15. Mai 2020 / 10:50 Uhr

Umfrage: Mehrheit der Bürger gegen Fortsetzung der Bundesliga - Bouffier zweifelt an DFL-Konzept

Umfrage: Mehrheit der Bürger gegen Fortsetzung der Bundesliga - Bouffier zweifelt an DFL-Konzept

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesliga geht wieder los - dafür gibt es Kritik aus der Bevölkerung und der Politik, zum Beispiel von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.
Die Bundesliga geht wieder los - dafür gibt es Kritik aus der Bevölkerung und der Politik, zum Beispiel von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. © imago images/Sven Simon/Jan Huebner
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In Deutschland gibt es eine ablehnende Haltung gegenüber der Bundesliga-Fortsetzung - das geht aus dem aktuellen "Deutschlandtrend" hervor. Demnach ist die Mehrheit der Bürger gegen den Neustart. Kritik kommt auch von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

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Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Fortsetzung der Bundesliga. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Saison-Neustart am kommenden Wochenende, wie aus dem „Deutschlandtrend“ im ARD-„Morgenmagazin“ vom Freitag hervorgeht. Knapp ein Drittel (31 Prozent) ist dagegen für die Fortführung. Zwölf Prozent interessieren sich nicht für Fußball; ein Prozent machte keine Angaben.

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40 Prozent der Befragten gaben an, sich weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen von der Politik zu wünschen. Unter ihnen gibt es aber keinen klaren Zuspruch für die Fortsetzung der Saison: 45 Prozent äußern Zweifel, 40 Prozent sind dafür.

Aus dem ZDF-Politbarometer geht ebenfalls eine wachsende Ablehnung der Deutschen zur Fortsetzung der Bundesliga hervor. Demnach sprechen sich 62 Prozent der Befragten für einen vorzeitigen Abbruch der Saison aus. In der vergangenen Woche waren 54 Prozent dafür. Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) findet den Neustart hingegen gut.

Hessens Regierungschef Bouffier: Konzept könnte scheitern

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat derweil Zweifel an den Corona-Auflagen der Deutschen Fußball Liga geäußert. Er hoffe, dass die Bundesliga die Saison abschließen könne. Es könne aber passieren, "dass bei positiven Tests halbe Mannschaften in Quarantäne müssen und das ganze ausgefeilte Konzept für die Corona-Krise nicht funktioniert", sagte der CDU-Politiker der Düsseldorfer Rheinischen Post vom Freitag. Ein Beispiel dafür lieferte jüngst Dynamo Dresden, das sich nach Corona-Fällen im Verein in 14-tägiger Quarantäne befindet - und somit den Re-Start verpassen.

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Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. ©

Dass die zahlreichen Tests für Fußballspieler von vielen Menschen als ungerecht empfunden würden, könne er sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig verwies Bouffier aber darauf, dass es sich dabei nur um 3000 von 400.000 abgerufenen und einer Million zur Verfügung stehenden Tests pro Woche handele. "Testbedarfe aus dem Gesundheitswesen gehen immer vor", betonte er.