26. März 2020 / 11:35 Uhr

Unerfüllte Saison beim VV Grimma: Viel erlebt, oft gelacht, ab und an geweint

Unerfüllte Saison beim VV Grimma: Viel erlebt, oft gelacht, ab und an geweint

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Der VVG-BLockstand zumeist defensivstark an der richtigen Stelle und brachte Gegnerinnen reihenweise zur Verzweiflung. © Memofotografie
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Der Volleyballverein Grimma blickt auf eine durch die Corona-Pandemie jäh abgebrochene Saison zurück. Deren Höhepunkt war zweifellos der knapp verpasste Einzug ins Viertelfinale des DVV-Pokals.

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Grimma. Nach 2012 und 2013 hätte es in diesem Jahr der dritte Meistertitel in der Zweitliga-Südstaffel für den Volleyballverein (VV) Grimma werden können. Doch kurz vor dem wahrscheinlich die Saison entscheidenden Spiel beim einzig verbliebenen Meisterschafts-Konkurrenten VCO Dresden sorgte der Coronavirus für einen Abbruch der Meisterschaften sowohl in der 1. wie auch der 2. Volleyball-Bundesliga.

„Die Entscheidung war alternativlos und der Verein steht vollauf hinter ihr. Denn das Leben und die Gesundheit haben höchste Priorität“, äußerte sich Manager Frank Geißler im Rahmen eines via Facebook übertragenen Videos.

Zehn Siege am Stück

Rückblickend verwies er darauf, dass sich der Verein mit seiner ersten Mannschaft wieder zu einer der ersten Adressen im Zweitliga-Betrieb entwickelt hätte. Dies zeige nicht nur die tabellarische Spitzenposition, sondern auch die Tatsache, dass der Einzug in das Viertelfinale im Bundespokal mit der unglücklichen Niederlage gegen Erstligist Erfurt nur knapp verpasst worden sei. Zuletzt fuhr das Team in der Meisterschaft zehn Siege am Stück ein und erreichte den zweithöchsten Zuschauerschnitt in der Ligastaffel. „Kurz, es war unter sportlichen Gesichtspunkten eine tolle Saison“, so Geißler.

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Eine tolle Saison, die jedoch durchwachsen begann, was unter anderem in der notwendigen Integration neuer Spielerinnen sowie des Wechsels auf dem Trainerposten von Jorge Munari zu Ronny Lederer begründet lag.

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Sportlich lief es beim Damenteam des VV Grimma in der jäh beendeten Saison ausgezeichnet. © Memofotografie
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„Einen ersten kleinen Dämpfer gab es gleich am allerersten Spieltag mit der Tiebreak-Niederlage gegen Dingolfing. Doch diese hat uns noch viel mehr zusammengeschweißt und uns gezeigt, woran weiter gearbeitet werden muss“, so Chefcoach Lederer, der von „einem guten Mannschaftsgefüge“ und „einem prima Team“ spricht.

Dieses habe sich ab dem Qualifikationsspiel für den DVV-Pokal in Wiesbaden zunehmend gefestigt und insbesondere im Pokalspiel gegen Erfurt geglänzt und dem Favoriten bis zuletzt das Leben schwer gemacht. „Der verletzungsbedingte Ausfall unseres Kapitäns Julia Eckelmann im Neuwied-Spiel hat uns mental zwar sehr getroffen, doch wir waren auch in den Spielen ohne Julia für alle Gegner schwer zu bespielen und ab dem Auswärtsspiel in Waldgirmes nicht mehr aufzuhalten“, so Lederer. „Mein Dank geht in diesem Zusammenhang an alle, die uns bei den Auswärtsfahrten unterstützt haben, sowie an alle freiwilligen Helfer und unsere Fans.“

Vorzeitiges Saisonende schmerzt

Der VV-Grimma-Kapitän verhehlte nicht, dass sie und ihre Mannschaftskameradinnen das vorzeitige Saisonende schmerzt. „Aber wir stehen natürlich alle hinter dieser Entscheidung, und in einigen Wochen werden wir ganz bestimmt mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken“, so Eckelmann.

Man habe in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam viel erlebt, oft gelacht, ab und an geweint und auch in der Freizeit im Sinne der Stärkung des Zusammenhalts viel gemeinsam unternommen. Sie hoffe, dass das Team in seiner jetzigen Form zusammenbleibt, um in der nächsten Saison den Meistertitel noch einmal ins Visier nehmen zu können.

Sponsoren bei Stange halten

Derzeit besitzt aber auch beim VV Grimma das Krisenmanagement höchste Priorität. „Unser Verein setzt großes Vertrauen in die Politik sowie in eines der besten Gesundheitssysteme weltweit und wird seinerseits alle erforderlichen Maßnahmen umsetzen“, so Teammanager Geißler, der an alle appelliert, sich in die Vorbereitung auf die neue Saison einzubringen. Die Vertragsverlängerung mit Ronny Lederer sei bereits per Handschlag besiegelt. Und die Leistungsträgerinnen sollen motiviert werden, auch weiterhin das Trikot des Vereins überzustreifen. „Wir werden uns punktuell verstärken, wobei ich an dieser Stelle noch keine Namen nennen kann und möchte“, so Geißler.

Der Teammanager gibt sich trotz der gegenwärtigen weltweiten Krise optimistisch, dass die Sponsoren bei Stange halten werden und berichtet diesbezüglich von ersten „positiven Feedbacks“.

Einen Blick zurück richtete Vizepräsidentin Stefanie Diestel. „Wir stünden heute nicht dort, wo wir stehen, wenn es die Saison 2018/19 nicht gegeben hätte.“ Damals habe es vor dem Start so ausgesehen, als würde der Verein keinen spielfähigen Kader aufstellen können. „In diesem Zusammenhang möchte mich bei Kristin Stöckmann, Sandra Seyfferth, Diana Ceschia und Jana Hoffmann dafür bedanken, dass sie trotz ihrer privaten und beruflichen Ziele noch einmal eingesprungen sind. Zudem hat Kristin gemeinsam mit den anderen Trainern eine sehr gute Basis im Nachwuchsbereich geschaffen“, so Diestel.

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