17. April 2019 / 17:32 Uhr

"Unheimliche Power": Labbadia hätte Frankfurts Kostic gern zum VfL Wolfsburg geholt

"Unheimliche Power": Labbadia hätte Frankfurts Kostic gern zum VfL Wolfsburg geholt

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hätte Filip Kostic gern zum VfL geholt: Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia. 
Hätte Filip Kostic gern zum VfL geholt: Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia. 
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Bei Eintracht Frankfurt blüht Filip Kostic seit dieser Saison so richtig auf. Den ehemaligen Spieler von Trainer Bruno Labbadia beim Hamburger SV hätte er gern auch zum VfL Wolfsburg gelotst. Die Entwicklung seines Ex-Spielers freut ihn trotzdem. 

Das DFB-Pokalfinale hat sich Bruno Labbadia in den letzten beiden Saisons nicht entgehen lassen. Als Eintracht Frankfurt im vergangenen Mai den Pott gegen den FC Bayern (3:1) holte, weilte der Trainer des VfL also genauso im Berliner Olympia-Stadion wie ein Jahr zuvor bei der Niederlage gegen Borussia Dortmund (1:2). Allein daran konnte man bereits erkennen, so der 53-Jährige über den kommenden Wolfsburger Gegner am Ostermontag (20.30 Uhr): „Da ist etwas entstanden." Und seit geraumer Zeit lässt sich diese Entwicklung auch in der Bundesliga verfolgen, dort liegen die Hessen aktuell auf Platz vier.

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Schon im Vorjahr hatte sich die Eintracht mit besagtem Pokalsieg und Platz acht in der Liga national reichlich Anerkennung verschafft, doch Labbadia verdeutlicht sogar: „Sie haben nochmals einen draufgesetzt, nachdem man vielleicht gedacht hatte, dass das nur eine Eintagsfliege war.“ Trotz eines personellen Aderlasses, der nach solchen unerwarteten Erfolgsgeschichten im Profi-Fußball ja meistens einsetzt; Trainer (Niko Kovac) ging, wichtige Spieler (Marius Wolf, Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky) gingen, ein neuer Trainer (Adi Hütter) und „spannende Spieler", so Labbadia, kamen.

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Dabei hebt der VfL-Coach vor allem Filip Kostic hervor. Zu seiner Zeit beim Hamburger SV wollte er den Serben im Sommer 2016 unbedingt vom VfB Stuttgart verpflichten, nach langem Hin und Her (auch der VfL war damals an Kostic dran) ging der Deal für 14 Millionen Euro über die Bühne. „In Hamburg war es schwierig für ihn, weil – so blöd das klingt – ihm diese hohe Ablöse Probleme gemacht hat. Das war unheimlich viel Druck und er ist nicht der Typ, an dem das einfach so vorbeigeht. Es hat ihn belastet“, so Labbadia, „aber jetzt zeigt er sein Potenzial. Ich freue mich für ihn, das ist ein guter Junge.“ Deshalb wollte er den Serben vor der Saison auch nach Wolfsburg holen, muss in diesem Zusammenhang aber kleinlaut hinzufügen: „Er hat sich leider für Frankfurt entschieden.“ Zunächst wurde der Nationalspieler für 1,2 Millionen Euro für zwei Spielzeiten vom HSV ausgeliehen – 2020 gibt es eine Kaufoption in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro.

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Dort spielt Kostic seit seinem Wechsel 2014 aus den Niederlanden (FC Groningen) seine beste Saison in Deutschland, weil ihm das System der Eintracht wie auf den Leib geschneidert scheint. Als linker Außenbahnspieler vor einer Dreier-Abwehrkette kann er „seine unheimliche Power“ besonders gut ausspielen, erklärt Labbadia. Selbst defensiv weiß er inzwischen zu gefallen, was nicht immer so gewesen ist. „Das ist eine Überraschung.“

Die andere große Stärke des Mannes, der in dieser Spielzeit bereits auf fünf Tore und elf Vorlagen kommt, kennt sein ehemaliger Hamburger Trainer dagegen nur zu gut, „wenn er nicht mit dem Rücken zum Tor steht, sondern mit Geschwindigkeit von hinten im Kommen ist, mit all seiner Körperlichkeit“ – dann kann er dem Gegner Probleme bereiten.

"In Frankfurt ist viel entfacht worden"

Ohnehin seien die Hessen in Sachen Physis „außergewöhnlich – hinten wie vorne wissen die Spieler ihren Körper einzusetzen und haben auch die nötige Dynamik“, sagt Labbadia. Ein Lob gibt es auch für Eintracht-Manager Fredi Bobic, der ihn übrigens 2010 als Trainer zum VfB Stuttgart geholt hatte: „In Frankfurt ist schon viel entfacht worden. Das gesamte Paket ist top.“