22. Oktober 2020 / 10:53 Uhr

"Unbeschreiblich": Erzgebirge Aues Breitkreuz nach langer Leidenszeit wieder da

"Unbeschreiblich": Erzgebirge Aues Breitkreuz nach langer Leidenszeit wieder da

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
steve breitkreuz
Aues Steve Breitkreuz (r) mit Hamburgs Aaron Hunt im Zweikampf um den Ball. © dpa
Anzeige

Steve Breitkreuz feierte nach mehr als einjähriger Verletzungspause sein Comeback für Erzgebirge Aue. Er ging mit der Mannschaft in Hamburg unter, doch für den Verteidiger zählte an diesem Abend viel mehr das Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen.

Anzeige

Hamburg/Aue. Endlich wieder das Trikot überstreifen, gemeinsam mit den Teamkollegen den Rasen betreten und einfach nur Fußball spielen: Steve Breitkreuz war nach dem Abpfiff im Hamburger Volksparkstadion überwältigt. "Es ist unbeschreiblich. Ich kann es noch gar nicht so richtig fassen", sagte der Abwehrspieler des FC Erzgebirge Aue. Nach 535 Tagen Verletzungspause feierte Breitkreuz im Nachholspiel beim HSV sein Comeback: "Mir hätten auch nur fünf Minuten Einsatzzeit gereicht, damit ich das Feeling aufsaugen und dabei sein kann. Dafür, dass ich 90 Minuten spielen durfte, bin ich umso glücklicher."

Anzeige

Am 5. Mai 2019 hatte Breitkreuz sein letztes Pflichtspiel für Aue bestritten. Wegen einer komplizierten Knieverletzung musste der Innenverteidiger mehr als ein Jahr pausieren. Doch er kämpfte sich zurück. Mitte September hatte Breitkreuz wieder das Training aufgenommen, am Mittwoch schenkte Trainer Dirk Schuster ihm das Vertrauen für die Startelf. "Es war eine sehr lange Leidenszeit. Ich bin stolz, dankbar und freue mich extrem – trotz der Niederlage", erklärte Breitkreuz nach der 0:3-Pleite.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur- FCE-Niederlage

Der FC Erzgebirge Aue verliert das Nachholspiel vom 4. Oktober beim Hamburger SV mit 3:0. Zur Galerie
Der FC Erzgebirge Aue verliert das Nachholspiel vom 4. Oktober beim Hamburger SV mit 3:0. ©

Der 28-Jährige war bemüht, schmiss sich in jeden Zweikampf, doch gegen die übermächtige HSV-Offensive war auch Breitkreuz chancenlos. "Wir haben gemessen an den Spielanteilen und den Chancen verdient verloren. Die Qualität der Hamburger ist nicht zu verteidigen gewesen. Wir hätten hier gerne etwas geholt, aber wir können trotzdem in den Spiegel schauen", meinte Breitkreuz. Wie gut sein Knie und sein Körper den ersten harten Belastungstest nach langer Zeit verkraftet haben, wird sich erst noch zeigen, meinte der Abwehrspieler: "Am Spieltag hat man rastlose Beine. Das Loch kommt dann wahrscheinlich erst zwei Tage später."

Ergebnis enttäuschend

Für Chefcoach Schuster war das Breitkreuz-Comeback der einzige Lichtblick an einem ansonsten gebrauchten Abend für Aue. "Steve hat seine ersten 90 Minuten nach über einjähriger Pause sehr positiv gestaltet. Er steht uns als weitere Alternative zur Verfügung und erhöht die Flexibilität", sagte Schuster.

Für den schwachen Auftritt der Mannschaft fand der 52-Jährige bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff beim TV-Sender Sky deutliche Worte: "Das Ergebnis ist enttäuschend. Wenn ich mir die Gegentore anschaue, wird mir teilweise schlecht dabei. Wir haben mit haarsträubenden Fehlern diese Treffer begünstigt."

Viel Zeit, um über die erste Saisonniederlage zu grübeln, haben die Erzgebirger nicht. Schon am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) steht beim VfL Bochum das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. "Wir müssen uns wieder mehr zutrauen und auf die eigenen Stärken besinnen. Dann wird es in Bochum ein ganz anderes Spiel", sagte Defensivspieler Louis Samson.

Sebastian Wutzler