21. Dezember 2020 / 18:11 Uhr

Unfassbares Pech: Wolfsburgs Machacek befördert erneut Mitspieler ins Krankenhaus

Unfassbares Pech: Wolfsburgs Machacek befördert erneut Mitspieler ins Krankenhaus

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
SPORT; Eishockey; DEL; Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine
Unglücklich: Wolfsburgs Spencer Machacek (l.) checkte Mitspieler Mathis Olimb (kl. Bild) ins Krankenhaus. © Britta Schulze
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Unfassbares Doppel-Pech für die Grizzlys Wolfsburg und ihren Sturm-Hünen Spencer Machacek. Beim 4:1 im DEL-Spiel gegen Krefeld fügte der Kanadier dem eigenen Mitspieler Mathis Olimb eine Gesichtsverletzung zu, die im Krankenhausaufenthalt endete. Das gleiche Pech hatte Eishockey-Profi Machacek schon 2018. Da checkte er Gerrit Fauser ins Krankenhaus.

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Er schoss das wichtige 1:1, doch rundum glücklich war Spencer Machacek von den Grizzlys Wolfsburg am Sonntag nach dem 4:1 gegen die Krefeld Pinguine nicht. Denn am Dienstag (20.30 Uhr) gegen die Eisbären Berlin spielen die Wolfsburger Eishockey-Profis dezimiert. Mittelstürmer Mathis Olimb fehlt mit schwerer Nasenverletzung. Ausgerechnet der eigene Mitspieler Machacek hatte ihn niedergestreckt. So traurig wie kurios: Fast das Gleiche war Machacek Anfang Dezember 2018 schon einmal passiert. Auch gegen Krefeld. Damals hatte er Gerrit Fauser unglücklich erwischt. Fauser fiel danach mit einer Gehirnerschütterung lange aus. Diesmal war es ähnlich unglücklich. Machacek versuchte in der 26. Minute beim Stand von 0:1 Krefelds Christian Bull mit der Schulter zu checken. Doch der mogelte sich fast ungeschoren vorbei, der ihn verfolgende Wolfsburger Olimb hatte weniger Glück, der weitaus größere Machacek erwischte ihn offenbar mit dem Ellenbogen im Gesicht. Olimb blutete, musste ins Krankenhaus. Nach SPORTBUZZER-Informationen wurde seine Nase gerichtet, sprich: sie war gebrochen. Eine Gehirnerschütterung ist nicht ausgeschlossen, da muss ohnehin abgewartet werden. Unwahrscheinlich, dass Olimb noch in einer der drei Partien in diesem Jahr zum Einsatz kommt.

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Drei Mittelstürmer rotieren

Wolfsburg wird jetzt wie schon im Rest des Spieles gegen Krefeld drei Mittelstürmer (Järvinen, Pfohl, Festerling) zu vier Flügelpärchen rotieren lassen. Mit Fauser steht im Fall der Fälle ein weiterer Akteur zur Verfügung, der Mittelstürmer spielen kann. Fauser betont: "Spencer muss sich keine Vorwürfe machen, die macht ihm auch keiner." Der Kanadier, wie Fauser Vizekapitän, bestätigt: "Ich war natürlich enttäuscht. Mit Mathis sind wir ein besseres Team. Ich hoffe, er kommt schnell wieder auf die Beine. Das war sehr unglücklich. Die Kollegen haben mich aufgebaut." Sein Spiel müsse Machacek nicht ändern, meint Fauser: "Spieler wie ihn, die Energie reinbringen, physisch spielen, die brauchst du. Und er ist ein richtiger Kerl mit Masse, erwischt er einen, dann scheppert es." Manchmal ist es auch der eigene Mitspieler. Fauser: "So etwas passiert, auch im Training, in 99 Prozent der Fälle ohne Folgen. Natürlich drücken wir jetzt alle Mathis die Daumen, dass es nicht zu schlimm ist und er schnell wieder zurück ist."

Atmosphäre bereitet Fliegauf Kummer

Gegen die Eisbären wird es am Dienstag das erste Spitzenspiel der jungen Saison. Wolfsburg ist Erster, Berlin Zweiter, sie waren die einzigen Teams ohne Punktverlust am ersten Spieltag. Die Gäste werden ein anderes Kaliber als Krefeld, sind tiefer besetzt. Die Grizzlys aber, die vor Krefeld fünf (Cup-)-Partien in Folge verloren und dabei nie mehr als zwei Tore erzielt hatten, dürften neues Selbstvertrauen getankt haben. Dass noch Luft nach oben ist, war allen bewusst. "Im ersten Drittel war es mir zu offen, da haben wir zu viel zugelassen", meinte Manager Charly Fliegauf, aber später waren wir klar überlegen." Die gespenstische Atmosphäre in leeren Hallen macht dem Ex-Profi derweil weiter zu schaffen: "Es ist einfach nicht dasselbe Spiel wie mit Kulisse, normalerweise kreierst du über die Atmosphäre ein Momentum, manchmal helfen auch Pfiffe aus der Lethargie." Gerade gegen Berlin wird es damit ein besonderes Spiel, denn gegen die Eisbären ging es in der Eis-Arena nie unter 3500 Fans ab, meist war die Halle rappelvoll, und meist hatten die Berliner riesigen Support dabei. Da werden sich auch die Berliner, die das kennen, umstellen müssen.