08. März 2021 / 18:57 Uhr

Umfrage zum Amateurfußball: DFB macht Druck auf die Politik - Vereinsaustritte steigen

Umfrage zum Amateurfußball: DFB macht Druck auf die Politik - Vereinsaustritte steigen

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der DFB präsentierte am Montag die Ergebnisse seiner Umfrage. Auf dem Podium: Präsident Fritz Keller (M.), Vize Dr. Rainer Koch (links) und DFB-Abteilungsleiter Basisberatung und -entwicklung Leon Ries.
Der DFB präsentierte am Montag die Ergebnisse seiner Umfrage. Auf dem Podium: Präsident Fritz Keller (M.), Vize Dr. Rainer Koch (links) und DFB-Abteilungsleiter Basisberatung und -entwicklung Leon Ries. © Thomas Boecker/DFB
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Die Auswirkungen des Lockdowns auf den Amateurfußball sind gravierend für die Vereine. Der Deutsche Fußball Bund präsentierte am Montagnachmittag Ergebnisse seiner Umfrage und appelliert an die Politik, bald wieder spielen zu dürfen.

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Die Botschaft ist klar. "Unsere Fußballspieler wollen zurück auf den Platz. Die Sehnsucht nach dem Fußball, nach den Vereinen, nach dem gesellschaftlichen Leben ist riesig", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Fritz Keller am Montag. "Der Amateurfußball sitzt im Wartezimmer der Politik", sagte sein Vize, Rainer Koch. Der DFB macht Druck auf die Politik. Die hatte zuletzt beschlossen, dass Spiele im Amateurbereich frühestens ab dem 22. März möglich seien, sollte der Inzidenzwert unter 50 liegen.

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Mit über sieben Millionen Mitgliedern und fast 25 000 Vereinen ist der DFB der größte Verband der Welt und präsentierte in einer virtuellen Pressekonferenz die Ergebnisse seiner Umfrage im Amateurfußball, der wegen der Corona-Pandemie seit Monaten stillsteht. "Wir wollen alles tun, um die Freude am Fußball zurückzuholen", so Keller, der sich auch mit einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel gewandt hatte.

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Die Umfrage – an der zwischen dem 19. und 27. Februar 101 710 Menschen teilnahmen – ergab, dass fast alle Personen, die im Amateurfußball engagiert sind, sich eine Rückkehr in ihre Vereine wünschen. Und zwar sobald die Situation in der Coronavirus-Pandemie dies erlaubt. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt.

"Mit Blick auf die Strategie kostenloser Selbst- und Schnelltests erhoffen wir uns von der Politik weitere Öffnungen für den Sport und für die Gesellschaft“, so Keller. "Spätestens wenn die Außengastronomie wieder öffnen darf, muss es möglich sein, dass wieder Amateurspiele besucht werden können."

Amateursport kein Treiber der Pandemie

98 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage des DFB an, den durch die Pandemie flächendeckend brachliegenden Amateurfußball zu vermissen. Weit über 90 Prozent waren sich zudem einig, dass sie nach dem Lockdown in dem Amateurfußball zurückkehren werden.

"Fußball ist eine Sportart mit nur sehr kurzzeitigen Kontakten, dazu wird an der frischen Luft gespielt, was zum geringen Infektionsrisiko beiträgt", so Keller. Der Amateursport sei daher kein Treiber der Pandemie. "Von dieser Angst muss man sich lösen", sagte Koch. Der Amateursport sei vor allem auch Lösung des Problems. Denn durch Tests würden auch Spieler rausgefischt werden, die das Virus in sich tragen und dann isoliert würden.

Eine große Baustelle ist vor allem der finanzielle Druck, der für die Vereine während des Lockdowns immer mehr zunimmt. Das zeigt auch die Umfrage: Sahen vor der Corona-Krise nur 24 Prozent die finanzielle Situation als Herausforderung an, sind es nach Corona 38 Prozent. Problem: Der DFB kann hier nicht mit Zahlungen helfen. "Es sind Hilfestellungen geplant. Wir können aber nicht direkt bezahlen, das ist uns aus Gemeinnützigkeitsrecht nicht möglich", so Keller.

Vereinsaustritte steigen durch die Pandemie

Aus den Umfrageergebnissen geht zudem hervor, dass die Vereinsaustritte während der Corona-Zeit gestiegen sind. 22 Prozent der Befragten – also immerhin mehr als jeder Fünfte – betonten, die Zahl der Vereinsaustritte sei sogar spürbar nach oben gegangen. Klar ist aber auch: Der DFB will das Infektionsgeschehen trotz klarer Forderung an die Politik im Auge behalten. Sollte es wieder steigen, "haben wir die Füße wieder stillzuhalten", sagte Keller. Dennoch war die Botschaft deutlich: Millionen von Amateursportlern wollen in den Spielbetrieb zurückkehren – und das will auch der DFB.