06. Juni 2019 / 11:59 Uhr

Ulrich Mühe war prominentes Mitglied beim SV Grimma

Ulrich Mühe war prominentes Mitglied beim SV Grimma

Frank Prenzel
Leipziger Volkszeitung
Der SV 1919 Grimma feierte bei einer kleinen Festveranstaltung sein 100-jähriges Bestehenund blickte in einer Bilderschau auf seine Historie zurück. 
Der SV 1919 Grimma feierte bei einer kleinen Festveranstaltung sein 100-jähriges Bestehenund blickte in einer Bilderschau auf seine Historie zurück.  © Thomas Kube
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Der SV 1919 Grimma feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Freizeitsport, Wettkämpfe und Geselligkeit – diese drei Begriffe bilden die Philosophie des 640 Mitglieder starken Vereins.

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Grimma. Da war das Hallo von den Rängen groß, als sich der Chef des SV 1919 Grimma vor großer Kulisse im Rostocker Stadion ausgerechnet als Herr Rostock vorstellte – an jenem Tag, als er sich an der Küste für die Unterstützung des damaligen Fußball-Bundesligisten bedanken durfte. Der FC Hansa hatte nach der verheerenden Muldeflut im Jahr 2002 dem Oberligisten Grimma unter die Arme gegriffen. Einnahmen aus dem Bundesligaspiel gegen Leverkusen kamen dem Verein ebenso zugute wie die gesamte Kasse eines Benefizspiels der Rostocker Fußballer gegen die Muldestädter im Stadion der Freundschaft.

Gottfried Rostock viele Jahre Vereinschef

Auch diese Episode aus dem Vereinsleben wurde wach, als der SV 1919 Grimma am Dienstag im Gebäude der Tennisanlage in kleiner, geselliger Runde sein 100-jähriges Bestehen feierte. Gottfried Rostock, der dem Mehrspartenverein von 1985 bis 2017 vorstand und noch heute in zweiter Reihe aktiv ist, kam dabei ebenso zu Ehren wie Anette Hahmann, die seit 1995 die Geschäfte führt und so etwas wie die gute Seele des Vereins ist. Der fast 78-jährige Rostock könnte sicher Romane erzählen über die Höhen und Tiefen in der SV-Geschichte. Zwei Dinge aber hob er auf LVZ-Nachfrage hervor: Er sei froh, dass sich kurz vorm Jubiläum die Gründungsakte gefunden habe (die LVZ berichtete) und dass vor zwei Jahren mit Nadine Gürnth eine junge Präsidentin gewonnen wurde.

Präsidentin Nadine Gürnth würdigt ehrenamtliches Engagement

Die 28-Jährige würdigte die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes und der elf Abteilungsleiter. „Ohne Sie würde es den Verein so nicht geben.“ Genauso sei jenen Danke zu sagen, die hinter den Abteilungsleitern stehen. „Das sind die Trainer, das sind die Helfer, das sind die Übungsleiter, das sind ehrenamtliche Eltern, und das sind auf alle Fälle auch unsere Sponsoren.“

Die Eröffnungsrede der Festveranstaltung hielt Präsidentin Nadine Gürnth.
Die Eröffnungsrede der Festveranstaltung hielt Präsidentin Nadine Gürnth. © Thomas Kube
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„Ohne die Sportstätten könnten wir unsere Mitglieder nicht so halten und nicht so für den Sport begeistern“, wandte sich Gürnth auch dankend an die Stadt Grimma, die in Persona von Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) vertreten war. Maxime der Stadt sei es, erklärte dieser später, den Vereinen die Sportstätten zur Verfügung zu stellen, „bewirtschaften müssen sie sie aber selbst“. Der SV 1919 sei nicht nur der größte, sondern auch ein wichtiger Verein der Stadt und habe viele Meriten gesammelt, so Berger. Das Geburtstagsgeschenk des Rathauschefs verbarg sich übrigens in einem Umschlag: 119 Euro – in Anlehnung an den Vereinsnamen.

Präsentation von Gerhard Gey führt Geschichte vor Augen

Vizepräsident und Ex-Landrat Gerhard Gey (CDU) hatte eine Präsentation vorbereitet, mit der er die wechselvolle Geschichte des Vereins und seiner elf Abteilungen vor Augen führte – Basketball, Behindertensport, Boxen, Floorball, Gymnastik, Karate, Kegeln, Kraftsport, Schach, Schwimmen und Tennis. „Leider gibt es nicht viel Material“, bedauerte er. Eine richtige Chronik des Mehrspartenvereins sei nie geführt worden. Zäsuren durchlebte der SV 1919 jedenfalls etliche, eine davon fand zweifellos im Jahr 2009 statt, als die Fußballer eigene Wege gingen und den FC Grimma aus der Taufe hoben.

Auch FC Valencia und Hamburger SV 1919 gegründet

Wenige Monate nach dem Ende des Ersten Weltkrieges – am 23. März 1919 – war der Sportverein in Grimma gegründet worden. In seiner Ursatzung wie auch in der heutigen Satzung heißt es: „Zweck des Vereins ist die Pflege von Leibesübungen jeder Art, insbesondere die Förderung sportlicher Betätigung und Leistung.“ Gey wusste zu erzählen, dass 1919 auch der FC Valencia und der Hamburger SV gegründet wurden – Grimma befindet sich also in bester Gesellschaft. Der SV 1919 überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde aber 1945 aufgelöst, als in der sowjetischen Besatzungszone Sportvereine verboten wurden. Nach Geys Recherchen fand 1948 die Wiedergründung als BSG (Betriebssportgemeinschaft) Nagema statt. Es wechselten die Namen, ehe sich 1958 BSG Motor Grimma heraus kristallisierte und daraus im Einheitsjahr 1990 SV Motor wurde. Erst 1994 trennte sich der Verein endgültig vom einstigen Trägerbetrieb MAG und gab sich wieder seinen Ursprungsnamen: SV 1919 Grimma. Eines der berühmtesten Mitglieder war übrigens Schauspieler Ulrich Mühe (1953-2007), der hier Tennis spielte.

Heute zählt der Verein 640 Mitglieder, darunter 316 Kinder und Jugendliche. Die Schwimmer bilden mit 145 Mitstreitern die größte Abteilung, gefolgt von Tennis (116) und Floorball (100). Freizeitsport, Wettkämpfe und Geselligkeit – diese drei Begriffe bilden die Philosophie des Vereins.

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