19. November 2018 / 22:41 Uhr

Ausgleich in letzter Sekunde: Bitteres DFB-Remis gegen Holland

Ausgleich in letzter Sekunde: Bitteres DFB-Remis gegen Holland

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Enttäuschte Gesichter: Die deutsche Nationalmannschaft kassierte gegen Holland in Gelsenkirchen kurz vor Spielschluss den Ausgleich. 
Enttäuschte Gesichter: Die deutsche Nationalmannschaft kassierte gegen Holland in Gelsenkirchen kurz vor Spielschluss den Ausgleich.  © imago/Uwe Kraft
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Zum Abschluss des Länderspieljahres spielt die Nationalelf 2:2 gegen Holland. Viele Fans blieben erneut zu Hause.  

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Nicht mal die einzig positive Nachricht des Länderspieljahres 2018 gab es zum Schluss: Aufgrund des späten Ausgleichs spielte Deutschland gegen die Niederlande nur 2:2 und muss heute auf einen Sieg von Portugal gegen Polen hoffen, um bei der Auslosung der EM-Qualifikation am 2. Dezember in Dublin in Topf 1 der gesetzten Teams zu liegen. Immerhin: Es gab am gestrigen Abend keine „Absteiger, Absteiger“-Rufe, obwohl die Nationalmannschaft schon vor dem Anpfiff als Gruppenletzter der Nations League feststand und bei der Fortsetzung des Wettbewerbs im Herbst 2020 in der B-Liga antreten muss.

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„Wir kommen wieder, keine Frage“ war stattdessen auf dem riesigen Plakat über der deutschen Fankurve zu lesen. Zumindest die Hoffnung auf eine bessere Zukunft scheint nach dem WM-Debakel wieder zurück – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dass das Vertrauen und die Liebe zum DFB-Team noch nicht gänzlich wieder hergestellt sind, war an der Zuschauerzahl abzulesen. Wie schon beim 3:0 gegen Russland am vergangenen Donnerstag in Leipzig blieben auch auf Schalke viele Plätze leer. Diesmal waren es gut 12 000 der 54 000 – das gab es lange nicht.

Dann traf Quincy Promes zum Anschlusstreffer (85.), bevor Virgil van Dijk in der Nachspielzeit den Ausgleich markierte. So blieb das 0:3 im Hinspiel in Amsterdam immerhin der letzte Tiefpunkt des Seuchenjahres. Sogar Löw stand danach zwischenzeitlich auf der Kippe und wurde ein stückweit zu seinem Glück gezwungen, den Umbruch schneller und intensiver einzuläuten, als eigentlich geplant. Nun soll und darf er nach dem (sportlich irrelevanten) Abstieg aus der Nations League den Neuaufbau weiter forcieren, weitere Talente einbauen und Deutschland dorthin zurückführen, wo es von der Qualität eigentlich hingehört: In die Weltspitze.

Bis März haben die Nationalspieler und der Bundestrainer nun Zeit, sich endgültig vom WM-Kater zu erholen. Oder wie DFB-Direktor es vor dem Spiel treffend formuliert hatte: „Dann ist es endlich vorbei.“ Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft den Schwung der letzten Spiele mit ins neue Jahr nehmen und den Wunsch der Fans erfüllen kann: „Wir kommen wieder, keine Frage.“

Kroos: "Natürlich bleibt das hängen"

„Natürlich bleibt das hängen, was am Ende passiert ist: das Ergebnis", sagte Toni Kroos nach der Partie: "Und das ist dem Spiel nicht angemessen. Bitter. Wir haben viele Sachen gut gemacht – aber den Deckel nicht draufgemacht. Wir müssen als Mannschaft noch weiter lernen."

Leroy Sané meint: "Am Ende haben wir keinen Zugriff mehr bekommen. Wir haben ihnen die Chancen gegeben – und die haben sie genutzt.“

Die Fans sahen auf dem Platz vermutlich schon einen Großteil der Mannschaft, mit der Joachim Löw das Unternehmen EM 2020 angehen wird. Der Bundestrainer setzte auf sein inzwischen fast schon etabliertes 3-4-3-System, diesmal mit den Rückkehrern Mats Hummels und Toni Kroos, aber erneut ohne Thomas Müller, der wie Marco Reus nach seiner Fußprellung zunächst auf der Bank saß. In der Offensive brachte Löw wieder sein neues Power-Trio mit Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sané. Die Startelf war eine Mischung aus Jung und Alt, aus frischem Blut und Erfahrung. Und sie machte erneut richtig Spaß.

Es dauerte gerade mal 28 Sekunden, bis einer der jungen Wilden für Aufregung sorgte. Doch der Schuss von Thilo Kehrer ging noch über das Tor. Wenig später klingelte es aber schon zum ersten Mal im Gehäuse von Hollands Keeper Jasper Cillessen, der bei der perfekt platzierten Direktabnahme von Timo Werner keine Chance hatte (9.).

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Und als die Partie gerade ein wenig einzuschlafen drohte, fiel der nächste Treffer. Erneut war es Einer aus der Garde der jungen Wilden, Sané, der nach seinem ersten Länderspieltor gegen Russland nachlegte und nach schöner Vorarbeit von Kroos das 2:0 markierte (19.). Danach kam in Sané´s altem Wohnzimmer kurzzeitig sogar so etwas wie Stimmung auf.

Diese flachte allerdings recht schnell wieder ab. Bis der Jubilar ins Spiel kam. Als Müller in der 67. Minute eingewechselt wurde, gab es viel Applaus. Kein Wunder, schließlich machte der Münchner sein 100. Länderspiel. Ein Erfolgserlebnis blieb ihm allerdings weiterhin verwehrt.

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