27. November 2020 / 13:05 Uhr

Ummerns Kapitän Kutz und seinem Team hilft die Heimatverbundenheit

Ummerns Kapitän Kutz und seinem Team hilft die Heimatverbundenheit

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Voller Einsatz fürs Team: Für Ummerns Kapitän Maximilian Kutz gibt es nur Arbeit und Fußball.
Voller Einsatz fürs Team: Für Ummerns Kapitän Maximilian Kutz gibt es nur Arbeit und Fußball. © Lea Rebuschat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Erst zu Saisonbeginn hat Maximilian Kutz die Kapitänsbinde bei Fußball-Bezirksligist VfL Germania Ummern übernommen, doch der 23-Jährige trat das Amt nicht ohne Erfahrung an - und hat dank der Heimatverbundenheit vieler seiner Mitspieler keine Probleme, das Team auch in der Corona-Krise zusammenzuhalten.

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Bis zur Sommerpause war noch Vitali Sterz Ummerns Kapitän, "aber er wollte sich da ein bisschen zurücknehmen", so Kutz. Als Ersatz wurde der Mittelfeldspieler vorgeschlagen, "und die Mannschaft fand's gut", blickt Kutz zurück. "Ich war vorher auch schon einige Jahre Co-Kapitän." Seit Saisonbeginn ist er nun also der Spielführer des VfL.

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Den Kontakt mit den Mitspielern trotz des erneuten Corona-Lockdowns zu halten, fällt Kutz dabei nicht schwer: Die meisten Germanen-Kicker kommen auch aus Ummern. "Ich habe auch von Vereinen gelesen, die virtuelle Veranstaltungen organisieren", so Kutz. "Das machen wir nicht. Ummern ist relativ klein, da trifft man eigentlich jeden mindestens einmal die Woche, auch wenn es gar nicht geplant ist", erklärt der Kapitän mit einem Schmunzeln. "Aber wir stehen auch so in Kontakt, zum Beispiel über Whatsapp. Wir sind ja nicht nur Teamkollegen, sondern auch Freunde."

Und dort liegt ein gewisser Ansporn für die Ummerner: "Spezielle Trainingspläne haben wir nicht, aber die Vorgabe, jede Woche zweimal eine bestimmte Anzahl an Kilometern zu laufen", so der VfL-Kapitän. "Das macht jeder für sich." Eigentlich - denn das Team hat eine Gruppe in einer Lauf-App erstellt, in der sich die Ergebnisse der Mitspieler verfolgen lassen. "Eine andere Art von Training, aber motivierend", findet Kutz. "Sich ein bisschen vergleichen zu können, ist eine schöne Sache."

Auch neben dem Platz gibt es für Kutz außer seiner Arbeit nur Fußball. "Das ist mein einziges Hobby, das mich schon seit Jahren begleitet", so der Mittelfeldspieler. "Aktuell versuche ich es mit Laufen oder Krafttraining, aber Hobbys sind es für mich nicht." Auch an der Konsole ist Kutz nicht zu finden - "das letzte Fifa, das ich gezockt habe, war glaube ich die 2011er-Version."

Hinzu kommt nämlich die Arbeit im Reporting einer internationalen Firma. Ein Zeit-intensives Unterfangen für den gelernten Industriekaufmann, der seine Arbeit aber gern macht: "Das ist sehr interessant. Ich habe dabei viel Kontakt zu anderen Kulturen und Nationen, das macht mir viel Spaß." Möglichen Auslandsreisen habe allerdings die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht, zumindest vorerst. "Der Hauptsitz der Firma ist in Houston, Texas. Da wäre ich ohne Corona wohl schon hingeflogen", so Kutz. "Aber die Gelegenheit wird sicher wiederkommen."

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise:

Serien-Tipp: When They See Us. "Eine interessante Serie, die auf einer wahren Begebenheit basiert. Es geht um die ungerechte Bestrafung von fünf Jugendlichen."

Film-Tipp: Forrest Gump. "Ein Klassiker, den ich jährlich gucke. Der Film hat eine gute Message."

Buch-Tipp: "Jetzt" von Eckhart Tolle. "Das Buch steigert die Positivität im Alltag."