12. Dezember 2020 / 13:51 Uhr

"Ultras Gelsenkirchen" üben scharfe Kritik an Schalke-Vorstand: "Es ist an der Zeit auszumisten"

"Ultras Gelsenkirchen" üben scharfe Kritik an Schalke-Vorstand: "Es ist an der Zeit auszumisten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Schalke-Vorstand muss nach seinem Appell schwere Kritik einstecken.
Der Schalke-Vorstand muss nach seinem Appell schwere Kritik einstecken. © imago images/Laci Perenyi
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Beim Bundesliga-Letzten Schalke 04 herrscht weiter großes Chaos. Der Vorstand des krisengebeutelten Revierklubs hatte zuletzt um die Unterstützung der Mitglieder und Fans geworben. Die "Ultras Gelsenkirchen" üben daraufhin nun scharfe Kritik.

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Von Ruhe im Umfeld des FC Schalke 04 kann weiterhin keine Rede sein. Gepaart mit akuten Finanzproblemen setzt sich auch die sportliche Talfahrt weiter fort. Nach saisonübergreifend 26 sieglosen Spielen in Folge liegen die Nerven beim Bundesliga-Schlusslicht blank - und das nicht zuletzt bei der Anhängerschaft des Revierklubs. Der Klubvorstand reagierte auf den zunehmenden Gegenwind aus der Fanszene und warb in einem Appell-Schreiben an die eigenen Mitglieder und Fans, das am Donnerstagmittag auf der Vereins-Homepage hochgeladen wurde, um Unterstützung.

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Eine Antwort aus dem Fanlager ließ nicht lange auf sich warten - positiv fiel diese aber nichGeilt aus. Vielmehr holten die "Ultras Gelsenkirchen" weit aus und übten in ihrem Statement scharfe Kritik am Schalke-Vorstand. "Unser Verein steckt derzeit in einer Situation, die so noch keiner von uns erlebt hat. Für diese Krise seid ihr zu großen Teilen mitverantwortlich", wendet sich die Gruppierung auf ihrer Homepage mit harschen Worten an die Klub-Verantwortlichen. "Eure unvergleichbare Dünnhäutigkeit führt dabei zu keiner Verbesserung, sondern einer Verschlimmerung der Lage. Ihr habt Schalke schlicht und ergreifend nicht verstanden."

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Für Unverständnis in der Schalker Anhängerschaft sorgt unter anderem der fehlende Rückhalt für die eigenen Profis in der aktuellen Krisensituation. "Wenn das Auftreten der Mannschaft auch für euch Priorität Nummer Eins hat, wieso stellt sich seit Wochen kein Verantwortlicher öffentlich vor die zu großen Teilen sehr jungen Spieler, um diese zu schützen, anstatt sie medial zerreißen zu lassen? Wie kann es sein, dass ein junger Spieler nach einem Eigentor sichtlich angeschlagen zum Interview muss?", heißt es in dem Statement, in welchem die Gruppierung zudem für einen offenen Austausch von Problemen und Kritik als Teil der Vereinskultur warb und den Umgang der Verantwortlichen mit rassistischen Vorfällen und finanziellen Problemen anprangerte.

"Eines der schwärzesten Kapitel unserer Vereinsgeschichte"

Eine vollumfängliche Klärung der kritisierten Punkte halten die "Ultras Gelsenkirchen" mit der aktuellen personellen Konstellation auch zukünftig für unrealistisch. "Aus Erfahrung wissen wir leider, dass dies mit euch nicht möglich ist. Die Vergangenheit hat immer deutlicher gezeigt, dass die Berichte, vor allem aus den Bereichen Marketing und Finanzen, eher zur Selbstinszenierung, statt wirklicher Berichterstattung genutzt werden." Für einen "dringend erforderlichen Neuanfang" mangelt es den Anhängern schlichtweg am Glauben an in die obere Klubetage. "Eines der schwärzesten Kapitel unserer Vereinsgeschichte" abzuschließen, "trauen wir euch nicht zu. Dafür habt ihr zu viel Vertrauen verspielt. Es wurden zu viele Versprechungen gemacht, als dass man euren Floskeln noch glauben könnte."

Für die Anhänger ist deshalb klar: Es braucht personelle Konsequenzen. "Es ist an der Zeit auszumisten und den angekündigten Neuanfang mit unbelasteten Personen endlich anzugehen", fordert die Gruppierung und erklärt weiter: "Dies ist überfällig und wohl die einzige Chance, den Verein, dem über 160.000 Mitglieder, hunderte Fan-Klubs und Millionen von Fans angehören, am Leben zu halten. Und dies sollte über Allem stehen."