11. November 2019 / 17:26 Uhr

Franz Beckenbauer würdigt Uli Hoeneß vor Abschied beim FC Bayern: "Deine Geschichte ist einzigartig"

Franz Beckenbauer würdigt Uli Hoeneß vor Abschied beim FC Bayern: "Deine Geschichte ist einzigartig"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eine Legende des FC Bayern würdigt die andere: Franz Beckenbauer (links) spricht vor dem Abschied über Uli Hoeneß.
Eine Legende des FC Bayern würdigt die andere: Franz Beckenbauer (links) spricht vor dem Abschied über Uli Hoeneß. © 2019 Getty Images
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Vor dem Abschied von Uli Hoeneß als Präsident und Aufsichtratsvorsitzender des FC Bayern hat Franz Beckenbauer eine Würdigung an den 67-Jährigen gerichtet. Darin spricht er über die große Bedeutung von Hoeneß für den FCB - richtet aber auch Kritik an den scheidenden Bayern-Boss.

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Am Freitag wird Uli Hoeneß bei der Mitgliederversammlung des FC Bayern offiziell verabschiedet. Seine Ära als Präsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats endet, der 67-Jährige wird künftig nur noch einen einfachen Sitz im Kontrollgremium der Münchner innehaben. Kurz vor dem Hoeneß-Abschied von den Spitzenämtern hat sich Franz Beckenbauer mit einer umfangreichen Würdigung an den scheidenden Bayern-Boss gerichtet, die der Klub am Montag auf der Homepage veröffentlicht hat.

Beckenbauer über Hoeneß: "Ein Macher"

Darin stellte Beckenbauer vor allem die Verdienste von Hoeneß für den FCB heraus. "Der FC Bayern wäre nicht das, was er heute ist, wenn Du nicht gewesen wärst", meinte der "Kaiser", der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeister ist. Schon zu seiner Zeit als Spieler sei Hoeneß "ein Macher" gewesen. "Ich hätte Dir noch ein paar Jahre mehr auf dem Rasen gegönnt, aber Deine Geschichte als Manager, Präsident und Aufsichtsratschef ist im gesamten Weltfußball einzigartig", schrieb Beckenbauer. Hoeneß spielte von 1970 bis 1979 für die Bayern und absolvierte 329 Pflichtspiele, musste seine Spieler-Karriere wegen eines Knorpelschadens allerdings schon im Alter von 27 Jahren beenden.

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Beckenbauer zeigt sich in seiner Würdigung begeistert von der Leistung des langjährigen Bayern-Funktionärs, der "auch neben dem Platz wie kein Zweiter losgelegt" habe. Der langjährige Weggefährte von Hoeneß fand aber durchaus auch kritische Worte. „Deine größte Stärke ist gleichzeitig auch Deine Achillesferse: Piekst man Dich ein bisschen an, reagierst Du gerne sehr impulsiv. Vielleicht wäre es manchmal ganz gut, wenn Du erst Luft geholt hättest – aber was red' ich? Ich hab' früher nach einer Explosion auch oft mal erst danach realisiert, was ich angerichtet hatte.“

Die Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern in Bildern

Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern.
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Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern. ©

Gerade am Sonntag zeigte sich Hoeneß wieder von seiner emotionalen Seite. Bei der Sport1-Sendung Doppelpass schaltete sich der Noch-Bayern-Boss telefonisch ein und polterte in der Talkrunde los, weil sich in dieser aus Hoeneß' Sicht "unverschämt" über Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic geäußert wurde. Er verteidigte Salihamidzic dabei vehement ("Mit ihm werden wir beim FC Bayern noch viel Spaß haben"). Wenig später kündigte Hoeneß an, nach seiner Zeit an der Klub-Spitze wieder zur "Abteilung Attacke" übergehen zu wollen.

Lob von Beckenbauer für Hainer und Kahn

Beckenbauer sieht den FC Bayern derweil auch nach dem Rückzug des Bayern-Urgesteins in besten Händen. „Oliver Kahn und Herbert Hainer sind Persönlichkeiten, bei denen ich fest daran glaube, dass wir die Möglichkeit haben, die Erfolge der letzten Jahrzehnte weiterzuführen“, erklärte Beckenbauer. Der ehemalige Adidas-Chef Hainer ist der designierte Hoeneß-Nachfolger als Präsident und Aufsichtsratschef. Kahn soll die Nachfolge des aktuellen Vorstandschefs Karl-Heinz Rummenigge antreten, der Ende 2021 aufhören will. Der Ex-Nationaltorhüter steigt schon im Januar 2020 in den Vorstand ein.

An Hoeneß gerichtet schrieb Beckenbauer weiter: „Ich bin sehr optimistisch, was die Zukunft des FC Bayern angeht. Zumal Du als Ratgeber an Bord bleiben wirst. Du bist jetzt dann nicht im Ruhestand - sondern im Vorruhestand.“