionen in seinen Betrieben und der viel kritisierten Unterbringung und Bezahlung der Werksarbeiter - vornehmlich aus Polen, Rumänien und Bulgarien - für hitzige Debatten.

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Etwa 1000 Anhänger des FC Schalke 04 hatten am Samstag rund um die Veltins-Arena gegen Tönnies und den Vereinsvorstand des Bundesligisten demonstriert. An mehreren Punkten hatten die Schalker Fans ihre Botschaften auf großen Bannern platziert. "Unser Vorstand - ein sozialer und moralischer Flop!“, monierten sie. "Der größte Bulldozer hilft nicht mehr! Tö̈nnies raus!", lautete an anderer Stelle die eindeutige Forderung.

Hoeneß fordert die Kritiker zur Contenance auf: "Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen – das macht er ja. Wenn Dinge zu ändern sind, muss man das tun. Ich glaube, dass er das auch machen wird – wenn es notwendig ist. Alles in Schutt und Asche zu reden, was er geleistet hat – das kann es aber nicht sein", meinte der Vorgänger des aktuellen Bayern-Präsidenten Herbert Hainer.

Die Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern in Bildern

Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern.
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Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern. ©

Hoeneß äußerte im Rahmen seiner Reaktion auf den Fall Tönnies auch Gesellschaftskritik: "Das ist dieses Zeichen der Gesellschaft. Wenn du dran bist, gibt es kein Halten mehr. Das erlebt er nun am eigenen Leib", so der ehemalige Bayern-Boss. Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung 2014 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Im Februar 2016 endete die Haftzeit des Bayern-Machers vorzeitig.