22. November 2021 / 19:25 Uhr

Unaufgeregte Stimmung bei Hansa nach Niederlage gegen Aue

Unaufgeregte Stimmung bei Hansa nach Niederlage gegen Aue

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Zufrieden war auch Markus Kolke nicht mit der Niederlage gegen Aue. Dramatisch sei sie allerdings auch nicht gewesen.
Zufrieden war auch Markus Kolke nicht mit der Niederlage gegen Aue. Dramatisch sei sie allerdings auch nicht gewesen. © Lutz Bongarts
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Mit einem Sieg gegen Aue hätte Hansa Rostock einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt einfahren können. Obwohl das nicht klappte, war die Stimmung in Rostock erstaunlich positiv.

Nach drei Pflichtspiel-Siegen am Stück – das Testspiel gegen Wolfsburg eingerechnet, waren es sogar vier Erfolge – hat Hansa Rostock am Wochenende gegen Erzgebirge Aue mit 1:2 im Ostseestadion verloren. Die letzte Niederlage davor datierte vom 24. Oktober. Es war das 0:4 auf St. Pauli. Fast schon einen Monat her. Dass Hansa in der Aufstiegssaison in die 2. Bundesliga so lange ungeschlagen, vielmehr siegreich, bleiben könnte, hätten vermutlich nur die wenigsten erwartet. Gerade nach dem niederschmetternden Ergebnis in Hamburg.

Zwar zeterte Youngster Kevin Schumacher nach der Niederlage wie ein Rohrspatz, doch das lag wohl auch in erster Linie daran, dass sein Tor nach einer hauchdünnen Abseits-Entscheidung durch den Videoschiedsrichter zurückgenommen wurde. Ansonsten waren die Gemüter in Rostock eher unaufgeregt. Dabei ging es, zumindest unter Berücksichtigung des aktuellen Tabellenstandes, gegen den Vorletzten, wenngleich die Erzgebirgler in den Wochen zuvor deutlich im Aufwind waren.

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Härtel ungewohnt milde

„Das wirft uns nicht zurück“, sagte etwa Torwart und Kapitän Markus Kolke nach dem Spiel. „Wir sind im Kopf so stark, haben uns zuletzt genug Selbstvertrauen geholt.“ Platz 11 nach 14 Spieltagen mit 17 Punkten sind ein Zwischenstand, den sich der Rostocker Schlussmann nicht zerreden lassen wollte. Auch, wenn es nur drei Zähler Vorsprung bis zum Relegationsplatz sind. Acht wären es gewesen, hätte die Kogge gegen Aue gewonnen. „Wenn wir jetzt 20 Punkte hätten, müssten wir trotzdem noch welche holen, um am Ende nicht abzusteigen. Deswegen brauchen wir uns jetzt nicht den Kopf zerbrechen.“

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Zufrieden war zwar auch Hansa-Trainer Jens Härtel nicht mit dem Ergebnis. Vorwürfe machte er dem Team trotzdem nicht. Im Gegenteil. Für seine Verhältnisse gab er sich ungewöhnlich milde: „Kompliment an die Mannschaft. Sie hat alles versucht, alles reingeworfen. Heute fehlte das Glück.“ Sein Team werde sich von diesem Rückschlag keineswegs unterkriegen lassen, am kommenden Wochenende in Paderborn wieder angreifen.

Dotchev spricht von Glück

Das Glück, das Härtel vermisste, hatte hingegen ein Ex-Rostocker bei sich und seiner Mannschaft ausgemacht. Pavel Dotchev, Interimstrainer und Sportlicher Leiter der Veilchen, sah sein Team im Bunde mit Fortuna, als der VAR bei Schumachers vermeintlichem Treffer nochmal genau hinschaute. „Es war glücklich, dass wir da nicht das zweite Tor bekommen haben“, sagte der Bulgare, dem anzumerken war, dass ein Teil seines Herzens immer noch für Hansa schlägt. „Nicht unverdient“ sei der Auer Sieg trotzdem gewesen. Und „ganz wichtig für die Zukunft“, wie Marc Hensel, Teamchef der Veilchen, ergänzte: „Es gab zwei, drei Phasen, in denen das Spiel hätte kippen können. Die Jungs haben es unter ganz schwierigen Bedingungen super gemacht.