27. Januar 2022 / 17:15 Uhr

Ungeimpft nach England? Weghorst-Berater glaubt nicht dran

Ungeimpft nach England? Weghorst-Berater glaubt nicht dran

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wird mit einem Wechsel nach Burnley in Verbindung gebracht: Wolfsburg-Stürmer Wout Weghorst.
Wird mit einem Wechsel nach Burnley in Verbindung gebracht: Wolfsburg-Stürmer Wout Weghorst. © Boris Baschin
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Verlässt Wout Weghorst noch im Winter den VfL Wolfsburg? Der Angreifer soll auf der Liste von Premier-League-Schlusslicht FC Burnley stehen - und der Bundesligist bereit sein, seinen Stürmer abzugeben.

Gibt's nun doch einen Winter-Abschied? Am Montag hatte Jörg Schmadtke noch betont, dass für Angreifer Wout Weghorst keinerlei Anfragen vorliegen. Nun scheint es mit dem FC Burnley allerdings einen ernsthaften Interessenten für den Niederländer zu geben. Das Schlusslicht der englischen Premier League sucht Ersatz für den zu Newcastle United gewechselten Chris Wood und denkt dabei offenbar an den Angreifer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Der soll aber nach wie vor nicht gegen Corona geimpft sein - und das könnte zu einem Problem werden.

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Sportlich gesehen würde ein Wechsel von Weghorst nach Burnley nur wenig Sinn ergeben. Wolfsburgs Nummer 9 hatte zwar nie einen Hehl daraus gemacht, dass er irgendwann in seiner Karriere gern mal in England spielen würde, gleichzeitig aber betont, dass er mit einem Klub Titel gewinnen möchte. Und ein Winter-Abschied wäre für Weghorst möglicherweise noch aus einem weiteren Grund schwierig. "Wenn Sportdirektoren Interesse an einem Spieler haben, für jetzt oder den kommenden Sommer, wird mir oft die Frage gestellt, ob dieser geimpft sei. In Zukunft heißt es: Ohne Impfung kein Transfer. Da bin ich mir sicher", sagte Weghorst-Berater Volker Struth im Stern-Interview. Der VfLer hatte sich erst vor Kurzem Sports360 angeschlossen - die Agentur, zu der auch Struth gehört.

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Zuletzt war Weghorst immer wieder mit Newcastle in Verbindung gebracht worden, doch United entschied sich statt für den VfL-Profi nun für Wood. 30 Millionen Euro flossen von der Ostküste Englands nach Burnley, die Kassen sind beim FC also prall gefüllt, um einen Weghorst-Transfer realisieren zu können. Wie "The Athletic" berichtet, soll Burnley bereits Gespräche mit der Weghorst-Seite aufgenommen haben. Das allerdings ist nur erlaubt, wenn der VfL, bei dem der Stürmer noch bis 2023 unter Vertrag steht, dafür die Freigabe erteilt. Nach SPORTBUZZER-Infos sind die Wolfsburger aber grundsätzlich bereit, ihren Stürmer abzugeben. Der Bundesligist wollte sich zu den Spekulationen aber nicht äußern.

Sollte Weghorst Wolfsburg wirklich kurzerhand den Rücken kehren, müssten die Wolfsburger wohl selbst auf dem Transfermarkt tätig werden. Dafür ist die Zeit knapp, das Transferfenster schließt am Montag. Zwar hatte der VfL mit Lukas Nmecha einen dauerhaften Weghorst-Ersatz schon im Sommer verpflichtet, doch der U21-Europameister arbeitet nach seiner schweren Knöchelverletzung noch an seinem Comeback. Etwas Zeit wird der Stürmer noch brauchen, bis er wieder auf dem Platz steht, allerdings könnte das schon im Februar der Fall sein. Gleiches gilt für Xaver Schlager nach dessen Kreuzbandriss. "Bisher ist die Reha bei beiden sehr gut verlaufen", bestätigt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. Wann das Duo wieder Spiele für den VfL bestreiten kann, ist aber noch offen, als nächsten Schritt müssen beide erst mal wieder teilintegriertes Mannschaftstraining mitmachen.

Eine mögliche Verstärkung könnte Deniz Undav darstellen. Der Angreifer war 2020 vom SV Meppen zu Royale Saint-Gilloise gewechselt, traf in seiner Debüt-Saison gleich 17 Mal und grüßt nach dem Aufstieg nun in der 1. belgischen Liga von der Tabellenspitze. Auch daran hat der Stürmer einen großen Anteil, er steuerte in 23 Partien 18 Tore und zehn Assists bei - eine beeindruckende Quote. Fest steht nach übereinstimmenden belgischen Medienberichten offenbar bereits, dass Undav nach der Saison definitiv in die Bundesliga wechseln wird.

Bis Montag ist das Transferfenster noch geöffnet. Was passiert da noch in Wolfsburg? Wie die L'Équipe berichtet, soll Girondins Bordeaux ein Auge auf Josuha Guilavogui geworfen haben. Der sympathische Franzose bekommt beim VfL derzeit wenig Spielzeit, in der Rückrunde stand er noch nicht eine Minute auf dem Platz. Als weitere Interessenten gelten Montpellier, Lens und Angers. Möglicherweise verlässt auch Daniel Ginczek (Vertrag läuft im Sommer aus) noch den Klub, der Stürmer kommt in dieser Spielzeit gerade einmal auf elf (!) Einsatzminuten.


Dass kurz vor dem Schließen des Transferfensters die Gerüchteküche brodelt, ist normal. Für Weghorst und Guilavogui liegen dem VfL bisher nach SPORTBUZZER-Infos keine Anfragen vor - die kommen aber ohnehin erst, wenn Spieler und interessierte Klubs weitgehend Einigkeit erzielt haben. Bis Montag bleibt es also spannend.