13. November 2020 / 12:13 Uhr

Dritter deutscher EM-Gegner steht fest: Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi erklärt seine Stars

Dritter deutscher EM-Gegner steht fest: Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi erklärt seine Stars

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dominik Szoboszlai (im Vordergrund) ist der große Star im Team von Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi. Der Coach kann jedoch auch viele Bundesliga-Spieler bauen, darunter Peter Gulacsi und Adam Szalai.
Dominik Szoboszlai (im Vordergrund) ist der große Star im Team von Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi. Der Coach kann jedoch auch viele Bundesliga-Spieler bauen, darunter Peter Gulacsi und Adam Szalai. © imago images/Montage
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Ungarn hat eines der letzten Tickets für die EM im kommenden Jahr gelöst und trifft dort in der Gruppenphase auf Deutschland. Nationaltrainer Marco Rossi erklärt beim SPORTBUZZER seine Stars um Top-Talent Dominik Szoboszlai.

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Dominik Szoboszlai hatte seinen Auftrag erfüllt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit des Playoff-Spiels gegen Island (2:1) bestätigte der 20-Jährige das, was viele Ungarn schon vor dem Spiel vermutet oder sich zumindest erhofft hatten. Szoboszlai taugt zum Nationalhelden. "Unser Mittelfeldspieler spielt seit Wochen in explosiver Form", jubilierte die ungarische Tageszeitung Blikk am Morgen nach dem Triumph und versuchte, den Profi von RB Salzburg gleich bei den ganz Großen des Geschäfts unterzubringen. Ein baldiger Wechsel zu Real Madrid - warum nicht? Tatsächlich wird Szoboszlai seit Monaten mit Top-Klubs in Verbindung gebracht. Mal geht es nach Spanien, mal nach England, zuletzt angeblich zu RB Leipzig.

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Nach seinem Siegtor, das den Weg zur EM-Teilnahme ebnete, dreht sich Ungarns Fußball-Universum nun noch mehr um ihn. Und auch Joachim Löw dürfte bei den nächsten Auftritten des Offensivspielers noch ein wenig genauer hinschauen. Denn: Ungarn steht seit Donnerstagabend nach Frankreich und Portugal als dritter deutscher Vorrundengegner bei der EM im kommenden Sommer fest. Was kommt auf den Bundestrainer und das DFB-Team zu?

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Neben Szoboszlai, der es in bisher 74 Pflichtspieleinsätzen für Salzburg auf stattliche 55 Scorerpunkte (22 Tore, 33 Vorlagen) bringt, sind die Stützen der ungarischen Nationalmannschaft vor allem hierzulande gut bekannte Profis. "Keine Frage, unsere besten und erfahrensten Spieler sind in der Bundesliga: Adam Szalai in Mainz, Peter Gulacsi und Willi Orban in Leipzig sowie Roland Sallai in Freiburg", sagte Nationaltrainer Marco Rossi im SPORTBUZZER-Interview.

Und weiter: "Adam hat in Mainz derzeit schwer zu kämpfen. Willi kam im Sommer aus seiner langen Verletzung zurück und spielt seitdem wieder regelmäßig. Über Peter brauchen wir gar nicht reden, er macht einen überragenden Job. Auch Roland spielt in Freiburg sehr oft. Alle spielen dadurch, dass sie in der Bundesliga aktiv sind, jedes Wochenende auf hohem internationalem Level. Willi und Peter sind zudem in der Champions League dabei. Es ist sehr wichtig, dass alle unsere Spieler regelmäßig auf starke Gegner treffen – auch international. Das spielt für die Weiterentwicklung unserer Nationalmannschaft eine wichtige Rolle."

Rossi rät Szoboszlai zu Transfer

Bei der Aufzählung seiner Leistungsträger kommt aber natürlich auch Rossi nicht an Szoboszlai vorbei. Dieser sei aktuell der talentierteste Spieler in Ungarn, meint der 56-jährige Italiener: "Er hat den höchsten Marktwert und viele europäische Klubs haben ihn auf dem Zettel. Ich denke, er sollte Salzburg im nächsten Sommer verlassen, um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen. Vielleicht geht er nach Deutschland, auch Italien und England könnten interessante Ziele für Dominik sein. Für ihn ist es sehr wichtig, diesen Schritt jetzt zu machen."

Rossi selbst hatte diese Möglichkeiten in seiner aktiven Karriere nicht. Die meisten seiner Spiele bestritt er in Italiens 2. Liga, 1994 gewann der Abwehrspieler mit Sampdoria Genua aber immerhin den nationalen Pokal. Nach dem Ende seiner Laufbahn trainierte Rossi zunächst unterklassige und kleinere Klubs in seiner Heimat, 2012 ging es für ihn erstmals nach Ungarn, wo er Hoved Budapest 2017 zum Meister machte. Nach einem einjährigen Intermezzo bei Dunajska Streda in der Slowakei übernahm er 2018 die ungarische Nationalmannschaft. Mit Hilfe von Ungarns neuem Helden soll nun auch das DFB-Team geärgert werden.