11. April 2021 / 19:23 Uhr

Ungewohnt schwach in Frankfurt: Wolfsburg-Trainer Glasner nimmt Lacroix in Schutz

Ungewohnt schwach in Frankfurt: Wolfsburg-Trainer Glasner nimmt Lacroix in Schutz

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Top-Innenverteidiger: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg.
Top-Innenverteidiger: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Mit Rückenproblemen war Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg ins Spiel bei Eintracht Frankfurt gegangen. Trainer Oliver Glasner glaubt daran, dass der Innenverteidiger beim Bayern-Spiel wieder anders auftreten wird.

Und plötzlich wackelte die vor dem Spieltag zusammen mit Leipzig noch beste Abwehr (nur 22 Gegentore) der Fußball-Bundesliga... Zum ersten Mal in dieser Saison kassierte der VfL in einem Spiel vier Gegentore - und das im direkten Duell im Kampf um die Champions League. Einer fiel in der VfL-Abwehr beim 3:4 in Frankfurt besonders ab: Shootingstar Maxence Lacroix.

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Der hochtalentierte Franzose, der in dieser Saison fast immer zu den Besten bei den Wolfsburgern gehört hatte, wirkte in so mancher Szene einfach nicht so solide, wie er es zumeist in dieser Spielzeit war. Völlig untypisch für den Innenverteidiger: Vor dem 2:1 der Frankfurter ließ er Vorbereiter Silva viel zu leicht gewähren, der Franzose verlor ein Laufduell.

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Allerdings: Der Innenverteidiger hatte im Abschlusstraining mit Rückenproblemen zu kämpfen, wie Trainer Oliver Glasner hinterher verriet. „Unsere medizinische Abteilung hat tolle Arbeit geleistet und hat mir dann das Okay gegeben, dass er fit und spielfähig ist.“ Aber: „Maxence war doch nicht so ganz frei in seinen Bewegungen, deswegen habe ich dann gewechselt. Es war untypisch, dass er Lauf-Duelle verliert, weil das eine große Stärke von ihm ist.“ Und doch wollte Glasner dem Abwehrspieler „keinen Vorwurf“ machen. Der Coach erinnerte: „Maxence spielt eine herausragende Saison. Er wird nächste Woche wieder eine tolle Leistung abliefern.“

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Davon ist auch Jörg Schmadtke überzeugt. Der VfL-Manager hatte den Innenverteidiger vor der Saison aus der zweiten Liga Frankreichs geholt – und Lacroix hatte sofort überzeugen können, schon nach wenigen Wochen war er aus der VfL-Startelf nicht mehr wegzudenken. Dass er nach vielen tollen Leistungen jetzt mal nicht gut ausgesehen hatte – „natürlich nagt das an ihm, aber er kann damit umgehen, ich habe keine Bedenken bei ihm“, so der Manager.

In der Rückrunde hatten die Wolfsburger bis zur Niederlage bei der Eintracht nur drei Gegentore kassiert – aber in Frankfurt bröckelte das Abwehrbollwerk, der Tabellendritte musste vier Gegentore hinnehmen. „Das ist natürlich zu viel“, ärgerte sich Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels im Interview bei Sky. „Sie haben nicht viele Torschüsse gehabt, aber vier waren drin. Ich denke, sie haben ihre Chancen sehr gut genutzt. Sie waren effizienter.“

Bei den ersten beiden Gegentoren vernachlässigte die VfL-Abwehr ihren Rückraum, sodass erst Daichi Kamada und anschließend Luka Jovic trafen. Beim dritten Gegentor ging ein leichter Ballverlust von Josip Brekalo voraus und beim vierten waren die Wolfsburger nicht nah genug an Erik Durm dran. VfL-Trainer Glasner treffend: „Ich denke, im Spiel nach vorn, und das beginnt ja hinten, haben wir vieles richtig gemacht. Und im Spiel nach hinten, und das beginnt vorn, haben wir es nicht so gut gemacht wie wir das können.“