08. November 2016 / 17:52 Uhr

Unfall an Werbebande war lebensgefährlich, zum Glück geht's "Mo" Saade wieder besser

Unfall an Werbebande war lebensgefährlich, zum Glück geht's "Mo" Saade wieder besser

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mohammed Saade konnte das Krankenhaus in Oldenburg bereits wieder verlassen.
Mohammed Saade konnte das Krankenhaus in Oldenburg bereits wieder verlassen. © privat
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Beim Spiel in Jeddeloh rutschte Arminias Mohamed Saade unter eine Werbebande und schlitzte sich den Fuß auf. Weil zwei Sehnen durchtrennt wurden, drohte sogar Nierenversagen.

Die gute Nachricht vorab: Mohamad Saade konnte am Dienstagnachmittag das Krankenhaus in Oldenburg verlassen, allerdings auf Gehhilfen. Seine Freundin und Sebastian Stannehl, früherer Weggefährte vom TSV Mühlenfeld, holten ihn ab. Am Vormittag hatte Bernd Krajewski, Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten SV Arminia Hannover, seinen Offensivspieler in Oldenburg besucht und war auch beim Gespräch mit dem diensthabenden Arzt dabei. „Was uns da berichtet wurde, war schon krass“, sagte Krajewski.

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Sogar Nierenversagen drohte

Saade war am Sonnabend in das Krankenhaus eingeliefert worden, als er sich im Auswärtsspiel beim SSV Jeddeloh in der 60. Minute eine schwere Verletzung zuzog – beim Versuch, den Ball kurz vor Überquerung der Torauslinie per Grätsche noch in den Strafraum zu flanken. Dabei rutschte er auf regennassem Boden mit seinen Beinen unter eine Werbebande. An den scharfen Metallkanten schlitzte er sich den Fuß auf, oberhalb des Knöchels wurden zwei Sehnen durchtrennt. Außerdem zog er sich eine tiefe Schnittwunde am Knie zu.

Das Knie blieb unbeschädigt. Aber die Durchtrennung der Sehnen, die die Ärzte in der Nacht zum Sonntag in einer Notoperation wieder miteinander verknüpften, hätten dem 25-Jährigen fast zum Verhängnis werden können. Krajewski, selbst natürlich nur Laienmediziner, berichtet nach dem Gespräch mit dem Arzt davon, dass durch die Durchtrennung der Sehnen Stoffe freigesetzt und das Blut verunreinigt hätten.

„Das Blut hatte einen Wert, der den Normalwert 40-fach überstiegen hat.“ Die Nieren Saades mussten demnach auf Hochtouren arbeiten, um das Blut wieder zu säubern. Das gelang. „Hätten die Nieren das nicht geschafft, hätte es sein können, dass er einschläft“, sagt Krajewski. Was bedeutet, dass Mohamad Saade – trotz der Beobachtung im Krankenhaus – auch an Nierenversagen hätte sterben können. Und das alles wegen eines Flankenversuchs und einer gefährlichen Werbebande.

Saade kann wieder spielen - nächstes Jahr

Zur Frage, ob man sich rechtliche Schritte gegen den SSV Jeddeloh wegen Verletzung von Verkehrssicherungspflichten vorbehält, wollte sich der Sportliche Leiter nicht äußern. „Schade finde ich jedoch, dass sich von denen niemand meldet und fragt, wie es unserem Spieler geht. Sie haben ja mitbekommen, was passiert ist.“

Saade wird nun in Hannover in diesen Tagen weitere Arztbesuche und Blut-Untersuchungen sowie Rehamaßnahmen vor sich haben. Fußball wird er nach Aussage des Oldenburger Arztes wieder spielen können, jedoch erst in drei Monaten. Sportlich hatte der junge Mann also Glück im Unglück, beruflich kam die schlimme Verletzung jedoch zur Unzeit. „Am Montag hätte ,Momo´ eine neue Arbeitsstelle antreten sollen“, berichtet Bernd Krajewski, der dem Patienten ein Trikot vom SV Arminia Hannover ans Krankenbett brachte.