02. Juni 2021 / 19:47 Uhr

Um Olympia zu retten: VfL-Sprinter Almas verzichtet auf DM-Start und Titelverteidigung

Um Olympia zu retten: VfL-Sprinter Almas verzichtet auf DM-Start und Titelverteidigung

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kein DM-Start: VfL-Sprinter Deniz Almas verzichtet auf seine Titelverteidigung.
Kein DM-Start: VfL-Sprinter Deniz Almas verzichtet auf seine Titelverteidigung. © imago images/Beautiful Sports
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Kein DM-Start, keine Titelverteidigung: VfL-Sprinter Deniz Almas wird am Samstag nicht  über die 100 Meter in Braunschweig starten. Der rechte Zeh verhindert den Start. Die Schmerzen sind noch da. Und es steht zu viel auf dem Spiel. Eine mögliche Titelverteidigung würde die erhoffte Olympia-Teilnahme stark gefährden. Die Schmerzen müssen weg.

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DM-Verzicht, um Olympia zu retten: VfL-Sprinter Deniz Almas wird am Samstag seinen 100-Meter-Titel in Braunschweig nicht verteidigen. Der rechte Zeh macht einen Start nicht möglich. Die erhoffte Olympia-Teilnahme will Almas nicht gefährden, doch dazu müssen zunächst die Schmerzen verschwinden.

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"Ich kann mich kurz fassen. Ich werde am Wochenende nicht ins Geschehen eingreifen." Leicht fallen ihm diese Worte nicht. VfL-Sprinter Deniz Almas lief 2020 bei der DM in Braunschweig allen davon. Jetzt stoppt ihn sein rechter Zeh. Er hatte schon auf einen Start bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim verzichtet, um seine Probleme in den Griff zu bekommen, wollte als Titelverteidiger in Braunschweig sein Comeback geben.

"Wir haben es heute nochmal probiert, aber der Fuß macht einfach noch nicht so mit, wie wir uns das vorstellen", sagt Almas. Besser ist es geworden, 100 Prozent sind es nicht. "Ich bin noch nicht da, wo ich sein könnte, wo ich sein sollte. Bei der Belastung habe ich einfach Schmerzen. Da macht es keinen Sinn, sich jetzt auf Teufel komm raus bei der deutschen Meisterschaft hinzustellen und vielleicht nochmal zu riskieren, dass die Fußprobleme schlimmer werden."



Mehr über Deniz Almas

Seine Bestzeit lief er 2020 in Weinheim (10,08 Sekunden), aber kurz darauf in Braunschweig (10,09 Sek.), "da habe ich mit Abstand das beste Rennen meiner Karriere hingelegt - und das hätte ich gern wiederholt, aber leider soll's nicht so sein." Gesundheit geht vor, Olympia geht vor. Für einen Start in Tokio verzichtet er auf die Titelverteidigung. Und fürs Comeback hat Almas jetzt ein Meeting in Regensburg in drei Wochen im Blick: "Da werden wir dann auch nochmal mit der deutschen Nationalmannschaft die Staffel laufen."

Dort will er seinen Platz im Quartett verteidigen, die Quali für Tokio hatte er miterlaufen. Und der anvisierte Einzelstart bei Olympia? Der ist erst einmal Nebensache - und wird durch die Pause noch schwerer realisierbar, als er es bereits vorher war. Wer nicht läuft, kann in der Weltrangliste nicht klettern - und die Norm von 10,05 Sekunden scheint nach einer mehrwöchigen Pause in noch weiterer Ferne zu liegen als zuletzt. Schmerzfrei traut sich der Wolfsburger eine Topzeit zu, sieht's aber auch pragmatisch: "Mit der Staffel haben wir auch die größere Chance in Tokio, ich will mich in Regensburg im besten Fall für die Staffel empfehlen und dem Fuß nochmal ein bisschen Zeit geben, sich zu erholen." Denn: "Mit Schmerzen beim Laufen macht's halt wenig Sinn." Das galt für Weinheim. Das gilt nun für Braunschweig. Hoffentlich gilt es nicht für Tokio.