19. November 2019 / 07:44 Uhr

Babak Rafati über Uli Hoeneß und die Abteilung Attacke beim FC Bayern: "Er hat es niemals persönlich gemeint"

Babak Rafati über Uli Hoeneß und die Abteilung Attacke beim FC Bayern: "Er hat es niemals persönlich gemeint"

Babak Rafati
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Babak Rafati erinnert sich an seine Begegnungen mit Uli Hoeneß zurück. 
Babak Rafati erinnert sich an seine Begegnungen mit Uli Hoeneß zurück.  © imago/montage
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In der Reihe "Viererkette" erinnert sich SPORTBUZZER-Kolumnist Babak Rafati an seine Begegnungen mit dem langjährigen Manager und jetzigen Ehrenpräsidenten des FC Bayern, Uli Hoeneß, und erklärt, wieso er vor ihm den Hut zieht. 

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Begegnungen mit Uli Hoeneß waren auch für Schiedsrichter immer etwas Besonderes. Ich habe mal den FC Bayern München gegen den MSV Duisburg beim Stand von 0:0 zur Halbzeit gepfiffen. Plötzlich stand Hoeneß neben mir. Nicht aus Gastfreundschaft, sondern weil er mich bis in die Kabine „eskortierte“ und mich dabei einfach nur mit einer knallroten Bombe beschimpfte.

Uli Hoeneß kritisiert Wortmeldungen: "Hanebüchen"

An der Kabinentür angekommen, gab ich ihm die Hand und sagte nur: „Herr Hoeneß, guten Abend erst mal!“ Er gab mir die Hand und begrüßte mich ebenfalls mit Namen. Ich ging in meine Kabine, er in seine. Zu Beginn der zweiten Halbzeit holte ich ihn provokativ an seiner Kabinentür ab. Diesmal wollte ich ihn eskortieren.

Als er herauskam, zuckte er mit den Schultern und sagte lächelnd: Ich wollte nur Luft ablassen, weil wir so einen Scheiß zusammenspielen!

Die Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern in Bildern

Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern.
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Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern. ©
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Das meinte er total ehrlich und nicht, weil er berechnend einen Heimsieg eintüten wollte. Das Spiel ging 0:0 aus. Der Ärger über die eigene Mannschaft blieb auch nach dem Spiel, doch wir gingen respektvoll und mit einem Augenzwinkern auseinander.

Als Uli Hoeneß in Haft war, habe ich ihm mein Buch unter anderem mit der Erinnerung an diese Anekdote zugeschickt. Prompt antwortete er persönlich mit den Worten: „Lieber Babak Rafati, herzlichen Dank. Bleiben Sie gesund und vielleicht sehen wir uns mal wieder.“

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Vor ein paar Tagen sah ich ihn imaginär wieder vor mir, den Mann mit der roten Bombe. Er rief beim Doppelpass an und schimpfte über die Gäste, die Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic aus seiner Sicht zu kritisch beurteilten. Ein Gast habe „ja gar keine Ahnung“.

Wie ich erfuhr, hat Hoeneß mit diesem Gast inzwischen telefoniert und ihn sogar zu sich zum Tegernsee eingeladen. Chapeau! Ein typischer Hoeneß, ein echter Ehrenmann eben. Er hat es niemals persönlich gemeint. Ihm ging es immer um die Sache, um sein Lebenswerk Bayern München. Dafür hat er unermüdlich gekämpft – wenn es sein musste, auch mit einer knallroten Bombe.

Wie bewertet ihr den Rückzug von Uli Hoeneß beim FC Bayern? Stimmt ab!

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