16. Juni 2022 / 19:08 Uhr

Umbrüche, Schnäppchenjäger und Co.: Wer ist der bisherige Transfer-Meister der Bundesliga?

Umbrüche, Schnäppchenjäger und Co.: Wer ist der bisherige Transfer-Meister der Bundesliga?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Viele der 18 Bundesligisten waren in der laufenden Transferperiode bereits aktiv.
Viele der 18 Bundesligisten waren in der laufenden Transferperiode bereits aktiv. © IMAGO/GEPA pictures, Sven Simon, Ulrich Hufnagel (Montage)
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Das Transferfenster ist geöffnet und die 18 Bundesligisten basteln fleißig an ihren Kadern für die kommende Saison. Aber wer war auf dem Transfermarkt bisher am aktivsten? Wer zahlt die größten Summen und wer hält sich eher zurück? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen.

Auch in diesem Sommer waren die Bundesligisten schon auf dem Transfermarkt aktiv. Ab dem 1. Juli ist das Transfer-Fenster offiziell geöffnet, bis zum 31. August haben die Teams dann noch Zeit, ihre Wunschspieler zu verpflichten. Doch wer hat bis jetzt die meisten Spieler geholt? Wer investiert am meisten in den Kader der neuen Saison und wer setzt eher auf ablösefreie Transfers? Diese und weitere Fragen beantwortet der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

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Wer hat die meisten Spieler geholt?

Bisher am aktivsten auf dem Transfermarkt war der FC Schalke 04. Gleich zehn Spieler verpflichteten die "Königsblauen" bereits für die Mission Klassenerhalt – und das vor Beginn der Transfer-Frist. Aber: Drei der zehn Neuzugänge waren bereits in der Vorsaison als Leihspieler in Gelsenkirchen und gehen mit Vorerfahrung beim Revierklub in das Jahr nach der Bundesliga-Rückkehr. Für den Niederländer Thomas Ouwejan, Mittelfeldmann Rodrigo Zalazar und Stürmer Marvin Pieringer zogen die Schalker jeweils eine Kaufoption. Ebenfalls sehr aktiv war Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt. Die Hessen verpflichteten in diesem Sommer bereits acht neue Spieler. Auch hier sind zwei der Neuzugänge bereits in der Vorsaison Teil des Kaders gewesen. Die Frankfurter Eintracht zog die Kaufoptionen für den Norweger Jens Petter Hauge und den Kroaten Kristijan Jakic. Ganz ohne die Verpflichtung von Leihspielern aus der Vorsaison sind Union Berlin und Borussia Dortmund bisher ausgekommen. Union nahm mit U21-Europameister Lennart Grill (Leihe mit Kaufoption von Bayer Leverkusen) den siebten Neuzugang unter Vertrag, der BVB hat bisher sechs Spieler verpflichtet.

Wer hat die meisten Spieler abgegeben?

Eintracht Frankfurt hat nicht nur ordentlich eingekauft, die Hessen haben im Sommer bisher auch erheblich aussortiert. Bereits acht Spieler haben den Verein während des aktuellen Transferfensters verlassen, zwei weitere – der 23 Jahre alte Stürmer Ragnar Ache wechselt für ein Jahr zu Greuther Fürth, der 18-Jährige Antonio Foti schließt sich für zwei Jahre Hannover 96 an – wurden verliehen. Acht Spieler auf der Abgabeseite hat Union Berlin. Einer von ihnen, Leon Dajaku, war allerdings in der Vorsaison bereits an den AFC Sunderland ausgeliehen und wurde vom englischen Zweitliga-Aufsteiger fest verpflichtet. Auch den FSV Mainz 05 verließen im Sommer bislang acht Spieler. Darunter ist die einjährige Leihe des jungen Flügelspielers Paul Nebel zum Karlsruher SC. Ebenfalls gleichauf mit acht Abgängen: Hertha BSC. Zuletzt verlieh die Hertha Torwart Alexander Schwolow für ein Jahr an Aufsteiger Schalke 04.

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Wer war bisher am wenigsten aktiv?

Während sich einige Bundesliga-Klubs im Kaufrausch befinden, hielten andere Vereine bislang die Füße weitestgehend still. Pokalsieger RB Leipzig und auch der SC Freiburg verpflichteten in der laufenden Transferphase erst jeweils einen Spieler. Während die Leipziger mit dem 31 Jahre alten Janis Blaswich (kommt ablösefrei von Heracles Almelo aus der niederländischen Eredivisie) lediglich einen Ersatztorwart verpflichteten, ist der einzige Neuzugang der Freiburger ein echter Hochkaräter. Der 46-malige deutsche Nationalspieler Matthias Ginter kommt – ebenfalls ablösefrei – von Bundesliga-Konkurrent Borussia Mönchengladbach und kehrt damit nach acht Jahren zu seinem Jugendklub zurück. Jene Gladbacher sind auf dem Transfermarkt bisher noch gar nicht tätig geworden. Die "Fohlen" verpflichteten bislang keinen einzigen Spieler.

Wer hat am meisten Geld investiert?

Um ihren Wunschkader für die kommende Saison aufzubauen, nahmen die Bundesligisten in der Vergangenheit oft eine Menge Geld in die Hand. Bisher konnte allerdings nur ein Verein die 20-Millionen-Euro-Marke in diesem Sommer knacken: Borussia Dortmund ließ sich die Dienste von Spielern wie Karim Adeyemi und Nico Schlotterbeck insgesamt 55 Millionen Euro kosten. Auf Platz zwei folgt mit Ausgaben von 18,5 Millionen Euro der FC Bayern. Der deutsche Rekordmeister überwies diese Summe für Mittelfeldtalent Ryan Gravenberch an Ajax Amsterdam. Das drittmeiste Geld nahm in diesem Sommer bisher Eintracht Frankfurt in die Hand. Die Hessen zahlten allein für die Kaufoption von Offensivmann Jens Petter Hauge 12 Millionen Euro an den AC Mailand. Insgesamt gab der amtierende Europa-League-Sieger 18 Millionen Euro für Neuverpflichtungen aus.

Welche Spieler waren am teuersten?

Den teuersten Neuzugang der bisherigen Transferphase kaufte Borussia Dortmund ein. Der Vizemeister der vergangenen Saison zahlte 30 Millionen Euro für das deutsche Sturmtalent Karim Adeyemi an den österreichischen Meister und Pokalsieger RB Salzburg. Und auch den teuersten Abgang haben die Dortmunder zu verzeichnen. Star-Stürmer Erling Haaland wechselte aus dem Ruhrgebiet zu Manchester City. Für den Norweger erhielt der BVB zwischen 60 und 75 Millionen Euro.

Wer konnte die meisten Spieler ablösefrei verpflichten?

Ablösefreie Transfers sind gerade vor dem Hintergrund der finanziellen Herausforderungen während der Corona-Pandemie für die Bundesliga-Klubs eine dankbare Lösung. An Spielern, deren Verträge auslaufen, sind oftmals viele Vereine interessiert. Die meisten ablösefreien Akteure sicherten sich Union Berlin und Eintracht Frankfurt. Jeweils fünf Spieler sicherten sich die beiden Teams zum Nulltarif. Aber auch Borussia Dortmund, der FSV Mainz 05 und Werder Bremen haben sich an ablösefreien Spielern bedient und nahmen jeweils drei Spieler auf diese Weise unter Vertrag. Den ablösefreien Spieler mit dem höchsten Marktwert verpflichtete übrigens der BVB. Der deutsche Nationalspieler Niklas Süle kommt vom FC Bayern und ist laut dem Datenportal Transfermarkt.de zurzeit 35 Millionen Euro wert.

Wer ist denn nun der bisherige Transfer-Meister?

Eine Menge Vereine haben in der laufenden Transferphase bereits gute Deals gelandet und können schon jetzt mit gewissem Optimismus auf die neue Spielzeit blicken. Doch insbesondere die Neuverpflichtungen von Borussia Dortmund stechen bislang heraus. Die Dortmunder haben mit Nico Schlotterbeck und Niklas Süle zwei der besten deutschen Innenverteidiger für sich gewonnen – letzteren sogar ablösefrei. Zudem kommt mit Karim Adeyemi eines der größten Sturm-Talente zum BVB. Allerdings hat auch Union Berlin bisher keine schlechte Arbeit geleistet. Die "Köpenicker" haben mit Milos Pantovic, der vom VfL Bochum kommt, Janik Haberer vom SC Freiburg und Paul Seguin von Greuther Fürth bereits mehrere Spieler mit Bundesliga-Erfahrung verpflichtet, die es auf Anhieb in die Startelf schaffen könnten. Dem SC Freiburg ist mit der ablösefreien Rückkehr von Ginter als Ersatz für Schlotterbeck ebenfalls ein echter Transfer-Coup gelungen.