21. Juni 2021 / 16:58 Uhr

Umbau der Red Bull Arena: Diese Neuheiten hat RB Leipzigs "Wohnzimmer" in der neuen Saison

Umbau der Red Bull Arena: Diese Neuheiten hat RB Leipzigs "Wohnzimmer" in der neuen Saison

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 18.06.2021
Red Bull Arena
Baustellen-Rundgang
Uebersicht ueber die Umbaumassnahmen in der RBA.
Foto: motivio/Thomas Eisenhuth
Größeres Angebot und besserer Zugang: RB Leipzigs Stadion wird noch fanfreundlicher. © Motivio / RB Leipzig
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Neue Toiletten, neue Kioske, neues Essen und neue Freiheiten: Beim Umbau der Red Bull Arena legt RB Leipzig vor allem auf eines Wert: Den Komfort der Fans auf den Rängen und im Stadioninneren. 

Leipzig. Bohren, schrauben, hämmern, streichen: Die Geräuschkulisse in der Red Bull Arena ist dieser Tage eine andere. Kein Jubel, keine Trillerpfeife und keine Trommel ist zu hören. Dafür aber sehr deutlich so manches Werkzeug. Noch ist nicht alles fertig, aber Bauleiter Falk Jänicke ist sich sicher: „Anfang August werden wir sicherlich Zuschauer ins Stadion zulassen können.“ Eigentlich hätten die Um- und Ausbauarbeiten des „Wohnzimmers“ von RB Leipzig schon weiter vorangeschritten sein sollen. Aufgrund diverser Probleme – nicht nur die Pandemie stellte eine Herausforderung dar – verschob sich aber der Zeitplan. Zum Saisonbeginn werde zwar noch nicht alles zu 100 Prozent fertig sein, aber „wir werden das Stadion nutzen können“, so Jänicke.

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Neue Drehkreuze in den Eingangsbereichen

Und los geht es direkt am Eingang. Denn der Zugang zu der Arena an der Festwiese ist mit neuen 42 Drehkreuzen ausgestattet. Insgesamt gibt es davon 79. Zu den 42 an der Festwiese kommen 21 am Stadionvorplatz und 16 am Eingang vom Rosengarten. Alle Bereiche – mit Ausnahme des Gästeblocks – werden in Zukunft von überall erreichbar sein, denn die Sektorenabgrenzungen wurden aufgehoben. Die Fans können sich demnach im Stadion auch während der Spiele frei bewegen.

DURCHKLICKEN: So sieht es aktuell in der Red-Bull-Arena aus

Der Umbau der Red-Bull-Arena schreitet voran. Beim Stadionrundgang am 18. Juni ließ sich bereits viel Neues entdecken. Zur Galerie
Der Umbau der Red-Bull-Arena schreitet voran. Beim Stadionrundgang am 18. Juni ließ sich bereits viel Neues entdecken. © Motivio / RB Leipzig

Wer über die Festwiese ins Stadion gelangt, kommt zudem über eine Brücke am Fanshop vorbei. In dem werden ab der kommenden Saison Trikots und andere Fanausrüstung käuflich zu erwerben sein. In der gegenüberliegenden Servicestation sollen die gekauften Trikots auch noch vor Ort beflockt werden. Außerdem soll dort auch eine Art Fundbüro sein Zuhause finden, wie Bauleiter Jänicke erklärt. Weitere Neuheit am Eintritt über der Festwiese ist eine LED-Wand, die den Eingang umrahmt. Dort sollen an Spieltagen Grafiken eingeblendet werden, was der Atmosphäre zugutekommen soll.

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Capo-Podeste im Fanblock

Im Inneren der Arena ist bereits vieles fertiggestellt, dennoch sind noch einige Baustellen im Stadion von RB Leipzig offen. So werden zu Saisonbeginn noch nicht alle Sitze rot sein, denn dafür fehlt aktuell die Farbe. Die Schallschutzfassade wird voraussichtlich fertiggestellt, obwohl es da auch zu Lieferengpässen kam. Dennoch sind die Roten Bullen mit ihrem Bauvorhaben schon fast auf der Zielgeraden. So sind beispielsweise die ausklappbaren Sitze im Fanblock bereits fest installiert. Der ursprüngliche Sektor B hinterm Tor wurde nämlich ausgeweitet, soll eigentlich ein reiner Stehblock sein. Die Flächen lassen sich aber trotzdem noch zu Sitzen konvertieren. So bietet die Tribüne 6170 Sitzplätze, fasst aber 10.500 Zuschauer, wenn sie stehen.

Zudem sollen im B-Block auch Capo-Podeste angebracht werden. Die Planung dafür ist noch nicht in den finalen Zügen. Denn die Fans haben einige Ideen und RB Leipzig steht in engem Austausch mit ihnen. „Vor einem Jahr haben wir uns geeinigt, dass wir die Änderungen in der Arena erst einmal fertig stellen wollen. Dann können die Fans rein und sich ein deutliches Bild davon machen, was sie wollen und brauchen. Der nächste Schritt wäre, zu schauen, was von den Wünschen umsetzbar ist“, sagt Jänicke. Die Fans wollen nicht ein zentrales Capo-Podest, sondern rechts und links vom Südtor jeweils ein kleineres, erklärt der Bauleiter. Mitte Juli sollen die Arbeiten im Block fertig sein, dann könnten erste Planungen für die Podeste in Angriff genommen werden. „Allerdings werden wir es kaum in zwei Wochen aufgebaut bekommen, denn das Material ist gerade knapp. Aber dafür werden die Fans sicherlich Verständnis haben.“

Umgebaut wurde auch der Gästeblock, hat ebenfalls neue Sitze bekommen. Nun sind die Gäste nur noch im Unterrang beheimatet. Der Bereich kann in drei Blöcke geteilt werden, weshalb auch Trennungen zwischen den einzelnen Segmenten eingebaut sind. Sollte es beispielsweise bei einem Spiel kein allzu großes Gästefanaufgebot geben, so kann RB Leipzig einen Teil der Plätze in dem Sektor an Heimfans vergeben. Die Sitze in dem Gästesektor lassen sich zudem arretieren, wie der Bauleiter erklärt. Demnach ist ein großer Teil davon auch als Stehplatztribüne zu nutzen. Die Kombination aus Steh- und Sitzplätzen bietet in Zukunft 4775 Anhängern der RB-Gegner Platz, was etwa zehn Prozent der Gesamtkapazität von 47.069 Plätzen ausmacht.

So lassen sich die Sitze im B-Block ausklappen

Kioske und Toiletten in modernem Design

Neu und glänzend wird es künftig in den Innenräumen der Kioske, von denen es nun 34 – statt wie bisher 21 – gibt. „Wir haben alle Bestandskioske komplett entkernt, es stand nur noch die Fassade da. Dann haben wir sie komplett neu aufgebaut.“ Vor allem was die Verpflegung angeht, schmeißt sich RB Leipzig so richtig ins Zeug. Die neuen Getränkekioske sind mit von innen befüllbaren Kühlhäusern ausgestattet, denn das war bislang ein großes logistisches Problem. „Jedes Fass Bier, das im Kiosk leer wurde, wurde während des Spiels einzeln aus den Kühllagern in der Tiefgarage an den Kiosk gebracht“, erklärt Jänicke. Die Speisekioske haben eine entsprechende Abluft, sodass in allen Pommes und Würste gemacht werden kann. Zudem sollen drei davon sogenannte Spezialitätenkioske werden, in denen das Angebot immer mal wieder rotieren soll. So kann beispielsweise mal Sushi im Stadion gegessen werden, dann vielleicht mal Pizza und sonstige Köstlichkeiten, die von externen Anbietern kommen könnten. „Vielleicht holen wir mal den Döner von der Jahnallee ins Stadion. Wenn wir feststellen, dass das der absolute Renner ist, dann wird es Döner geben“, sagt Jänicke und lacht dabei.

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Von außen sollen die Imbiss- und Getränkebuden aber auch optisch aufgewertet werden. Passend zur modernen Arena bekommen sie statt der bisherigen Wellblechfassade nun eine aus sogenanntem Faserzement in einer eleganten und modischen Anthrazitfarbe. Zudem verpasst in der neuen Saison niemand mehr auch nur eine Minute vom Spiel, wenn er mal Verpflegung holt. Denn nicht nur das Angebot der Kioske soll künftig auf Bildschirmen zu sehen sein. An jedem Stand werden zudem zwei Monitore angebracht, auf denen das Spiel zu sehen sein soll, mit Wiederholungen und allem Drum und Dran. Auch die Toiletten erstrahlen in neuem Glanz, mit neuer Ausstattung und Beleuchtung. So sind beispielsweise die Waschbecken coronakonform mit sensorgesteuerten Wasserhähnen ausgestattet. Außerdem werden zu Saisonbeginn deutlich mehr stille Örtchen in der Arena zur Verfügung stehen.

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